Turtle Beach Stealth 450 im Test

(Artikel)
Adrian Knapik, 13. September 2015

Turtle Beach Stealth 450 im Test

High-End-Headset mit großartigen Features

Was passt besser zu der riesigen Release-Welle von Spielen als neue Gaming-Hardware? Genau das denkt sich der Hersteller Turtle Beach auch. Wir haben das neue Stealth-450-Wireless-Headset für den PC auf Herz und Nieren getestet. Mit großen Ansprüchen und Features wie DTS 7.1 Surround Sound wird die technische Messlatte hoch gesetzt – aber ist auch alles Gold was glänzt?

Features, Features, Features
Mit einem Einstiegspreis von 150 Euronen ordnet sich das kabellose Stealth 450 in die High-End-Klasse der heutigen Gaming-Headsets ein. Die Kosten rechtfertigt Turtle Beach mit Merkmalen wie den 7.1 Surround Sound und einem spezieller Modus namens Superhuman Hearing (Erklärung im Abschnitt "Superhuman Hearing"). Zudem gibt es die Möglichkeit per Knopfdruck zwischen Sound-Modi, wie den Bass Boost oder dem Treble Boost, umzustellen. Im Lieferumfang ist außerdem noch ein Mikrofon vorhanden, welches an die linke Ohrmuschel passt. Für den Merchandise-Freak findet man natürlich noch einen großen Aufkleber in der Packung. Ein USB-Ladekabel und ein herkömmlicher Klinken-Stecker sind auch im Paket. Am Headset selbst finden sich zwei Regler, einen für die Lautstärke und einen für Mikrofon-Echo, das einen mit lautem Hall bestraft, wenn man zu laut schreit. Ansonsten gibt es eine Taste zum Stummschalten des Mikrofons und eine weitere, um zwischen den Voreinstellungen wie Bass- und Treble Boost umzustellen.

Um eine Verbindung mit dem PC herzustellen, muss man nur fix den USB-Stick reinstecken und das Headset anschalten. Um nun noch von den ganzen Extra-Features zu profitieren, muss man sich von der Internetseite von Turtle Beach den dazugehörigen Treiber runterladen. Erst dann entfaltet das Stealth 450 sein volles Potenzial. Gesteuert werden Surround-Sound und Superhuman Hearing über die Windows-eigene Soundverwaltung statt einer separaten Software. Hier kann man zwischen verschiedenen DTS-Modi, wie Game-, Music- oder Movie-Surroundsound wählen. Um Superhuman Hearing zu aktivieren, muss man schlicht ein Häckchen setzen oder man stellt sich einen Hotkey ein, wobei man hier von der Software aus auf die F-Tasten beschränkt ist. Unter Windows 10 scheint Turtle Beach allerdings noch ein paar Treiberprobleme zu haben, denn die Hotkey-Funktion verweigert hier ihren Dienst.

stealth450_bild1

Wummern auf den Ohren
Einen Bass-Freund wie mich freut es natürlich, dass das Stealth 450 über einen Bassverstärker verfügt. Nach dem ersten Soundcheck ohne aktivierten Bass-Boost fehlte mir beim Musikhören der nötige Wumms, aber nach der Aktivierung wollte ich das Headset gar nicht mehr ablegen. Der Sound wird klar wiedergegeben und sowohl Tiefen als auch Höhen kommen glasklar zur Geltung. Um bei Musik das Optimum rauszuholen, deaktiviert man am besten jegliche Features im Treiber oder stellt den DTS-Modus auf die Musik-Voreinstellung – je nachdem, wie man es selbst besser findet. Die Änderung zwischen den verschiedenen Modi sind auch stark hörbar und entspringen nicht der Fantasie, hier kann man also viel herumregeln, um den Sound anzupassen. Sowohl in niedrigen als auch hohen Lautstärken verrichtet das Headset einen tollen Job, Bässe gehen nicht verloren und es entsteht kein Blechern im hohen Bereich.

