Vorschau: Dying Light 2

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 05. September 2018

Vorschau: Dying Light 2

Entscheidungsfreiheit im Zombieland

Das Ende der Welt ist noch immer ein faszinierendes Thema in Spielen. Mit Dying Light hat Entwickler Techland mal einen etwas anderes Ansatz gefunden. Im Fokus des Spiels stehen Klettern und Nahkampf in einer postapokalyptischen Zukunft. Mit Dying Light 2 wird diese Idee fortgesetzt. Was die Entwickler dafür geplant haben, ist nicht gerade wenig.

Dying Light 2 soll 15 Jahre nach dem ersten Teil in einer großen, Osteuropäischen Metropole spielen, die immer noch ein Problem mit Infizierten hat. Um in dieser Stadt zu überleben, müssen Spielerinnen und Spieler immer wieder Entscheidungen treffen, durch die sich die Spielwelt verändert. Und diese Veränderung sorgt wiederum dafür, dass weitere Entscheidungen getroffen werden können - welche das sind, hängt davon ab, was man vorher gemacht hat. So baut sich für jeden eine individuelle Geschichte auf. Ein Konzept, das Techland als "Narrative Sandbox" bezeichnet und das in Teilen an die Mittelerde-Spiele erinnert.

Wie das aussehen kann, wurde mir in einer Live-Demo auf der Gamescom gezeigt. Der Protagonist hat von einer der Fraktionen, den Peacekeepern, einen Auftrag entgegengenommen. Ein Späher sollte einen Wasserturm erkunden, ist aber nie zurückgekehrt. Spielerinnen und Spieler sollen Nachforschungen anstellen. Es ist hellichter Tag, auf der Straße lungert ein Infizierter, der es nicht rechtzeitig zurück zu seinem Unterschlupf geschafft hat und ist deswegen geschwächt. Ein Schlag und er segnet das Zeitliche! Weiter geht es durch einen solchen Unterschlupf, in dem die Infizierten gerade schlafen. Man schleicht sich hindurch und natürlich gibt es am Ende ein Geräusch, die Infizierten erwachen und jagen den Protagonisten. Ein beherzter Sprung aus dem Fenster bedeutet schließlich die gelungene Flucht.

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Etwas weiter in der Stadt plündern Banditen gerade einen Zombie-Unterschlupf. UV-Lampen helfen ihnen dabei, die Infizierten schwach zu halten. Der Protagonist beschließt, die Banditen auszuschalten, tötet zwei von ihnen leise, erregt aber die Aufmerksamkeit des dritten. Tote Kameraden lässt niemand gerne auf sich sitzen und erneut wählt der Protagonist die Flucht. Dank seiner Parcourfähigkeiten gelingt es ihm auf ein Dach zu klettern, aber dort sitzen schon weitere Banditen mit Pfeil und Bogen. Nach weiteren Dächern findet sich ein Versteck und die Banditen geben nach.

Dort ist auch der Wasserturm, wie praktisch. Die Spitze ist nur durch Klettereinlagen zu erreichen und auch hier will Techland das Spiel erweitern. Wie in Prince of Persia wartet im Turm ein Parcour-Puzzle, der Protagonist muss herausfinden, wie er zur Spitze klettern kann. Dort angekommen warten zwei zwielichtige Gestalten auf ihn, John und Jack, die den Turm in Besitz genommen haben und keinen Hehl daraus machen, dass sie den Peacekeeper-Späher auf dem Gewissen haben. Zeit, sich zu entscheiden. Hält man zu den Peacekeepern, steht ein Kampf bevor. Der Protagonist entscheidet sich dafür.

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Im Kampf gilt es vor allem, die Ausdauer gut zu managen. Angreifen und Blocken kostet Ausdauer, die Schläge sollten also sitzen. Der schwächere der beiden Gegner, John, ist schnell besiegt, doch Jack hat mehr auf dem Kasten. Wie ich es aber von anfang an dachte, fliegt er am Ende aus dem Turm, indem der Held sich an einem Rohr schwingt und so über die Kante hinweg tritt.Der Turm gehört nun den Peacekeepern und das verändert das gesamte Viertel, welches nun in ihren Fraktionsfarben erstrahlt. Von Infizierten und Banditen ist auf den Straßen nichts zu sehen, dafür fürchten die Bürger sich davor, irgendwelche Fehler zu machen, denn die Peacekeeper haben eine Null-Toleranz-Politik. Man wird Zeuge von öffentlichen Hinrichtungen. Einige Pfade sind einfacher zu bestreiten, da die Peacekeeper Seile und Rampen aufgebaut haben und das Wasser aus dem Wasserturm ist gratis für alle, die sich an ihre Gesetze halten.

Es geht aber auch anders. Man könnte auch mit Jack einen Deal gemacht haben, der die Peacekeeper aus der Region fernhält. Dann muss man immer noch auf Banditen und Infizierte aufpassen und mehr Klettern, um über Mauern zu kommen. Das Wasser ist nicht kostenlos, aber vergünstigtund bei Jack kann man einen Anteil am Gewinn bekommen. Ist das besser als die Peacekeeper-Variante? Das müsst ihr wissen, es ist euche Entscheidung und eure Geschichte.

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Es hätte auch ganz anders laufen können. Die Peacekeeper-Mission wurde erst durch frühere Entscheidungen möglich. Wenn es anders gelaufen wäre, würde Jack den Turm zwar weiterhin beanspruchen, hat aber keinen Grund für einen Deal mit dem Protagonisten. Das wird im Koop-Modus sehr interessant, da immer die Welt des Hosts benutzt wird und Besucherinnen und Besucher somit eine Chance haben herauszufinden, was hätte anders laufen können.

Ich bin vorsichtig Optimistisch mit Dying Light 2, denn alles was gesagt und gezeigt wurde, klingt verdammt interessant und gut. Das Spiel verspricht eine vier mal größere Welt als Dying Light 1 plus DLC und soll aktiv formbar sein. An Ambitionen fehlt es den Entwicklern nicht. Ob sie auch umsetzen können, was sie vorhaben, wird sich zeigen. Als Release ist bisher nur grob für 2019 geplant.

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17. November 2018 um 10:27 Uhr
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