Test: Mega Man X3

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 27. September 2016

Test: Mega Man X3

Ein hartes Stück Arbeit

Capcom war noch nicht fertig mit dem SNES. Das N64 stand bereits vor der Tür, da gibt es noch ein letztes Mega-Man-X-Spiel für eine Nintendo-Konsole. Mega Man X3 schließt diese Ära ab und bietet erneut Bekanntes und Neues aus dem Leben des Blauen Bombers. Ein Reploid-Wissenschaftler mit dem Namen Dr. Doppler (was für ein subtiler Name) hat angeblich ein Mittel gegen den Maverick-Virus gefunden. Zusammen mit den geheilten Reploids gründet er die utopische Stadt Dopplertown. Doch plötzlich werden alle geheilten Reploids zu Mavericks und erklären der Menschheit den Krieg. Ihr erstes Ziel ist mal wieder das Hauptquartier der Maverick Hunter. Ein Fall für X und Zero.

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X3 fängt natürlich auch mit einem Introlevel an. Doch diesmal gibt es ein schönes Bonbon. Nach kurzer Zeit wird X von einem ehemaligen Maverick Hunter gefangen genommen. Wer soll jetzt die Welt retten? Tja, in dem Moment kracht Zero durch die Decke, epische Musik ertönt und... oh mein Gott, man kann Zero spielen! Und Zero ist erst mal richtig stark. Er hat volle Lebensenergie und vollen Buster, welcher sich in insgesamt vier Stufen aufladen lässt: kleine Ladung, große Ladung, doppelte Ladung und Z-Saber. Letzteres tötet jeden Gegner mit einem Treffer. Nachdem man X gerettet hat, geht die Kontrolle zurück zu ihm. Aber wer Zero noch mal spielen will, der kann das in jedem Level - mit Einschränkungen. Er kann durch keine Türen gehen, weder Miniboss noch Boss, er profitiert von keinerlei Upgrades und am wichtigsten: Wenn Zero stirbt, dann ist er futsch für den Rest des Spiels. Und ehrlich gesagt, so cool es ist Zero zu spielen, es bringt selten etwas, vor allem sobald man ein paar Upgrades für X erhalten hat. Dennoch nett.

Der Rest ist an sich Altbekanntes. Acht Mavericks, acht Lebensenergieupgrades, vier Dr.-Light-Kapseln für Upgrades und vier Subtanks. Die Kapseln sind diesmal ein doppelladbarer X-Buster mit Kombofunktion (wenn beide Projektile kollidieren, formen sie ein ausgefächertes Supergeschoss), Airdash, weniger Schaden mit einem kurzen Schild, nachdem man getroffen wird, welches weiter den Schaden verringert, und ein Radar, der einem am Anfang des Levels das Layout zeigt und die Fundorte der Items hervorhebt. But wait, there's more.
In manchen Leveln findet man Plattformen an denen man eine Ride-Armor spawnen kann. Aber dafür muss man erst mal das Basismodell finden und es gibt in drei anderen Leveln noch Mods für die Ride-Armor zu finden. Sind nett, dienen aber nur dazu, um an weitere Upgrades zu kommen. Spannender sind die vier rosafarbenen Dr.-Light-Kapseln. In diesen findet man Upgradechips für die normalen Upgrades. Der Nachteil: Man kann nur einen Chip installieren. Ihr habt die Wahl zwischen einem zweiten Airdash, längerem Schild nach einem Treffer, Regeneration wenn man kurz still steht und die Gigacannon, welche durch erlittenen Schaden aufgeladen wird und euch Dauerfeuer Chargeshots gibt. Ich gestehe, ich habe die nie genutzt. Ich habe mich auch nie für einen Chip entschieden, weil ich von dem goldenen Chip wusste, welcher euch alle vier Upgrades gibt und X Gold anmalt. Ist natürlich versteckt.

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X3 ist übrigens bockschwer. Und dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist das Leveldesign anspruchsvoller, zum anderen gibt es kaum Kanonenfuttergegner im Spiel. Man muss lernen, wie man sie effektiv knackt oder ganz umgeht. Viel entscheidender sind hier aber die Bosskämpfe. Sie verzeihen nicht so viele Fehler und bieten nicht so viele Möglichkeiten zum Gegenangriff. Nicht mal die Hälfte von ihnen werden wie üblich zur Formalität, wenn man die Waffe hat, gegen die sie anfällig sind. Ihr müsst euch konzentrieren, sonst wird das nichts. Und Sigma wird euch vernichten. Ach ja, Spoiler: Sigma ist der wahre Bösewicht, wer hätte das gedacht.

Ein weiteres nettes Detail: Auch diesmal sind spezielle Minibosse unterwegs, die erschaffen wurden, um X zu töten. Wenn man sie mit der richtigen Waffe tötet, dann werden sie später durch andere Bosse ersetzt. Komplett optional ist auch ein Bosskampf gegen Vile und auch hier gilt: Wer mit der richtigen Waffe den letzten Treffer landet, der wird ihn in den Doppler-Stages nicht noch mal bekämpfen müssen.

Mega Man X3 stellt sich besser an als X2. Ja, es ist schwerer, doch dafür ist das Leveldesign besser, die Mavericks sind durchweg gut designt, die Kämpfe sind knackig und die Musik ist auch bei Dauerbeschallung noch angenehm. An das Original reicht es leider doch nicht. Interessanterweise gibt es von X3 übrigens auch eine PlayStation- und Sega-Saturn-Version. Diese ist inhaltsgleich zur SNES-Version, bietet dafür aber Anime-FMV-Intros, welche eigentlich nichts ändern, und die Musik wurde geremixt. Diese Remixe sind mal besser als das Original, mal eher schlechter. Diese Version ist auch in der Mega Man X Collection enthalten, welche wir in Europa nie bekommen haben. Stark verabschiedet sich die Serie vom SNES. Und damit auch von mir. X4 bis X8 habe ich nie gespielt. Das muss ich irgendwann nachholen.

Mega Man X3 wurde auf dem New Nintendo 3DS getestet. Für den Test hat sich der Redakteur das Spiel selbst gekauft.

Mega Man X3

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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21. Oktober 2017 um 10:23 Uhr
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15. Mai 1996
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iOS
Plattform - Apples Betriebssystem für Mobilgeräte.
New Nintendo 3DS
Plattform - Überarbeitete Version des Nintendo 3DS mit einem neuen Prozessor und verbessertem 3D-Effekt. Der N3DS hat einen zweiten Stick und zwei zusätzlichen Schultertasten. Am 11. Oktober 2014 in Japan erschienen, ist er europaweit seit dem 13. Februar 2015 erhältlich.
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