Rainbow Six: Siege im Test

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 07. Dezember 2015

Rainbow Six: Siege im Test

Kompetenter Teamshooter

Wenn einer Militärromane schreiben konnte, dann Tom Clancy. Der Roman Rainbow Six ist so bekannt, dass eine ganze Spieleserie daraus entstanden ist. Die gleichnamige Spezialeinheit kämpft dabei gegen den internationalen Terrorismus und rekrutiert seine Spezialisten frei von Ländergrenzen. Im neuesten Teil der Serie, Rainbow Six: Siege, liegt der Fokus diesmal aber ganz klar auf dem Multiplayer. Einzelkämpfer haben hier nun mal nichts zu suchen, vor allem weil eine Kampagne diesmal komplett fehlt.

Damit man nicht ganz ins kalte Wasser geworfen wird, darf man sich in elf Situationen mit den elf Karten vertraut machen. Alleine bekämpft man hier KI-Gegner und lernt so die Grundlagen kennen. Drei Schwierigkeitsgrade gibt es und solange ihr nicht auf "Realistic" spielt, sollte das alles ziemlich machbar sein. Realistic ist verdammt unfair, da die Gegner einen sofort sehen und binnen Nanosekunden totschießen. Falls ihr das dennoch schafft: Respekt. Durch die Situationen kann man erste Erfahrungspunkte und Renown sammeln, die Währung für Unlocks in diesem Spiel. Mit Renown schaltet ihr die Spezialisten für den Multiplayer und das Zubehör für deren Waffen frei. Diese könnt ihr frei aus den fünf vertretenen Spezialeinheiten rekrutieren: SAS, GIGN, FBI SWAT, SPEZNAZ und GSG9. Unterteilt werden diese dann noch in Angreifer und Verteidiger und jeder von ihnen bringt eine eigene Spezialfähigkeit mit. So hat SWAT-Angreifer Thermite spezielle Sprengladungen dabei, die auch Metallwände durchschlagen können, während SPEZNAZ-Verteidiger Kapkan Türen und Fenster mit Sprengfallen versehen kann. Für jeden Stil ist etwas dabei.

R6S2In unsere Festung kommt niemand rein.

Das Herz des Spiels ist ganz klar der Multiplayer. In Fünf-gegen-Fünf-Partien kämpfen zwei Teams darum, wer die bessere Taktik hat. Im Casual-Modus werden die Karte und der Spielmodus zufällig ausgesucht. Die Teams wechseln sich dabei mit Angriff und Verteidigung ab. Jede Runde beginnt erst mal mit einer Vorbereitungsphase, in der die Verteidiger Wände verstärken, Durchgänge verbarrikadieren und je nach Spezialist auch einige Fallen auslegen können, damit die Angreifer nicht an das Ziel kommen. Diese bekommen dafür erst mal ein paar Drohnen in die Hand gedrückt und dürfen das Gebäude erkunden, um herauszufinden, wo sich das Ziel genau befindet. Das ist nämlich in jeder Runde an einer anderen Stelle. Doch Vorsicht, die Verteidiger können die Drohnen zerstören, dann hat es sich ausgeschnüffelt. Nach 30 Sekunden fängt die Angriffsphase an.

Jeder Spezialist hat für die Angriffsphase ein ausgewogenes Sortiment an Waffen, angepasst an das Konzept der Einheit. Aufklärerin IQ trägt nur minimale Rüstung, kann sich dafür am schnellsten bewegen und kann wahlweise mit einem von zwei Sturmgewehren oder einem Maschinengewehr losziehen. Als Gadget muss man sich zwischen Blendgranaten und Breaching Charges entscheiden. Ihre Spezialfähigkeit erlaubt es ihr elektronische Gadgets wie Fallen, Störsender oder Kameras aufzustöbern. Der schwer gepanzerte Montange hält dabei am meisten aus, ist dafür nicht so schnell zu Fuß. Des weiteren verzichtet er auf eine Primärwaffe, da er eine Hand für seinen ballistischen Schild braucht, was ihn auf Pistolen beschränkt. Das Balancing ist gut gelungen und ich würde keine Einheit als übermächtig bezeichnen.

Dadurch ist Teamwork gefragt. Wer alleine in das Gebäude stürmt, der wird sehr schnell ins Gras beißen. Viel wichtiger ist es mit dem Team zusammen zu arbeiten, sich Rückendeckung zu geben und zumindest mitteilen, was man vor hat und wo man Gegner sieht. So ist es immer hilfreich, wenn ein Teamkollege eine Blendgranate bereit hält, während man mit einer Breaching Charge ein Loch in die Wand sprengt. Oder er sprengt selbst an anderer Stelle eine Wand, damit der Feind nicht weiß, worauf er schießen soll. Übrigens ist fast jede Wand zerstörbar und lässt sich mit Kugeln penetrieren, was einfach fantastisch aussieht. All das sollte bedacht werden. Deswegen hängt es auch stark von der Kommunikationsfreudigkeit der Teamkollegen ab, wie viel Spaß ihr mit Rainbow Six: Siege haben werdet. Am besten ist es natürlich, wenn ihr vier Freunde mitbringt. Die Ohren solltet ihr aber auch für andere Geräusche offen halten. Oftmals verraten sich Anrückende Gegner durch laute Fußstapfen. Und wenn es zum Kampf kommt, dann knallt der Wuchte Sound ordentlich in den Ohren.

R6S4Hab' da wen entdeckt.

Und so ist mein Fazit eigentlich genau so, wie man es wohl erwarten könnte: Rainbow Six: Siege ist ein Teamshooter durch und durch. Während man bei Counter-Strike oder Battlefield vielleicht noch als Einzelkämpfer gut was reißen kann, so ist man hier völlig fehl am Platz. Mikrofon ist Pflicht, da zum einen schnell reagiert werden muss, zum anderen man im Chat weniger Zeichen pro Nachricht zur Verfügung hat als bei Twitter. Ein gewisses Mindestmaß an Kommunikation solltet ihr schon mitbringen. Contentmäßig wird etwas wenig geboten, aber da die Ziele zufällig verteilt werden wird genug Abwechslung geboten und die elf Karten sind alle sehr gut gestaltet. Das Spiel ist sehr kompetent in dem, was es dem Spieler bieten will. Wer mal etwas anderes will als die ständigen Call-of-Duty-Dauerballereien, dem kann ich Rainbow Six: Siege wärmstens empfehlen. Ich werde auf jeden Fall noch einige Runden auf Terroristenjagd gehen.

Tom Clancy's Rainbow Six: Siege wurde auf dem PC (Windows 10 64-bit, 8 GByte RAM, AMD FX-8350, GeForce GTX 970 4GB) getestet. Ein Testmuster wurde uns von Ubisoft zur Verfügung gestellt.

Tom Clancy's Rainbow Six Siege

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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23. September 2017 um 07:43 Uhr
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01. Dezember 2015
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Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
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