Rock Band 3

(Artikel)
Rian Voß, 18. Januar 2011

Rock Band 3

Mehr braucht man nicht

Es wird Zeit eine Ära zu beenden. Wir haben Gitarren, wir haben Drums, wir haben Mikrophone, wir haben diese DJ-Plattenspieler und jetzt kommt auch noch das Keyboard hinzu. Lasst uns mit Rock Band 3 noch mal alle Plastikgeräte herauskramen und dem Genre einen tosenden Abschluss bescheren, bevor wir das Polycarbonat in Keller und Dachboden rümpeln und nur noch einmal jährlich hervorholen, bis sie vergessen werden und die Kinder sich fragen, was das für komische Geräte mit bunten Knöpfen sind.

Ich muss ja zugeben, dass ich bisher eigentlich eher der Guitar Hero-Befürworter war. Hauptsächlich weil... äh. Tja, keine Ahnung. Guitar Hero klingt epischer. Der letzte GH-Teil, den ich spielte, war der dritte, und ansonsten habe ich Mister Nagi bei seinen zwei Rock Band-Artikeln im Multiplayer unterstützt. Deswegen muss ich ein wenig zugeben, dass ich keine großartige Ahnung habe, was die Musikspiele zwischen Guitar Hero 3 und Rock Band 3 so standardmäßig geboten haben, aber ich verkläre euch einfach mal RB3 aus meiner Sicht, das wird schon nicht zu langweilig sein.


Das Grundspiel ist natürlich nach wie vor dasselbe: Spielt alleine, mit Freunden oder online Musik in einer Band, sei es mit den oben erwähnten Instrumenten oder mit Pro-Instrumenten, welche eigentlich wie "richtige" Musikwerkzeuge sind. Deswegen wahrscheinlich auch das Pro Guitar-Achievement "Spiel endlich 'ne richtige Gitarre!" Wenn ihr jetzt allerdings schon euren Controllerkasten schon voll habt, keine 60 Euro für ein Keyboard ausgeben wollt und euch nicht sicher seid, ob sich Rock Band 3 ansonsten lohnt, dann seid beruhigt: ihr könnt die Option freispielen, die Keyboard-Spur mit Gitarre herunterzufetzen.
Und die ganz normalen Kernelemente haben nun auch ihre Spitze des Gameplay-Berges erreicht: Die Töne in den Liedern sind fair und glaubwürdig gesetzt, die Controller lassen sich auf den Fernseher kalibrieren und bei zeitlich ganz leicht verhauenen Anschlägen ist das Spiel überaus gnädig. Es macht ja auch nur Spaß, wenn man sich selbst die Schuld geben kann und nicht wütend auf's Spiel sein muss! "Den habe ich doch angeschlagen! Ist der Controller kaputt oder was? Gawd, jetzt muss ich warten, bis die lange Note vorbei ist, kacke."

Und hier die Songs:
"20th Century Boy" - T. Rex
"25 or 6 to 4" - Chicago
"Antibodies" - Poni Hoax
"Beast and the Harlot" - Avenged Sevenfold
"The Beautiful People" - Marilyn Manson
"Been Caught Stealing" - Jane's Addiction
"Before I Forget" - Slipknot
"Bohemian Rhapsody" - Queen
"Break On Through (To the Other Side)" - The Doors
"Caught in a Mosh" - Anthrax
"Centerfold" - J. Geils Band
"China Grove" - The Doobie Brothers
"Cold as Ice" - Foreigner
"Combat Baby" - Metric
"The Con" - Tegan and Sara
"Crazy Train" - Ozzy Osbourne
"Crosstown Traffic" - The Jimi Hendrix Experience
"Dead End Friends" - Them Crooked Vultures
"Don't Bury Me... I'm Still Not Dead" - Riverboat Gamblers
"Don't Stand So Close to Me" - The Police
"Du Hast" - Rammstein
"Everybody Wants to Rule the World" - Tears for Fears
"False Alarm" - The Bronx
"Fly Like an Eagle" - Steve Miller Band
"Foolin'" - Def Leppard
"Free Bird" - Lynyrd Skynyrd
"Get Free" - Vines !The Vines
"Get Up, Stand Up" - Bob Marley & the Wailers
"Good Vibrations (Live)" - The Beach Boys
"The Hardest Button to Button" - The White Stripes
"Heart of Glass" - Blondie
"Here I Go Again" - Whitesnake
"Hey Man, Nice Shot" - Filter
"Humanoid" - Tokio Hotel
"I Can See For Miles" - The Who
"I Got You (I Feel Good) Alternate Studio Version" - James Brown
"I Love Rock 'n' Roll" - Joan Jett and the Blackhearts
"I Need to Know" - Tom Petty and the Heartbreakers
"I Wanna Be Sedated" - Ramones
"Imagine" - John Lennon
"In a Big Country" - Big Country
"In the Meantime" - Spacehog
"Jerry Was a Racecar Driver" - Primus
"Just Like Heaven" - The Cure
"Killing Loneliness" - HIM
"The Killing Moon" - Echo & the Bunnymen
"King George" - Dover
"Lasso" - Phoenix
"Last Dance" - Raveonettes
"Living in America" - The Sounds
"Llama" - Phish
"The Look" - Roxette
"Low Rider" - War
"Me Enamora" - Juanes
"Midlife Crisis" - Faith No More
"Misery Business" - Paramore
"Need You Tonight" - INXS
"No One Knows" - Queens of the Stone Age
"Oh My God" - Ida Maria
"One Armed Scissor" - At the Drive-In
"Outer Space" - The Muffs
"Oye Mi Amor" - Maná
"Plush" - Stone Temple Pilots
"Portions for Foxes" - Rilo Kiley
"Radar Love" - Golden Earring
"Rainbow in the Dark" - Dio
"Rehab" - Amy Winehouse
"Rock Lobster" - The B-52s
"Roundabout" - Yes
"Saturday Night's Alright (For Fighting)" - Elton John
"Sister Christian" - Night Ranger
"Smoke on the Water" - Deep Purple
"Something Bigger, Something Brighter" - Pretty Girls Make Graves
"Space Oddity" - David Bowie
"Stop Me If You Think You've Heard This One Before" - The Smiths
"The Power of Love" - Huey Lewis and the News
"This Bastard's Life" - Swingin' Utters
"Viva la Resistance" - Hypernova
"Walk of Life" - Dire Straits
"Walkin' on the Sun" - Smash Mouth
"Werewolves of London" - Warren Zevon
"Whip It" - Devo
"Yoshimi Battles the Pink Robots, Pt. 1" - The Flaming Lips

