The Last Tinker: City of Colors

(Artikel)
Rian Voß, 10. März 2014

The Last Tinker: City of Colors

Farbenlehre im Bürgerkrieg

Rassismus kann so einfach sein: Man nehme eine Handvoll Farben, verteile sie auf alle Bewohner einer Welt und spontan hat man Diskriminierung, Fehden und Krieg am Horizont. Nur in der City of Colors, wo der Affenjunge Koru mit seinem rüsseligen Freund Tap wohnt, ist noch alles in Ordnung. Aber auch mit der bunten Stadt der Farben geht es langsam den Bach runter, denn die Rote Bande stiftet Unfrieden. Ich habe ein bisschen in einen Preview-Build von The Last Tinker: City of Colors hineingeschnuppert.

Bereits 2012 gaben wir einen ersten Einblick in das Spiel vom deutschen Mimimi Productions. Am Grundkonzept hat sich nichts geändert: Im Action-Adventure bekommt Koru nach und nach Fähigkeiten, die auf den Stimmungen der Farben basieren, um die Probleme seiner Welt zu lösen.

tinker-gruenApropos Sättigung: Sattsehen ist angesagt.

Dabei tritt The Last Tinker gefühlt in große Fußstapfen: Megabunt, knuffig und mit Sprung- und Kampfeinlagen orientiert sich das Gameplay an den letzten großen Action-Adventures des vergangenen Jahrzehnts, allen voran Rayman 3: Hoodlum Havoc. Die Welt ist so farbenfroh, dass man spüren kann, wie einem beim Spielen das Diabetes durch die Pupillen kriecht, wahrt aber dank optischen Abwechslungsreichtums eine gewisse Eleganz - wenige Elemente wiederholen sich und auch jeder NPC hat auf die eine oder andere Weise seinen individuellen Anstrich, sei es durch Klamotten, einen Schnurrbart oder ein dickes Paket Muskeln.

Die Demo, die uns gegeben wurde, zeigt die ersten Spielminuten und schickt Koru durch den Tutorial-Parkour. Sprünge von Plattform zu Plattform funktionieren - ähnlich Assassin's Creed - automatisch per gedrückter Schultertaste des Controllers. Das wirkt für Jump-'n'-Run-Einlagen zuerst etwas enttäuschend, jedoch darf man schnell aufatmen: Eine kleine Sprungpassage über regelmäßig untertauchende Arme von Riesentintenfischen erfordert Timing und verspricht geschickte Herausforderungen. Auch kann Koru - wie Sonic - über Drähte und Seile grinden und der Spieler muss dort beim Ausweichen von Hindernissen Fingerspitzengefühl beweisen.

tinker-echsenJeder NPC ist knuffig. Jeder.

Den Rätselpart bedient die Demo mit der Hilfe eines debilen Riesenpilzes, der Koru auf Kommando hinterherläuft, Pilzwannen aktiviert und im späteren Spielverlauf mit Sicherheit für so originelle Denkaufgaben wie Druckplattenpuzzles verwendet wird - Beyond Good & Evil lässt grüßen.

Das letzte Quentchen Action kommt durch Kämpfe - Äfflein gegen Horde. Das Prügeln im Kreis herum, während man von Feinden umzingelt ist, erinnert stark an den Erfinder des Freeflow-Combats: die Batman-Arkham-Serie. Allerdings gingen die Herausforderungen des Previews nicht über simples Buttongemashe hinaus. Eine bedenkliche Entscheidung ist bislang das Kontersystem, denn im Grunde beläuft es sich auf ein "Boxe dem Feind, der dich angreifen will, mit der Angriffstaste ins Gesicht." Das scheint erst mal kein echtes Parieren zu sein. Mit dem weiteren Spielverlauf wird The Last Tinker hier aber hoffentlich auch tiefer graben.

tinker-kampfRote Farbe! Kein Blut! ROTE FARBE!

Am meisten überrascht haben mich Story und Charaktere. Zwar scheint das Spiel auf ein jüngeres Publikum getrimmt zu sein, jedoch wirkt die Sprache der Charaktere um einiges reifer und die reinen Text-Dialoge kommen organisch herüber. Gemischt mit der angesüßten Bigotterie-Geschichte, die noch für ordentlich Konfliktpotential sorgen kann, konnte mich The Last Tinker bereits in einer halben Stunde für das weitere Schicksal der Protagonisten interessieren. Andere Spiele schaffen das ihren Lebtag nicht.

The Last Tinker: City of Colors will viel und hat die Anlagen, seinen Willen durchzusetzen. Einige Gameplay-Elemente sind bekannt aus anderen Titeln, aber in einem sympathischen Setting vereint und ohne zu offensichtlich zu klauen ist das okay - solange nur ein gutes Spiel rauskommt. Auf Beyond Good & Evil 2 müssen wir ja wahrscheinlich noch bis zur nächsten Konsolengeneration warten. The Last Tinker: City of Colors soll dagegen schon im Sommer für Konsolen, PC, Mac und Linux erscheinen. Rian

Kommentare

Ben
11. März 2014 um 15:31 Uhr (#1)
Ich finde den letzten Tinker optisch schon mal sehr ansprechend. Es ist sehr bunt, aber nicht Mario-bunt, sondern nochmal anders. Wenn das Spiel ähnlichen Unterhaltungswert wie Beyond Good & Evil oder Rayman 3 hat, bin ich sehr gespannt.
Gast
17. November 2017 um 20:13 Uhr
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RELEASE
12. Mai 2014
PLATTFORM
Linux
Plattform
Mac
Plattform
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
Xbox One
Plattform - Nachfolger der Xbox 360 von Microsoft. Angekündigt am 21. Mai 2013, ist die Heimkonsole am 22. November 2013 in Deutschland und weiten teilen Eruopas erschienen.

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