Turtle Beach PX24 im Test

(Artikel)
Adrian Knapik, 01. November 2015

Turtle Beach PX24 im Test

Multiplattform Sound-Spektakel

Turtle Beach wollen sich an einer Multiplattform-Variante ihrer sonst plattformspezifischen Gaming-Headsets versuchen. Mit dem multiplattform-fähigen PX24 weicht der Hersteller dabei von der bisher typischen Design-Linie ab und veröffentlicht ein deutlich schlankeres und unauffälligeres Kopfhöher-Modell für alle gängigen Plattformen. Ob das neue Modell trotz der schmaleren Ohrmuscheln an die Leistung der bisherigen Flaggschiffe herankommt, erfahrt ihr in unserem Test.

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Trotz der Design-Veränderung gleicht die Verpackung allen bisherigen Turtle-Beach-Headsets. Somit kriegt man ein Misch-Masch aus minderwertig wirkendem Plastik und hochwertigem Inneren präsentiert, das erst sein volles Potenzial entfaltet, wenn man die äußere Schicht beseitigt hat. Im Inneren findet man dann das Headset mit dem fest verbauten Mikrofon, eine kleine Box mit doppelt eingepacktem Kabel und dem kleinen Verstärker, der auf Wunsch zwischen Kopfhörer und Gerät geschaltet wird, sowie einen kleinen Beipackzettel. Eine ausführliche Bedienungsanleitung fehlt.
Sofort springt das schwarze Leder ins Auge, das an den Außenbereich des Bügels genäht wurde. Das verleiht dem Ganzen einen sehr edlen Eindruck und erinnert weniger an ein Gaming-Headset und mehr an Business-Kopfhörer. Erst das große Mikrofon deutet wieder in die andere Richtung. Neben diesem optischen Highlight fällt auch das geringe Gewicht auf. Von der Verarbeitung her gibt es nichts zu bemängeln und man hat durchaus den Eindruck, ein Produkt für 100 Euro in der Hand zu halten.

Das geringe und gut ausbalancierte Gewicht spiegelt sich auch beim Tragekomfort wieder, der wirklich hervorragend ist und einen nicht davor abschreckt, das Headset mehrere Stunden am Stück auf dem Kopf zu behalten - wären da nicht die für große Ohren etwas knapp geratenen Ohrmuscheln, die auch noch zusätzlich mit etwas zu hartem Dichtungsstoff ausgestattet wurden. So hat man um die Ohren ständig ein präsentes Druckgefühl, das sich allerdings nicht durch eine besondere Abschirmung von Außengeräuschen rechtfertigt – denn trotz des harten Stoffes hört man nahezu alles, was um einen herum passiert. Da ich selbst eher kleine Ohren habe, sind die Probleme nicht so gravierend – für Leute richtigen Lauscher könnte dieses Druckgefühl auf den Ohren aber umso unangenehmer sein. Auch für Brillenträger ergibt sich hier ein Problem, da der Stoff so fest gegen das Brillengestell drückt, dass weiterer Druck gegen den Kopf entsteht. Hier sollte man auf jeden Fall versuchen, das Headset einmal zur Probe aufzusetzen, bevor man es sich kauft. Das Verbindungskabel ist vor allem für PC-Spieler etwas kurz geraten, wenn man den Rechenknecht nicht direkt neben sich stehen hat. Auch dass durch die Multiplattform-Kompatibilität das Sound- und Mikrofon-Kabel kombiniert wurden, könnte bei dem einen oder anderen PC-Spieler für Probleme sorgen. Wenn man keinen zusammengeführten Sound- und Aufnahme-Anschluss am Rechner besitzt, muss man sich zwangsweise noch einen kleinen Adapter dazukaufen, um auch das Mikrofon nutzen zu können.

PX24_SuperAmp

Der kleine "SuperAmp" getaufte Verstärker, der zwischengeschaltet werden kann, wird mit einem Akku betrieben. Aufgeladen wird der Akku per USB-Kabel, wobei man ein deutliches Grundrauschen erhält, wenn man das Headset gleichzeitig lädt und benutzt. Glücklicherweise hält der Akku des Verstärkers recht lange, sodass ich während der Testzeit über eine Woche nur einmal nachladen musste – und wenn der Akku während des Spielens doch mal zur Neige geht, wird der Sound trotzdem weiter übertragen, wenn auch ohne eingestellte Extras. Der SuperAmp ist ausgestattet mit einem Schieberegler, den man zwischen PC, PS4 und Xbox One umschalten kann, einem Drehrad auf der anderen Seite, und drei Knöpfen auf der Vorderseite. Mit dem großen mittleren Knopf stellt man die Einstellung ein, die man gerade mit dem Drehrad verstellen möchte. Darunter fallen die allgemeine Lautstärke, der Raumklang, die Spiegelung des Mikrofons und der Bass Boost. Die beiden anderen Knöpfe sind zum Aktivieren und Deaktivieren des Mikrofons und des "Superhuman Hearing"-Features gedacht. All diese Funktionen lassen sich kinderleicht bedienen und die Druckpunkte aller Knöpfe sind gut justiert, so kann man auch ohne Hinzuschauen alle Funktionen regeln und umschalten. Der kleine Verstärker meldet sich übrigens mit akustischen Tönen, falls der Akku zuneige geht oder man das Minimum und Maximum einer Einstellung erreicht.

Der Sound des PX24-Headsets lässt sich als bestens ausbalanciert beschreiben. Alle Höhen und Tiefen werden tadellos und kristallklar wiedergegeben, das ändert sich auch nicht, wenn man an den Einstellungen vom Verstärker herumwerkelt. Einzig das Superhuman Hearing entzieht dem Sound, wie bei den anderen Flaggschiffen von Turtle Beach, jegliche Tiefen – erreicht dafür aber wiederum eine sehr gute Raumwiedergabe. Gerade wenn man Schrittgeräuschen lauscht, wie in Counter Strike: Global Offensive, ist die Funktion von großem Nutzen und kann auch durch das blitzschnell mögliche Ein- und Ausschalten am Verstärker besser genutzt werden, als über die Software von den anderen Turtle Beach-Headsets. Durch den stufenweise einstellbaren Bass Boost kann auch ein jeder sich den optimalen Level an Bass einstellen, hier werden alle glücklich. Auch zum Musikhören eignen sich die Kopfhörer aufgrund des satten Sounds hervorragend. Das Mikrofon ist ein weiteres Highlight: optisch zwar durch den schwarzen Wattebausch nicht so ansprechend, erfüllt es in Sachen Qualität durchaus seinen Zweck und bietet eine klare Stimmenaufnahme. Durch das sehr flexible Verbindungsstück lässt sich das Mikrofon auch in jede Position biegen und drehen, wie man möchte – und wenn man es gerade nicht benutzt, dreht man es einfach in die Ausgangsposition neben den Bügel.

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Das Turtle Beach PX24 ist ein wunderbares Stück Technik, das den Markt der Multiplattform-Headsets auf ein neues Level hebt. Der SuperAmp-Verstärker funktioniert super und der Sound überzeugt in allen Maßen. Dazu kommt noch ein tolles Mikrofon, das alles klar und deutlich aufnimmt. Einzig die etwas kleinen Ohrmuscheln lassen sich als etwas Negatives aufführen – und hier sollte man wirklich aufpassen, dass man keinen Fehlkauf begeht. Adrian

Das Turtle Beach PX24 wurde mit dem PC und der PS4 getestet. Ein Testmuster wurde uns von Turtle Beach zur Verfügung gestellt.

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09. Dezember 2022 um 17:50 Uhr
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