Job Simulator im Test

(Artikel)
Rian Voß, 02. Juni 2016

Job Simulator im Test

Virtual Reality, die gute Laune macht

Der Job Simulator ist als eines der ersten Spiele für VR-Brillen eigentlich kein richtiges "Spiel". Man bekommt eigentlich nur einfache Anweisungen, die man dann ohne Zeitlimit ausführen muss. Das gelingt dem Job Simulator aber mit so viel Charme, dass ich in meiner ersten Sitzung vor lauter Grinsen eine Gesichtslähmung erlitt.

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Im Grunde genommen ist der Job Simulator so eine Art gemütliche Tech Demo. Wenn man gerade fast 900 Euro in Richtung Taiwan geworfen hat und zum ersten Mal die Brille aufsetzt, dann will man aber auch vielleicht nicht unbedingt mit einer interaktiven Achterbahnfahrt anfangen, bei der man binnen Sekunden seine Eingeweide herausgöbelt oder blind umherspringend seine ganze Einrichtung zerlegt. Insofern liefert der Job Simulator genau das, was der Anfänger braucht: eine sichere Umgebung, in der man ein wenig herumspielen und sich von der Genauigkeit der Bewegungscontroller überzeugen kann.

Und wenn das alles ist, was Job Simulator erreichen wollte, dann ist ihm das bravourös gelungen. Gleich zu Beginn wird man in einen Raum gebeamt, in dem die Menschen nach den Roboterkriegen die gute alte Zeit in vier authentisch rekreierten Jobs nacherleben können. Natürlich ist im Laufe der Geschichte einiges an Dokumentation verloren gegangen und wird, na ja, nicht ganz akkurat überliefert, aber so ist das halt nach einem Genozid.

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Jedenfalls kann man in diesem ersten Raum gleich Dinge in die Hand nehmen und werfen und herumgehen und mit seinen Cartoonhänden allerlei Blödsinn anstellen. Das wird in den vier Jobs nicht wirklich anders. Es ist zwar lustig, als Automechaniker, Kassierer, Büroangestellter oder Burgerwender die angezeigten Aufgaben zu erfüllen, aber die richtige Unterhaltung kommt einfach durch das Herumblödeln.

Jeder Job hat ganz viel Kram herumliegen, mit dem man herumexperimentieren kann. Ich sprühe mit dem Feuerlöscher ein Toastbrot an und röste es schwarzweiß. Ich vergrößere eine Münze und gebe sie als Wechselgeld. Ich jongliere mit Bananen, weil die Vive-Controller dafür genau genug sind und richtig schöne Wurfübungen zulassen. Oder ich kopiere Geld am Kopierer, weil so haben Kopierautomaten früher (also heute) funktioniert! Leider steht dann "Fälschung" auf dem Geldschein drauf. Schade...

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Es hat auch wirklich nicht lange gedauert, bis ich im Spiel "drin" war. Es ging fast gruselig schnell. Kaum lud ich den ersten Level und ein fliegender Fernseher sagte "Hallo" zu mir, da hob ich meine Cartoonhand und rief "Hi!" zurück. Dann bemerkte ich, dass ich ja eigentlich in einem leeren Raum stand und wahrscheinlich gerade mit meiner Jacke redete. Das war mir aber recht egal - ich stellte das virtuelle Radio an und begann zu generischer Menschenmusik zu tanzen, während mich mein "Boss" instruierte, wie man die Autos seiner Kunden sabotiert.

Job Simulator ist gespickt mit Details und kleinen Witzchen, die das Spiel einfach nur sympathisch gestalten. Man kann Donutringe an Reifen anbringen oder Chilisoße als Slushie verkaufen, seinen Kopf in den Kühlschrank stecken oder einfach Leuten ganz viel Kram ins Gesicht schmeißen. Pro Job ist man etwa eine Stunde beschäftigt, was vollkommen okay für ein Spiel ist, das einfach nur zeigen soll, was das System so drauf hat. Und wenn man damit fertig ist, hat man Hunger auf MEHR.

Job Simulator wurde auf dem PC (Windows 10 64-Bit, 16 GByte RAM, Intel Core i5-4690, Nvidia GeForce GTX 970) mit HTC Vive getestet. Für den Test hat sich der Redakteur das Spiel selbst gekauft.

Job Simulator

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Talis
20. Juni 2016 um 13:32 Uhr (#1)
Mein erster Gedanke am Kopierer:
Kann ich MICH kopieren?!
Den obligatorischen Po-Scan kann man auf Grund fehlenden Trackings des selben nicht vollziehen, aber Kopf und Hände sind getrackt - erstaunlich was unsere Kopierer von heute in der Zukunft alles können! :D
Rian
22. Juni 2016 um 00:19 Uhr (#2)
Ich finde es auch gut, dass beim Hand-Kopieren neue Hände herauskommen. Davon kann man immer mehr gebrauchen.
Talis
03. Juli 2016 um 20:00 Uhr (#3)
Ja, grade auch wenn der Schredder in der Nähe ist!


Allerdings wird die tolle VR-Erfahrung im Kaufmannsladen schnell zum Albtraum,
wenn man beginnt wahllos und möglichst schnell Rubbellose aus der Schublade zu ziehen (was erstaunlich gut gelingt, nur nicht sehr lange...) - ich übernehme keine Haftung bei Nachahmung!
Rian
03. Juli 2016 um 22:28 Uhr (#4)
Stimmt, ich habe bislang noch nicht ausgetestet, was passiert, wenn man das Spiel komplett mit Objekten überlädt. Wahrscheinlich werde ich mich gnadenlos erbrechen, aber daraus könnte man ja auch mal ein wundervolles Let's Barf machen :D
Talis
16. November 2016 um 14:44 Uhr (#5)
Was mir grade beim erneuten durchspielen von Office Worker aufgefallen ist: man kann anderen Bots, sofern sie eine Brille tragen und sie in Reichweite sind, eben diese wegnehmen und selbst aufsetzen! Gleiches gilt für die Partyhüte! Großer Spaß :D
Rian
16. November 2016 um 22:41 Uhr (#6)
Japp :D
Gast
15. Dezember 2017 um 18:50 Uhr
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05. April 2016
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