Krieg for real

(Artikel)
Haris Odobašić, 28. Dezember 2009

Krieg for real

Operation Flashpoint: Dragon Rising

Es gibt Kriegsspiele und dann gibt es Operation: Flashpoint. Titel wie Call of Duty oder Medal of Honor versuchen den Krieg in einem möglichst realistischen Spiel zu verpacken. Operation: Flashpoint hingegen nimmt den Krieg und baut ein Spiel außenrum. Der Konflikt, in dem es in diesem Fall geht, ist fiktional zwischen Russland, China und den USA. Die Chinesen und die Russen bekriegen sich um eine Insel vor ihrer Küste, die ein reiches Ölvorkommen besitzt, während die Amerikaner durch ein Abkommen verpflichtet sind Russland beizustehen. Ihr schlüpft in die Rolle eines amerikanischen Soldaten, der an der Front als Teil des Saber Teams eingesetzt wird.


Gleich bei den Waffen kann man besonders schön den Gegensatz zwischen normalen Kriegssimulationen und Operation: Flashpoint zeigen. Versuchen Entwickler etwa bei Modern Warfare 2 die Waffen möglichst gut auszubalancieren, dass man jede Knarre nutzen kann und es keine Überwaffe existiert, sind solche Gameplay-Fragen für die Codemasters-Entwickler sekundär. Da geht es nur um die realistische Nachbildung der Waffen sowie ihrer ballistischen Eigenschaften. Und meint ihr, ihr dürftet in einem modernen Shooter gerne auch mal mehrere hundert Meter durch leere Pampa laufen ohne dass irgendwas passiert? Tja, bei Operation Flashpoint habt ihr eine große, komplett begehbare Insel zu eurer Verfügung. Von einem Ende zum anderen dauert es über acht Stunden zu Fuß!

Weitere Beispiele für Realismus und Detailtreue findet man bei Luftschlägen. Kann man bei anderen Spielen meistens nur Richtung eines simplen Artillerieschlags auswählen, bietet Codemasters Titel einem die Möglichkeit zwischen Munitionstypen, Streuung und Art des Luftangriffs zu wählen. So viele Optionen bietet kein mir bekanntes Spiel.


Auch die Grafik spielt, vor allem bei den Effekten, sehr gut mit. Es gibt einen Tag/Nacht-Wechsel, der natürlich die Sicht dementsprechend einschränkt. Genauso wie auch eine große Bombe viel Staub aufwirbelt, der dann auch seine Zeit braucht, um sich zu legen, und deswegen als taktischer Vorteil genutzt werden kann. Wenn aber mal das Wetter stimmt könnt ihr quasi unendlich weit sehen.

Abgesehen von dem Realismus bietet das Spiel aber dann doch Standardprogramm. Missionen sind meist modular aufgebaut nach dem Motto "Geh zu A, dann zu B, dann zu C". Selten passiert es aber, dass mal etwas Unvorhergesehenes geschieht. Auch eine richtige Story fehlt.

Insgesamt ist Operation Flashpoint: Dragon Rising jedem "Kriegsfan" ans Herz zu legen, könnte aber Gelegenheitsspieler durch seine manchmal langen und trägen Passagen etwas abschrecken. Dafür bietet es aber eine dichte Atmosphäre, ordentliche Grafik und das wohl derzeit realistischste Kriegserlebnis. Außer natürlich ihr geht zur Bundeswehr. Wobei... Evil

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23. Juni 2017 um 17:37 Uhr
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