Natürlich sind sämtliche Musikstücke von Beginn an gleich freigeschaltet. Es macht auch Sinn, dass man alles sofort über den Quickplay-Modus alleine oder zusammen ansteuern kann, denn die Karriere des selbsterstellten Musikers hängt von sogenannten Goals ab - das sind Mini-Achievements, die man etwa für "Einen Song mit 100% durchspielen" oder "10.000 Hammer-Ons/Pull-Offs geschafft" bekommt, und die Fan-Leiste füllt. Eine volle Fan-Leiste schubst euch auf den nächsten Karriere-Meilenstein, welcher euch neuen Stuff für eure Charaktere bringt (genau wie jedes erfüllte Goal) und neue Road Challenges freischaltet.
Die Road Challenges sind dabei so etwas wie ein Karriere-Modus Light - man klappert auf einer Tour ein paar Städte ab, wählt sich pro Stadt eine von drei Set-Listen à zwei oder drei Liedern aus (das geht von fertigen Setlisten über themenbasierten Zufalls-Listen bis zu Listen, die ihr euch selbst zusammenstellen könnt, falls euch gar nichts vom Angebot gefällt). Will man in den Road Challenges Medaillen erobern, also Bronze, Silber und Gold, muss man natürlich einerseits in den Liedern am besten einen 5-Sterne-Score erhaschen, andererseits gibt es pro Setliste aber auch noch Zusatzziele, wie etwa "Schalte so oft wie möglich in den Overdrive-Modus" oder "Spiele bestimmte Sektionen so akkurat wie möglich". Dafür gibt es dann bis zu weiteren fünf Bonuspunkten, die auf die Medaillen angerechnet werden - und ganz genau: Für Medaillen gibt es Stuff für euren Charakter!

Das ist auch gleich ein sehr heißer Ansporn für alle Perfektionisten. Die Charaktererstellung ist relativ simpel und mächtig, da kann man schon ein paar halbe Stunden drin verlieren. Aber wenn man dann noch seine Rock-Legende ordentlich einkleiden möchte, weia. Da gibt's viel Auswahl und man braucht lange, bis man das passende Outfit gefunden hat, wenn man nicht gerade in totale Klischeemuster verfallen möchte. Aber selbst bei den Klischeemustern gibt es viel Variation! Und den auf diese Weise selbstgestrickten Charakter bei einer Performance über die Bühne hüpfen zu sehen hat dann auch schon etwas Befriedigendes. Es sei denn, ihr seid eine reine Frauenband und spielt was von Ozzy Osbourne, das hat dann eher was von Der Exorzist.


Zuletzt kommt Rock Band 3 natürlich immer noch etwas zugute, was Guitar Hero jetzt erst einigermaßen hinbekommt: eine gigantische, herunterladbare Musikbibliothek. Über 2000 Titel finden sich in der Marketplace- oder PSN-Datenbank und sorgen somit für unendlichen Nachschub an Stücken für Musik- und Musikspieleliebhaber.
Ganz ehrlich, Rock Band 3 ist das letzte Musikspiel, das ihr braucht. Es funktioniert alles wie es soll, es gibt nichts, was man nicht benötigt, es macht Spaß und es hat mehr zusätzliche Inhalte als dass sich euer Geldbeutel jemals leisten könnte. Mottet euren restlichen Guitar Hero- und Rock Band-Krams ein und kauft euch dieses Spiel. Rian

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23. Oktober 2017 um 17:30 Uhr
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