Tink

(Artikel)
Haris Odobašić, 29. August 2012

Tink

Tinkering in Tinkerworld

Laut Terminkalendar war mein Kontaktmann Franzose, ich musste zum Stand des Vereinigten Königreiches im Business-Bereich und was erwartete mich? Eine Gruppe ehemaliger Gamedesign-Studenten aus München. Und das alles nur, weil sie mit einer in Holland ansässigen Crowdfunding-Plattform, die sich auf Videospiele spezialisiert hat, namens Gambitious zusammenarbeiten.

Was Gambitious ist? Eine Kickstarter-Alternative mit einem netten Twist! Denn wer bei Gambitious eine Spieleentwicklung unterstützt, kriegt nicht etwa ein T-Shirt, ein Poster oder einen exklusiven feuchten Händedruck der Entwickler, sondern erwirbt Anteile am Spiel. Im Klartext heißt das: wenn ihr ein Spiel unterstützt und sich das Teil dann ordentlich verkauft, verdient ihr mit. Hach, wäre die Ouya nur über Gambitious gelaufen...


Aber zurück zu Tink! Tink, das als Download-Titel für alle wichtigen Plattformen geplant ist, also nicht nur PC, sondern auch Mac, Xbox 360 und PS3, und voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres erscheinen soll, schickt euch nach Tinkerworld. Eigentlich eine idyllische und farbenfrohe Gegend, sind die unterschiedlichen Bewohner von Tinkerworld im Zwist -- und das teilweise wegen absoluten Kleinigkeiten, wie zum Beispiel welche Farbe denn toller wäre! Das Resultat dieser Streitereien: Bleakness überkommt die Welt, die alles trist und grau erscheinen lässt.

Also ist es euer Ziel, wieder etwas Schwung -- und Farbe -- in die Welt zu bringen. Und das macht ihr in der Haut von Tink, einem Jungen, der in der Lage ist, Farbe zu versprühen. Im Nahkampf. Mit seinen Fäusten! Und wenn Tink eben Sachen vermöbelt Farbe versprüht, hat das starke Auswirkungen auf die Umgebung. Denn die drei Farben, die Tink, zur Verfügung stehen, Rot, Blau und Grün, basieren alle auf einer Emotion, die dann eben den entsprechenden Effekt auf Gegner und Objekte hat.


Etwa steht Blau für Trägheit. Getroffene Gegner werden gelähmt, Objekte in der Spielwelt bleiben stehen. Grün hingegen bringt Angst, dann rennen eure Feinde weg. Ziemlich praktisch, wenn ihr gegen eine größere Schar an Monstern kämpfen müsst und erst mal den dicken Zwischenboss in die Ecke zum Weinen schickt, ehe ihr seine kleinen Schergen zusammenfaltet. Und Rot steht für Wut, macht demnach Sachen schneller. Außerdem ist Rot die einzige Farbe, mit der ihr den Feinden Schaden zufügen könnt!

Und wenn Tink gerade eben keine Puzzle mit seinen Farben löst oder sich unterschiedlichster Gegner erwehrt, dann springt er auch gerne durch die Gegend. Aber das Spiel entfernt sich hier etwas vom traditionellen Plattformer-Gameplay und setzt eher auf ein Assassin's-Creed-ähnliches System, bei dem ihr semi-automatisch springt, an Wänden entlangrennt, wie Sonic über Stangen grindet und so weiter. Hat natürlich den Vorteil, dass man so den Spieler ein bisschen coolere Sachen machen lassen kann als beim normalen Sprungtasten-System, und dürfte außerdem hoffentlich verhindern, dass das fertige Spiel irgendwelche unnötig frustrierenden Plattformpassagen hat.


Tink ist einer dieser Fälle, wo vieles von der Kreativität der Entwickler abhängt, denn das Konzept klingt schmackthaft und das Grundgerüst beim Gameplay stimmt. Gerade durch den kunterbunten Grafikstil, der euch den Eindruck gibt in einer Pappmaché-Welt gelandet zu sein, fühlte ich mich seeling an die 3D-Plattformer und Action-Adventures vergangener Tage, insbesondere der glorreichen N64-Zeit, erinnert. Aber so spaßig die ersten 10 - 15 Minuten des Spieles sind, sollte sich Repetition einstellen, könnte das dem Spielspaß schnell das Genick brechen.
Glücklicherweise schienen die Entwickler im Gespräch nur so vor Ideen zu sprudeln, dass man hier doch vorsichtig optimistisch sein kann, dass uns Ende nächsten Jahres endlich mal ein richtig guter Indie-Titel eines deutschen Entwicklerstudios auf den Download-Portalen erwarten könnte. Weitere Informationen zu Tink gibt es entweder auf der Webseite der Entwickler Mimimi Productions und natürlich direkt beim Gambitious-Projekt, wo man sich auch als Investor versuchen kann. Evil

Kommentare

Rian
29. August 2012 um 10:33 Uhr (#1)
Wat, Angriff auf B? Das riecht nacht Nintendo-Sozialismus!
Jozu
29. August 2012 um 12:21 Uhr (#2)
Ja, das sollten sie vielleicht noch ändern.
Gast
17. November 2017 um 20:13 Uhr
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Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
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Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
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Plattform - Nachfolger der Xbox 360 von Microsoft. Angekündigt am 21. Mai 2013, ist die Heimkonsole am 22. November 2013 in Deutschland und weiten teilen Eruopas erschienen.

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