Ein Gamerleben

(Artikel)
Daniel Fink, 05. November 2008

Ein Gamerleben

Heute: Undead

Hallo!

Ja, ich bin Undead und wurde hier als Gastautor rekrutiert, also gewöhnt euch nicht zu stark an mich! Wirklich! Trennungen können hart sein!

Wie dem auch sei. Obwohl ich erst 15 in Totenjahren bin, hatte ich eine eine umfangreiche Gaming-Kindheit. Wie fing alles an? Kein Plan. Seit dem ich mich erinnern kann, stand IMMER eine Dendy neben unserem Fernseher. Dendy ist eine gefälschte NES, viel cooler als die Dinger hier in Europa oder USA. Falls ich hier noch mal zum schreiben komme, werde ich das Ding bestimmt näher erläutern!

Aber wie fing mein Gaming-Leben an? Hart und ungerecht! Als ich ungefähr drei oder vier war, wollte ich immer an der NES (ich nenne die jetzt NES, weil es ja die gleiche Konsole ist und es für einige leichter zu verstehen ist als Dendy) spielen, aber mein Bruder war böse. Richtig böse! Fast so böse wie der Böse hier! Der Schuft nahm sich den ersten Controller, gab mir den 2-ten, ließ mich so gut ich konnte auf die Buttons moshen und spielte ein Singleplayerspiel! Arschloch! Aber ich habe ihn durchschaut! Har har har! Ich bemerkte nämlich, dass wenn ich links drückte, der Charakter springt, oder, wenn ich hoch drückte, er auch springt oder wenn ich gar nichts drücke sich die Figur trotzdem bewegte. Und das mit drei oder drei! Ich war wohl ein zweiter Einstein. Ja, ich war cool! War.

Jedenfalls, klappte diese Masche nicht mehr und er überreichte mir den ersten Controller. Ich dachte ich scheiße mir da in die Hose! Das Spiel das drin war, war Super Mario Brothers. Da ich damals bestimmt kein Englisch konnte, drückte ich einfach immer auf Start, bis ich den altbekannten Gameplayscreen sah! Ich drückte rechts und die Figur lief nach rechts! ZOMG! Danach drückte ich A und die Figur sprang über das grüne Rohr! *clang* "Nein, dieser Drecks-Pilz, was macht er da?!", war meine ungefähre Reaktion. Selbst wenn ich damals noch nicht fluchen konnte, hielt es mich nicht davor zurück das Spiel schlimmstmöglich zu beleidigen! Nach einer Zeit zog ich die Cartridge raus und warf sie in die Ecke... Und das Spiel, das folgte, machte mich zu dem, was ich heute bin... Ich hatte Alpträume, psychische Störungen etc. Es war... Contra! Ich glaube, es war ein Moment, in dem man eine Person als total skillfrei bezeichnen konnte. Ich starb wortwörtlich ebenfalls am ersten Gegner. Ich weiß nicht wie viele Sekunden ich im Spiel war, aber es zerstörte mich, machte mich fertig und so. Es wollte mir nicht gehorchen!

Nach ein paar Jahren Training wurde ich skillvoller und schaffte es sogar Bowser zu besiegen! Und dann kam etwas, was die Revolution in unserem Dorf ankündigte! Street Fighter II – The New Challengers für den NES! Es enthielt vier spielbare Charaktere (Chun-Li, Ryu, Guile und Zangief) und einen unspielbaren (M. Bison), jeder hatte seine Moves und seine eigene Stage. Das Spiel ging wahrscheinlich durch alle Gamer-Hände des Dorfes. Man machte echte Street Fights um raus zu finden, wer das Spiel bekommt. Es war knallhart, bitch! Das Spiel, prägte meine Liebe zu Beat 'em Ups! Es war so schwer, dass sich kaum jemand gegen die CPU traute! Es war, wie heute sage: "Balls to wall fighting!". Deshalb, wurde es meistens - oder eher immer - im Multiplayer gespielt, aber es war egal! Wir hatten eh nichts Besseres zu tun…

Eines Tages kam ein Kumpel von meinem Bruder zu uns nach Hause und er hatte eine schwarze Tüte mit einem Goldmuster drauf... Und die Farbe Gold beschrieb wirklich bestens den Inhalt der Tüte. Es war... Eine Sega Mega Drive mit Road Rash und Ultimate Mortal Kombat III! Wir schlossen die Konsole an und ich weiß nicht wie lange wir unsere Kinnladen auf dem Boden suchten, denn die Grafik der Spiele erschütterte uns! Stellt euch vor:

- Ihr wisst nicht, dass Spiele ein Ende haben
- Ihr wisst nicht, dass es andere Konsolen außer dem NES/Dendy gibt!

