Wasserlevel

(Artikel)
Rian Voß, 20. Juli 2017

Wasserlevel

Geißel der Spielewelt

PANIK! WAS IST LOS! AH!! ICH MUSS WEG! SICHERHEIT! WO GEHT'S HIER RAUS?! AAAH! AAAAAH! AAAAAAAAAAAAAAAAAAH! AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH! - - - *blub*

Wasserlevel. Diese elenden Dinger. Sie verfolgen uns in der Geschichte der Videospiele, seitdem das erste Jump 'n' Run aus dem Ei gekrochen ist, und sind die Psychoterror-Pendants zu den frustierend-nervigen Lava-Leveln. Nirgendwo stirbt es sich schöner, keine andere Design-Schablone hat mehr Narben in den Seelen malträtierter Gamer hinterlassen.

Dieser Artikel wurde erstmals am 4.10.2008 veröffentlicht.

Dabei ist der Gedanke hinter ihnen natürlich verständlich. Früher gehörten zu jedem Spiel mindestens eine Feuer-, eine Wasser-, eine Höhlen- und eine Fröhliche-Wiesen-Stage, während verschiedene Genres noch weitere Standards hinzufügten - man nehme nur das Ost-Rollenspiel mit seinen fliegenden Festungen und Luftschiffen.


Hiiiighwaaaaay toooo theeeee Danger Zone~~
Aber keine Klischee-Welt der Erde bringt so viele natürliche Ängste des Menschen zu Tage wie die Zeit unter Wasser. Sonic mit seiner Panikmache und dem apokalyptischen 3-2-1-Countdown leitet diese Liste natürlich mit fliegenden Fahnen an. Ich wusste früher, sobald die "Musik" startete, gar nicht mehr, was ich tun sollte und bin dann häufig so lange von links nach rechts gelaufen, weil "Da garantiert irgendwo ein Luftblasenspender in der Nähe war!", bis mein kleiner Igel dann mit einem vor Schmerzen verzerrten Gesicht abgesoffen ist. Die Wassertempel in Zelda seit Ocarina of Time zeichnen sich von jeher zwar nicht durch ein hohes Ertrinkens-Risiko aus, gehören aber zu den verwinkelsten und verwirrendsten Bereichen überhaupt, da man sich plötzlich nicht mehr nur noch horizontal, sondern auch vertikal nach Ein- und Ausgängen umschauen muss.


Angst vor Wasser? Wir auch.
Metal Gear Solid 2... boah. Boah! Da schwimme ich an jedem kleinen Luftraum dreimal auftauchend durch diese Unterwasser-Schutthalde, komme endlich an meinem Ziel an und muss dann denselben Weg zurücklegen - mit einer Frau auf dem Rücken, die anscheinend Kettenraucherin ist und nur über einen (den Umständen entsprechend) gesunden Lungenflügel verfügt! Blub, sage ich da nur! BLUB! Oder Half-Life! Diese bekackten Fische, die da überall auf einen lauern und einfach nicht tot gehen wollen! STIRB DOCH ENDLICH! STI--blub. Da sind doch die Wasserlevel in Mario ganz was Anderes. Schön ruhig, entspannend, sogar harmonische Musik. Wäre ja alles bestens, wenn Mario nicht sämtliche Angriffsfähigkeiten einbüßen würde und sich in etwa so leicht kontrollieren ließe wie ein tollwütiger Waschbär auf Crack. Zielsuchender Fisch! Stacheln! Und was da noch so alles dem Schnauzbartträger nach dem Leben trachtet. Da wird einem erst klar, wie hilflos man unter Wasser ist und dass man da als zweibeiniges Säugetier einfach nicht hingehört.


Wenn man da raus müsste...
Muss man aber nicht!
Und dann starten wir die neueste Generation des Horrors. Zu meiner Freude hat Bioshock sein Angstpotenzial insofern nicht ausgenutzt, dass man nur an ein oder zwei Stellen befürchten musste, von angreifeden Wassermassen erschlagen zu werden. Für ein Spiel, das zu hundert Prozent unter Wasser spielt, ist das vergleichsweise schlapp. Ich warte ja nur noch darauf, dass der Titel erscheint, in dem man ständig einer akuten Hydrophobie ausgesetzt wird. Lange kann es nicht mehr dauern. Vielleicht ist es ja schon da. Rian

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21. Oktober 2017 um 19:45 Uhr
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