Batman: Arkham City

(Artikel)
Christin Kämke, 18. Mai 2012

Batman: Arkham City

Nightwing- und Robin-Bundle

Wenn Spiele so gut sind, dass man sie noch Monate nach ihrem Erscheinen spielt, dann scheint ein DLC die dicke Sahnehaube auf dem Kuchen zu sein. Wenn dieses Spiel dann noch kleine Comic-Nerd-Herzchen höher schlagen lässt, befindet man sich im Paradies. Im zuckrig-süßen Fangirl-Himmel in meinem Fall.
Batman: Arkham City war eines der Spiele, auf die ich hingefiebert hatte und schon bei dem ersten Gameplay scherzhaft meinte, dass die ultimative Steigerung erreicht wäre, wenn man nur mit Robin oder Nightwing durch die Straßen von Arkham City flattern könnte. Tada! Wunsch erhört. Ein hübsches kleines Bundle mit Robin und Nightwing, ein paar Batman-Skins und einigen neuen Maps für etwa 15 Euro.


Ich habe lange mit mir gerungen, bevor ich es schließlich kaufte. Vor allem, da die schicken, neuen Charaktere nicht wie Catwoman ins Spiel integriert sind und man sie nur in den Riddler-Herausforderungen und -Kampagnen spielen kann. Dort jedoch machen die Animationen und die Kampftechniken viel Spaß. Zwar sind Batmans kleine Helfer wesentlich dürftiger ausgestattet als der Dunkle Ritter selbst, aber sie überzeugen mit einigen zusätzlichen Gadgets, die durchaus Freude bringen.
Robins Kampftechnik ist flüssig, schnell und ziemlich brutal für das Vögelchen. Wie badass es ist, mit einem Stock zu kämpfen, beweist er eindrucksvoll, und mit Liebe zum Detail sprüht er das Explosiv-Gel nicht als Fledermaus-Symbol auf, sondern als kleines "R".
Das Handling ist dem von Batman im Vergleich zu Catwoman und Nightwing am Ähnlichsten. Dank bekannter Batclaw und der Detektiv-Sicht kann man ganz simpel und ohne Einführung die Kampagnen meistern.


Nightwing aber wirkt, entgegen seiner Zirkus-Jungen-Vergangenheit, etwas steif und unbeweglich. Zwar sind die Backflips, das Herumwirbeln und Wegspringen eindrucksvoll animiert, aber die Kampfbewegungen zu schwerfällig. Teilweise scheint Nightwing, der als junger Akrobat doch wesentlich gelenkiger und schneller sein sollte als die alte Fledermaus, unter Arthritis zu leiden. Dass er mit seinen Stöckchen Blitze und Stromschläge zum Betäuben und Ausschalten erzeugen kann, macht das Gameplay nicht dynamischer.
Dafür haben die Entwickler den Comicfans mit Nightwing ein besonderes Schmankerl gegeben: in kreativer Freiheit wurde Dick neu eingekleidet, hübsch frisiert und mit Liebe zum Detail animiert. Das Kostüm könnte nicht glänzender sein und, um dem schmachtenden Fangirl in mir noch mal Ausdruck zu verleihen, auch nicht besser am geschmeidigen Körper anliegen. Der schon oft im Comic thematisierte Hintern wird auch im Spiel seinem Ruf gerecht.
Leider ist das auch der einzige Charakterentwurf, der einer PS3- oder Xbox-360-Grafik gerecht wird. Die zusätzlichen Cartoon-Versionen sind eine niedliche Idee, aber im Kampf und für das Geld eher Geschmackssache. In gefühlter 2D-Grafik auf gut animierte Clowns und Ninjas einzuprügeln wirkt doch etwas zu surreal.

Robins Kostümentwürfe sind ebenso detailgetreu animiert, halten sich dafür aber kaum an die Original-Version. Man kann mit Sicherheit darüber streiten, wie viel künstlerische Freiheit man bei der Umsetzung von Comics in Spiele aufbringen darf. Für Fans wie mich war es allerdings eher enttäuschend, dass ich nicht auf den ersten Blick wusste, welcher der Robins es war, der seinen kurzen Auftritt in Arkham City bekam. Tims Kostüm wirkt eher wie eine düstere Mischung aus seinem eigenen Outfit und Damians Fetisch für Kapuzen. Wer ihm schließlich noch den Rat gab, sich die Haare fast vollständig abzurasieren, gehört verklagt.


Eventuell lässt sich davon auch auf die Faulheit der Designer schließen, die offensichtlich sehr gern Kostüme, aber weniger gern Haare animieren. Wirklich, acht Skins für Batman in jeder Farbe und Form, aber nur ein Charakter zeigt uns einen Schopf? Tims Red Robin-Outfit dürfte in diesem Zusammenhang ebensowenig eine Herausforderung gewesen sein. Nicht umsonst nennen einige ihn so liebevoll "Condom-Head". Vielleicht lässt sich so auch erklären, wieso Nightwing so schändlich vernachlässigt wurde?

Etwas mehr Zuwendung wäre auch für die Stimmen gut gewesen. Zwar Ächzen die beiden leise bei Tritten und Schlägen, sonst jedoch sind sie so redselig wie Fische. Gerade, da beide Charaktere im Comic doch eher von der charmanten Sorte sind und Bruce in Wortgewandtheit sicher übertrumpfen könnten, schweigen sie. Meines Erachtens wurde da eine große Chance versäumt.
Dass in den 15 Euro inbegriffen noch einige Maps für die Riddler-Kampangen und Herausforderungen sind, macht die ganze Sache auch nicht runder. Sicher ist es hübsch, in Wayne-Manor herumzuhüpfen und die Gegner dort sind auch eine Herausforderung, länger als 15 Minuten knabbert man aber auch nicht daran.

Letztendlich hat mich das Bundle enttäuscht. Gerade als glühender Fan von Nightwing und den Robins ist dieser DLC doch eher ein Sammlerstück und nicht gerade eine Bereicherung für das Spiel. Etwas mehr Zeit für die Entwicklung der Charaktere samt Geschichte und das Bundle wäre ein Muss für jeden Spieler - nicht nur ein nettes Extra für die Fans. Dini

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21. November 2017 um 16:26 Uhr
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