Jetzt könnt ihr euch, glaub' ich, denken, wie geschockt wir waren. Und die Möglichkeiten in den Spielen waren wohl noch fesselnder! So wie wir z.B. in Road Rash extra gegen Autos gefahren sind, damit wir ohne Motorräder zum Ziel laufen konnten! Oder es gab in Mortal Kombat Blut und man konnte seine Gegner in Stücke reißen! Natürlich hat das keine dauerhaften Schäden bei mir hinterlassen (die waren schon vorher da). Fuck, da wo ich herkomme kennt man das Wort Alterbegrenzung nicht! Leider mussten wir die Konsole nach kurzer Zeit abgeben, da wir sie ja nur geliehen hatten, aber es war dennoch wundervoll mit dem Mega Drive Erfahrungen zu machen.

Dann irgendwann 1998 bekam ich meinen ersten PC! Ich kam zu Weihnachten aus der Stadt zurück und zitterte schon vor Vorfreude auf den PC. Als ich ins Zimmer kam, saß mein Bruder da und spielte Quake I! Ich fragte ihn natürlich: "Kann ich auch mal"“, er antwortete nur: "Klar!". Und wie endete das? Er schloss Quake und startete Moorhuhn. Ich war so angepisst... Dennoch schaffte ich es irgendwie ohne jegliche Computerkentnisse Moorhuhn zu schließen und Quake zu starten! Ja, Leute: das ist Instinkt! Sowas wird einem True-Gamer angeboren! Leider kannte die WASD-Steuerung nicht. Also musste ich doch meinen Bruder rufen. Er zeigte mir wie man mit WASD steuert und ich begann loszuspielen! Und wieder mal, ich wurde so von der Grafik geschockt, dass ich erstmal nur das Schwierigkeitsgrad-Level 15 Minuten lag angeschaut habe! Das war wirklich high-end, wenn man so was noch nie gesehen hat! Achja, bei mir in der Version von Quake konnte man auf "0" tippen, dann bekam man alle Waffen. Cheating-Instinkt!

Später lief dann alles wirklich standardmäßig ab. Zu irgendeinem Geburtstag bekam ich dann Serious Sam – The Second Encounter! Es ruckelte übelst, aber sah für mich damals trotzdem über aus mit den niedrigsten Einstellungen! Ich weiß nicht wie, aber ich schaffte es, das Spiel mit eine Framerate von ungefähr 10 durchzuspielen! Ja, ich war bad-ass! Aber das Spiel, das mich damals so richtig beeindruckt hat, war Max Payne! Mein Bruder kam eines Tages aus der Stadt zurück und hatte Max Payne mitgebracht! Merkt ihr's? Gute Dinge passieren, wenn jemand zurückkommt. Egal! Da konnte kein Mortal Kombat oder Street Fighter mithalten! Ich war da sprachlos! Bullet Time, Baseball Bat als Waffe, halbwegs realistisches Gameplay etc.. Das Spiel zeigte mir damals, was Gaming wirklich ist, und setzte bei mir den Standard von der Qualität von Spielen! Danach kamen viele Spiele, wie Operation Flashpoint (Boah, was war die Grafik damals geil) oder Beachhead 2000, aber ich kehrte immer wieder zu Max Payne zurück, weil mir das Spiel so viel Spaß machte.

Das war der grobe Verlauf meines Gamerlebens, denn ich habe noch den Teil ausgelassen, als mein Kumpel eine PSX bekam, denn dann würde ich noch bis in die Morgengrauen schreiben…

Vielleicht hat es jemanden interessiert wie ich zum Gamer wurde, vielleicht auch nicht! Adios! Undead <3

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23. Juni 2017 um 17:40 Uhr
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