Auch im Spiel überzeugt die Soundqualität des Stealth 450. Gerade der 7.1 Surround Sound hebt das Erlebnis in Egoshootern auf eine hohe Ebene. Es ist ein unvergleichliches Sound-Spektakel, wenn man sich zum Beispiel bei Battlefield über das Schlachtfeld bewegt, links neben einem die Kampfjets durch die Gegend fliegen und von hinten ein Panzer angerollt kommt. Das Headset gibt dabei alle Sounds so unglaublich gut wieder, dass ich nicht nur einmal mit einer Gänsehaut vor dem PC saß. Einzig die nicht so gute Abschirmung von Außengeräuschen trübt da das Erlebnis. Die beiden Ohrmuscheln schmiegen sich zwar mit dem weichem Stoff wunderbar an den Kopf an, ohne auch nach mehreren Stunden übermäßig zu drücken, aber nahezu alle Geräusche um den Spieler herum schaffen es noch in die Ohren und mutieren in besonders intensiven Spielszenen zu Störgeräuschen.

stealth450_bild2

Superhuman Hearing
Was ein wenig merkwürdig klingt, wird aber als größtes neues Feature des Stealth 450 beworben. Im Treiber lässt sich Superhuman Hearing per Mausklick aktivieren, was vor allem in Shootern große Vorteile bringen soll. Durch genauere Lokalisierung von Schritt- und Schussgeräuschen soll es dem Spieler möglich sein, schneller auf seine Umwelt zu reagieren. Im Test erwies sich das Feature als durchaus nützlich, denn tatsächlich werden vor allem Schrittgeräusche deutlich hervorgehoben, dafür leidet aber im Generellen sehr stark der Bass und die tiefen Geräusche, die in manchen Fällen sogar komplett herausgefiltert werden. In Spielen wie Counter Strike: Global Offensive gibt Superhuman Hearing aber einen deutlichen Vorteil durch die präzise Wiedergabe der Schrittgeräusche. Für Musik und Filme ist dieses Feature aber auf jeden Fall zu deaktivieren, was aufgrund der fehlenden Hotkey-Möglichkeit wegen der Treiber-Probleme aktuell noch etwas umständlich ist.

Das ansteckbare Mikrofon bewegt sich auf gutem Niveau, wobei durch die sehr hohe Sensibilität leider auch ein kleines Grundrauschen zu vernehmen ist. Gerade über Programme wie TeamSpeak lässt sich dieses Rauschen aber kinderleicht herausfiltern, wodurch sich die Qualität auf ein hohes Niveau hebt. Andere Spieler können einen klar und deutlich verstehen und auch Übersteuerungen kommen nur vor, wenn man das Mikrofon fast aufisst. Trotzdem werden durch die hohe Sensibilität noch einige Nebengeräusche aufgenommen, die über das normale Maß hinausgehen.

Das Turtle Beach Stealth 450 ist ein wunderbar funktionierendes Stück Technik. Die Soundausgabe bewegt sich auf einem hohen Niveau und wird auf jeden Fall dem Preis gerecht. Die zusätzlichen Soundmodi werten das Ganze noch auf eine höhere Ebene auf. Das Mikrofon macht seinen Job gut, wobei die Sensibilität hier etwas zu hoch gesteckt ist. Einzig die umständliche Treiber-Bedienung und die nahezu komplett fehlende Abschirmung von Störgeräuschen sind Negativ-Punkte. Wer ein Headset der High-End-Klasse sucht, ist hier auf jeden Fall gut bedient Adrian

Ein Testmuster wurde uns von Turtle Beach zur Verfügung gestellt.

Kommentare

Marek
Gast
19. September 2015 um 20:06 Uhr (#1)
Hey,
erstmal danke für deinen Artikel.
Ich hatte ausversehen die Turtle Beach 400 gekauft und schnell gemerkt das Sie nicht mit dem Pc funktioniert.
Ich höre immer von allen Ecken das es sich lohnt dieses Headset zu kaufen. Meine Frage an Sie wäre:
Taucht beim nutzen von Skype oder Teamspeak ein rauschen auf. Und wenn ja, ist es erträglich ?
Ich würde mich auf eine Rückantwort freuen.
Dafür können Sie mir auch eine E-Mail schreiben oder unter diesem Kommentar antworten. :)
LG Marek
Adrian
19. September 2015 um 23:18 Uhr (#2)
Hi Marek,

bei Skype ist ja von der Software aus immer ein Grundrauschen vorhanden, das lässt sich wohl auch mit dem besten Headset nicht verhindern, mit dem Stealth 450 sollte es aber auf jeden Fall nicht mehr stark ausfallen. Bei TeamSpeak lässt sich durch den Empfindlichkeits-Regler sehr gut die Sensibilität einstellen, wodurch man eigentlich überhaupt kein Hintergrundrauschen mehr hört.

