Lethal VR im Test

(Artikel)
Rian Voß, 26. November 2016

Lethal VR im Test

Erzfeind Ming-Vase im Visier

Der James Bond der Zukunft muss ja irgendwo trainieren. Allerdings sind Schießanlagen teuer, Waffen sind teuer, Munition ist teuer und wir haben ja sowieso kein Geld für nix. Also heißt es: Ab in die virtuelle Realität! Lethal VR ist eine von vielen, vielen, vielen VR-Schießanlagen. Warum solltet ihr also hier euer Geld lassen und nicht beim Zombie Training Simulator, Space Pirate Trainer oder Fruit Ninja VR?


Lethal VR ist in gewisser Hinsicht langweilig, denn es ist ein echter Schießstand. Keine Zombies, keine Drohnen, keine Früchte - einfach nur menschliche Pappfiguren und Ziele, die hin und her gleiten. Manchmal auch Vasen, die man zerdeppern darf. Und statt durch die Weltgeschichte zu kutschieren und beeindruckende Backdrops bewundern zu dürfen, steht man in einem Raum. Joa.

Das klingt irgendwie enttäuschend, hat aber einen Vorteil: Dadurch wirkt das Spiel realistischer. Wenn man mit einer albernen Laserknarre einem Roboter die Lichter ausbläst, dann ist das unterhaltsam. Wenn ich hier eine Glock benutze, um einen Zivilisten aus dem Fängen eines Verbrechers mit einem gezielten (und lauten) Kopfschuss zu befreien, dann denke ich mir: Wow, ich kann ja eigentlich ziemlich gut zielen!

lethal-01

Jetzt nutzt Lethal VR aber auch ein wenig die Möglichkeiten der virtuellen Umgebung. Nicht ausgiebig, aber subtil. Für manche Missionen kommen Wände aus der Decke gefahren, die dann ein "Haus" aufbauen, in dem man sich verteidigen muss. Oder man landet in einem Korridor, das mit Zielen nur so gefüllt ist - und man hat eine SMG in der Hand. Manche Missionen sind sehr herausfordernd und verlangen neben optischer Aufmerksamkeit auch ein gutes Gehör - etwa wenn hinter einem ein Ziel pneumatisch aus dem Boden zischt. Andere Level sind einfach nur Waffenpornos und man kann manisch lachend alle Pappkameraden fröhlich dahinschreddern. Das ganze Setting sorgt dafür, dass das Spiel echt wirkt, aber nicht so echt, dass man Reue für die durchlöcherten Flachverbrecher empfindet.

Hm. Wo ich das gerade ausgeschrieben habe: Ist das eigentlich Sinn einer Schießanlage? Dass man die Angst davor verliert, eine Waffe abzufeuern, aber sich gleichzeitig emotional distanziert, so dass man beim Schießen auf ein menschliches Ziel nicht lange überlegt und zögert, sondern das Muskelgedächtnis seine Arbeit tun lässt? Da gibt es doch bestimmt Studien...

lethal-02

Egal, wir waren beim Review: Lethal VR unterhält fünf Kurse mit jeweils sechs Leveln. Die Aufgaben haben oft einen kreativen Twist und es macht einfach Spaß, zu entdecken, was sich hinter einem krytpischen Missionsnamen verbirgt. Als sich meine Pistole zum ersten Mal in ein Messer verwandelt hat, habe ich vor Freude gejauchzt. Als dann später ein zweites Messer hinzukam, war ich hellauf begeistert! Und dann waren meine Arme lahm und ich wollte mich hinlegen...

Neben Messern und Pistolen (einzeln und doppelt im Akimbo nutzbar) gibt es auch Buschmesser, SMGs, Revolver, Shuriken und sogar den Rasierklingenhut. Die neuen Waffen tragen gut dazu bei, dass man mit dem Spielen nicht aufhören und immer neue Herausforderungen entdecken möchte. Auch wenn es manchmal Frustmomente gibt, etwa wenn mein Messer in der Nase eines bösen Buben steckt und er das vollkommen ignoriert.

lethal-03

Allerdings ist es auch schnell vorbei mit dem Spaß. Pro Mission braucht man etwa ein bis zwei Minuten. Das mal dreißig, also ist nach etwas über einer Stunde Schluss. Das wäre für ein kleines Spiel okay, wenn die Anforderungen an die Ränge höher wären. Stattdessen habe ich in sieben Missionen beim ersten Versuch die höchste Wertung abgegriffen und dadurch eigentlich keinen Grund mehr, die Missionen noch einmal anzufassen. Schade.

Lethal VR ist ein netter Arcade-Zeitvertreib mit abwechslungsreichen Aufgaben, dem es aber an Durchhaltevermögen mangelt. Die meisten werden das Spiel kaufen, es an einem Tag durchspielen und dann wieder deinstallieren. Für einen Preis von 14,99 Euro ist das okay-ish.

Lethal VR wurde auf der PC (Windows 10 64-Bit, 16 GByte RAM, Intel Core i5-4690, Nvidia GeForce GTX 970) mit HTC Vive getestet. Ein Testmuster wurde uns von Team 17 zur Verfügung gestellt.

Lethal VR

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Bisher hat dieser Artikel keine Kommentare. Sei der erste, der einen Kommentar veröffentlicht!
Gast
20. November 2017 um 20:08 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

Lethal VR
Spiel
Review
Sparte - Wenn es nicht bei drei auf dem Baum ist, testen wir es.
Virtual Reality
Themengebiet

Gefällt dir unser Artikel?

Spiele des Artikels

RELEASE
08. November 2016
PLATTFORM
HTC Vive
Plattform
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
Playstation VR
Plattform

Ähnliche Artikel