Batman: Arkham City

(Artikel)
Benjamin Strobel, 14. Juni 2012

Batman: Arkham City

Harley Quinn's Revenge

Als der erste Story-DLC für Batman: Arkham City angekündigt wurde, hatte Warner Bros. Interactive bereits seine zehn Kröten an mir verdient. Nachdem ich das Hauptspiel am Stück gefressen hatte, war ein DLC der ideale Nachtisch (wenn auch reichlich spät). Den großartigen Catwoman-DLC hatte ich ja bereits im ersten Durchlauf mit verspeist und den Challenges-DLC dann übersprungen, weil die mitgelieferten Riddler-Kampagnen des Hauptspiels schon schwer genug sind. Und jetzt geht endlich die Story weiter! Nachdem Rocksteady schon zum zweiten Mal mit Batman eine Glanzleistung abgelegt haben, kann ihr erster Story-DLC nur gut werden. Oder?


Da die Ereignisse im Hauptspiel zum Großteil abgeschlossen sind, ist kaum verwunderlich, dass mit dem DLC Harley Quinn's Revenge ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Es begibt sich, dass nach dem großen Showdown der Main-Story eine gewisse Schurkin namens Harley Quinn ziemlich pissig auf unseren Helden, die Fledermaus, ist. Flugs nimmt die Psychopatin ein paar Polizeibeamte in Gefangenschaft. (Klingt irgendwie bekannt?) Nein, Batman, es ist eine Falle! Aber der dunkle Ritter macht sich auf zur Rettung der mutigen Polizisten! Woraufhin er von Harley gefangen genommen wird... okay? Ich renne fünfzehn Spielstunden durch Arkham City, verprügele Handlanger des Bösen und nehme es mit zahlreichen Superschurken auf ohne einen Kratzer davon zu tragen (gut, ein PAAR Kratzer zeichnen sich schon an Batsys Kostüm ab...) und dann werde ich von Harley nach wenigen Spielminuten überwältigt? Grummelnd nehme ich es hin.

Damit habe ich etwas vorgegriffen, denn der eigentliche Spieleinstieg schließt sich diesen Ereignissen an, die man erst später als Flashback nachspielt. Unter der Kapuze des jungen Robin macht man sich auf, um Batman zu finden. Das hat mich zuerst abgeschreckt, da ich absolut kein Fan von Robin bin (Danke, Joel Schumacher!), aber dann war es gar nicht so schlimm. Rocksteadys Interpretation von Robin ist wirklich angenehm und sein (englischer) Sprecher macht einen sehr guten Job. Wer schon vorher die DLC Challenges gespielt hat, wird jetzt aufatmen, dass Robin doch sprechen kann. Wie schon beim vorangegangen Content besitzt Robin ein eigenes Move-Set. Das bedeutet nicht nur, dass er mit Stab kämpft, sondern auch, dass er seine eigenen Gimmicks mitbringt. Diese sind aus dem Challenge-DLC auch schon bekannt: so kann man als Robin beispielsweise Explosionskörperchen an seine Feinde heften und sie in einem zweiten Schritt zur Detonation bringen. Unterm Strich spielt sich Robin aber nicht viel anders als Batman - der Sidekick eifert seinem Idol eben ordentlich nach. Für das Gameplay ist das leider langweilig.


Die anschließenden zwei Stunden (mehr ist es einfach nicht) bilden mikroskopisch das Gameplay des Hauptspiels ab: Schleichen und Prügeln im Wechsel, einmal setzt man ein neues Gimmick auch ein, um weiterzukommen, ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Leider ist diese Abbildung nicht mal sehr gut. Man hat viel eher das Gefühl, dass die bekannten Elemente durchgerusht werden. Schließlich spiegelt sich der Eindruck von Trivialität auch in der Story wider: das uninspirierte Hinzufügen eines Story-Appendix ohne Twist und Sinn lässt den Spieler leer und enttäuscht zurück. Anders als der geschickt ins Spiel gewobene Catwoman DLC hat man hier kein Gefühl von Mehrwert. Nachdem Arkham City im letzten Jahr ein leuchtender Stern am Gamer-Himmel war, ist der DLC von 2012 nichts weiter als ein plumper Versuch, den Spielern für ein Minimum an Arbeit noch mal Geld aus der Tasche zu ziehen. Selbst als Hardcore-Fan von Batman und der Arkham-Reihe muss ich in der Rückschau sagen: diesen DLC hat die Welt nicht gebraucht. Kauf? Nein. Nex

Kommentare

Nils
15. Juni 2012 um 19:30 Uhr (#1)
Ich kann das nur bestätigen - auch für mich als doch recht begeisterter Fan eine herbe Enttäuschung. Ich hatte mich schon sehr auf das DLC gefreut - was dann herauskam steht in krassem Kontrast zu dem Originalspiel...
Auch von mir keine Kaufempfehlung..
Dini
15. Juni 2012 um 22:13 Uhr (#2)
Wirklich schade, ich hatte mich wirklich drauf gefreut - Gerade als ich gesehen und gehört habe man kann Robin spielen. Vielleicht hole ich es mir auch noch deswegen, aber sonst scheint es ja nicht wirklich zu überzeugen. :(
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21. November 2017 um 16:27 Uhr
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