Ich hoffe ich konnte dir helfen!
Marek
Gast
20. September 2015 um 00:14 Uhr (#3)
Danke Adrian für die schnelle Antwort.
Sie sind der Meinung das die 150 € es Wert sind ? Man hört zwar immer wieder gejammer über das Mikro (Klang wäre schlecht,starkes rauschen) usw.
Ich kann es leider noch nicht Persönlich beurteilen.
Wie ist Ihrer Meinung nach das Preis\Leistungs Verhältnis?
Adrian
20. September 2015 um 09:40 Uhr (#4)
Das Headset ist durchaus seinen Preis wert, ja, denn der Sound ist einfach Spitzenklasse. Das Mikrofon dafür bewegt sich auf gutem, aber nicht überragenden Niveau :) Wenn du aber sehr viel Wert auf eine gute Mikrofonqualität legst, lohnt es sich auch bei den normalen Standmikrofonen vorbeizuschauen :)
Marek
Gast
22. September 2015 um 22:11 Uhr (#5)
Hallo Adrian,
ich habe das Headset bestellt und auch heute schon ein bisschen daran rumprobiert. Die Tage werde ich meine Meinung hier ausführlich in die Kommentarbox schreiben.
Hätte aber nochmal eine Frage.
Wenn ich das Headset an mein Handy anschließe, verabschiedet sich die Funktion mit dem Umschalten auf Bass-Bosted etc komplett. Und leider taucht dort auch nicht mehr die nette Frauen Stimme auf.Desweiteren blinkt das Symbol auf beiden Seiten (Was ja eigentlich bedeuten soll das sich das Headset versucht zu verbinden)..Ist das so gewollt oder ein Fehler meinerseits.
LG Marek
Adrian
22. September 2015 um 22:41 Uhr (#6)
Hi,
wenn man das Headset per Kabel verbindet, muss man es nicht extra anschalten. Wenn du es also einfach aus lässt, sollte es nicht mehr blinken.
Die Extra-Funktionen funktionieren auch leider nur in Verbindung mit einem PC.

Adrian
Marek
Gast
23. September 2015 um 07:25 Uhr (#7)
Ich habe das Headset per AUX Kabel mit meinem Handy verbunden. Er spielt aber nur Musik ab wenn das Headset eingeschaltet ist und blinkt. Sobald ich es ausschalten wars das auch mit der Musik. Habe ich irgendwelche Einstellungen noch nicht vorgenommen ?
Adrian
23. September 2015 um 10:20 Uhr (#8)
Das ist in der Tat etwas merkwürdig, dass man das Headset dafür anschalten braucht, aber dann muss das wohl so sein. Zur Not würde ich dir empfehlen den Turtle Beach Support direkt anzuschreiben, dafür liegt auch ein kleiner hilfreicher Zettel in der Packung bei :)
Marek
Gast
26. September 2015 um 11:52 Uhr (#9)
So,
ich habe mir dank Adrian das Turtle Beach 450 Gaming Headset gekauft und dürfte es auch schon ordentlich auf die Probe stellen.

Allgemein:
Das Headset kam schon nach 2 Tagen dank schnellen Amazon versandt bei mir an. Die Verpackung ist modern gehalten und macht keinen billigen Eindruck.
Es sitzt sehr angenehm auf dem Kopf und es entstehen keine Kopfschmerzen, auch bei längeren Sessions.


Mikrofon:
Das Mikrofon ist einfach der hammer ich habe keine Ahnung was die ganzen negativ Kommentare über die Klangqualität sollen.. Die höhen und tiefen werden gut dargestellt und es übertrifft jedes Logitech Mikrofon um Längen. Ich erkenne beim benutzen von Skype auch kein Rauschen.Ja es stimmt das das Mikrofon sehr empfindlich ist, dafür muss man es nicht direkt vor dem Mund haben.

Audio:
Die Audioqualität hat mich sehr überzeugt, es macht richtig Laune Musik über das Headset zuhören. Und dank den Funktionsknopf an der Seite des Headsets ist für jedermann etwas dabei.

Extras,Extras..
Ja Adrian hatte Recht, dass Turtle Beach 450 hat viele nützliche Funktion.
Ziemlich cool ist die Funktion, dass sich die Musik während des Skypens anpasst d.h wenn nicht geredet wird schaltet sich die Musik automatisch lauter, und auch wieder leiser wenn gesprochen wird.
Über die Reichweite des Headsets kann man sich auch nicht beschweren. Was mir persönlich am besten am Turtle Beach 450 gefällt ist, dass eine angenehmen Stimme alle Schalter die gedrückt werden kommentiert, so weiß man direkt ob z.B der Mute-Schalter Funktioniert hat.

Doch 1 Punkt habe ich zu bemängeln:
Durch das sehr kleine Micro-USB Ladekabel ist es nicht möglich während des zockens zuladen. Aber das kann man schnell durch den Kauf eines längeren Kabel im Fachgeschäft schnell lösen.

Fazit:
150€ für ein Headset ist ein stolzer Preis, lohnt sich aber in allen Punkten. Ich kann es jedem empfehlen. Ich hoffe ich konnte euch bei eurer Entscheidung ein wenig helfen.
LG Marek
Rian
26. September 2015 um 12:11 Uhr (#10)
Cooles Zweitreview, Marek. Immer schön zu wissen, wenn wir mit unseren Tests nicht daneben lagen und gut beraten konnten. :)
Marek
Gast
17. November 2015 um 12:27 Uhr (#11)
Ich hätte nochmal eine Frage, ist es möglich die 450 mit der PS4 zu verbinden ?
LG Marek
Adrian
17. November 2015 um 16:25 Uhr (#12)
Ja, ein PS4-Controller besitzt einen üblichen Klinken-Anschluss, an den man das Headset anschließen kann!
Rian
18. November 2015 um 22:22 Uhr (#13)
An der PS4 braucht man aber auch zwingend Headsets mit integrierter Lautstärkeregelung - sonst muss man immer auf dem diktierten Soundlevel spielen, der manchmal doch recht laut sein kann. Zumindest habe ich noch keine Softwareeinstellungen für Headsetlautstärke gefunden.
Rian
20. November 2015 um 11:46 Uhr (#14)
Es gibt einen Regler - ich war nur zu doof, ihn zu finden!
Marek
Gast
26. November 2015 um 20:38 Uhr (#15)
Hey danke erstmal für die Rückmeldung.
Wäre das Headset denn dafür geeignet ? Da es ja ein USB Anschluss hat.
Adrian
27. November 2015 um 16:29 Uhr (#16)
Für gewöhnlich ist im Lieferumfang des Headsets auch ein normales Klinken-Kabel dabei, womit du das Headset dann anschließen könntest.
Patrick09
Gast
29. November 2015 um 12:46 Uhr (#17)
Hallo Dailydpad,
habe mir das Headset nun auch endlich zugelegt, und muss sagen das es sehr schwierig ist Informationen aus dem Internet über das Headset zu bekommen. Deshalb hoffe ich, dass ich hier Hilfe bekomme.
Nun zu meiner Frage:
Gibt es irgendeine Möglichkeit den aktuellen Akku Stand abzulesen, da es mir schon öfter in einer Spielsession passiert ist, das die "Stimme" mir gesagt hat das die Battery leer ist und dann dauert das auch nur ein paar Minuten da geht das Headset einfach aus.
Gibt es ein Programm indem man erkennt das man z.B noch 20% Akku hat ?
Danke im Vorraus :)
Adrian
29. November 2015 um 17:59 Uhr (#18)
Hey,
da es leider keine direkte Software fürs Headset gibt und Windows Informationen über den Akku-Stand nicht preisgibt, ist es wohl nicht möglich. Da ist dein eigenes Zeitgefühl gefragt :D
ultranono
Gast
04. Februar 2016 um 23:57 Uhr (#19)
Habe ich denn dann auch auf der PS 4 den normalerweise vorhandenen Surround Sound? :)
Adrian
05. Februar 2016 um 10:58 Uhr (#20)
Nein, Surround-Sound ist leider nur am PC verfügbar!
ultranono
Gast
05. Februar 2016 um 15:20 Uhr (#21)
hmm, schade, naja danke für die schnelle Antwort:)
Gast
09. Dezember 2022 um 16:21 Uhr
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