Hyperdevotion Noire im Test

(Artikel)
Haris Odobaši?, 25. Februar 2015

Hyperdevotion Noire im Test

Alle Tsundere-Gelüste voll befriedigt

Hah, reingefallen! Dachtet ihr wirklich, dass es diese Woche KEINEN Neptunia-Artikel gibt? Dann seid ihr mir echt auf den Leim gegangen, denn trotz der paar anderen Wörter im Namen geht es hier, ja, um ein Neptunia-Spiel, nur mit einem Fokus auf Noire. Denn seien wir ehrlich, die Playstation-Personifikation ist der heimliche Star der Hyperdimension-Neptunia-Reihe. Als reinblütige Tsundere ist es wenig verwunderlich, dass sie quasi seit Stunde Eins der Fanliebling ist und selbst Neptune in Popularitätswettbewerben die Show stiehlt. Und nun wird endlich Noires vorgegebene Zickigkeit mit dem Spin-off Hyperdevotion Noire: Goddess Black Heart belohnt.

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Wieder geht es nach Gamindustri Dieses Mal finden wir uns in Gamarket wieder. Ein Paralleluniversum, wie so oft in der Reihe, in dem die vier Konsolen-Göttinnen sich wieder einmal ewig bekriegen. Doch dieses Mal ist das Kraftverhältnis ungleich, die Fanliebe in Form der Shares macht Noire stärker als die drei anderen Göttinnen zusammen und so steht sie kurz davor Gamarket zu einen. Da legt sie unerwartet die übliche Serienantagonistin, die dieses Mal auf den Namen Eno hört, rein. Plötzlich steht Noire ohne Shares und ohne jemanden, der an sie glaubt, ganz allein.

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Zumindest bis IHR ins Spiel kommt, denn dieses Mal gibt es tatsächlich einen Spielercharakter. Einen Spielercharakter, der nicht gesehen wird und einfach nur in Textboxen existiert, dazu den ultrakreativen Namen "Player" und später "Secretary" trägt, aber immerhin! Ihr werdet von Noire angeheuert, seid fortan ihr Sekretär und unterstützt sie dabei, die ganzen Shares wieder zurückzugewinnen und nebenbei ihre alten Generäle, die sie mittlerweile verlassen haben, neu zu rekrutieren.

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Hier beweist Hyperdevotion Noire das aus den üblichen Neptunia-Spielen bekannte Gespür für den videospielerischen Zeitgeist und das Talent, dies in genial geschrieben Dialogen umzusetzen. Denn jede der weiblichen Generäle stellt eine Parodie auf eine bekannte Videospielreihe dar. Da gibt es zum Beispiel den Tidus-mit-Brüsten namens Ein Al, die passend zu Final Fantasy immer geschwollen-bedeutungsschwanger schwafelt. Die liefert sich mit Estelle, die Dragon Quest repräsentieren soll, eine ewige Rivalität: eine Anspielung auf gut zwanzig Jahre Videospielgeschichte, als diese zwei Spielereihen gerade in Japan um den JRPG-Thron stritten. Auch Spiele wie Metal Gear Solid, Resident Evil und selbst Pro Evolution Soccer werden so auf die Schippe genommen und mit knapp 20 Generälen ist der Reiz groß, immer weiterzuspielen, um zu schauen, welche Spiele die Entwickler noch auserkoren haben. In diesem Kontext ist Hyperdevotion Noire vielleicht sogar noch eine Spur lustiger als die anderen Spiele, was insbesondere am Spielercharakter liegt, der in seinen Interaktionen als braver Untergebener von Noire, der sich in seiner Hingabe auch gerne nach Strich und Faden schikanieren lässt, gewisse Fanservice-Bedürfnisse voll und ganz zufrieden stellt.

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Wie es sich für ein Spin-off gehört, findet dieses Abenteuer im Kontext eines anderen Genres statt: dem des Strategie-RPGs. Vogelperspektive, missions- sowie rundenbasiert und Bewegung nur über Gitterstrukturen.
Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es hier ganz generisch zugehen würde, doch dann sieht man den Namen "Sting Entertainment" und weiß als Kenner, dass man es hier wohl mit den kreativsten Entwicklern in diesem Bereich zu tun hat, wie sie schon mit dem Taktik-Strategie-Shoot'em'up Knights in the Nightmare vor einigen Jahren bewiesen hatten. Daher ist auch Hyperdevotion Noire nur so vollgepackt mit coolen Ideen, die das Spiel für SPRG-Fans abseits des Neptunia-Fandoms interessant macht.

Eines der zentralen Elemente ist zum Beispiel, dass Charaktere, die auf dem Feld nebeneinander stehen, sich unterstützen, indem sie sich ... na ja ... Küsschen auf die Wange geben! Der Bussi tut gut und senkt nicht nur den MP-Verbrauch für eure Spezialfähigkeiten, sondern hebt auch ordentlich eure Angriffskraft. Und dieser Effekt wird nur stärker, je mehr freundliche Charaktere ihr auf angrenzenden Feldern habt, auch wenn da immer eine taktische Abwägung zu treffen ist. Schließlich tun Flächenangriffe bei solchen Grüppchen ganz besonders weh. Aber das ist nicht der einzige Vorteil des Freundschaftskusses, denn über diese Gameplay-Mechanik füllt ihr auch eine Herzchen-Leiste, die genutzt werden kann, um Finisher einzusetzen oder einfach neue Charaktere auf das Schlachtfeld zu holen, falls andere besiegt wurden.

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Weitere Design-Kreativität findet sich in den Schlachtfeldern, die sich gerade in den Hauptmissionen immer stark unterscheiden. So gibt es interaktive Elemente wie Fahrstühle, die benutzt werden können, um über schwer zugängliche Abkürzungspassagen Gegner zu flankieren, oder auch Fallen im Boden, auf die es zu achten gilt. In einem Genre, in dem der Standard höchstens Höhenunterschiede vorsieht, ist das ein durchaus großes Feature und sorgt dafür, dass sich die Missionen abwechslungsreich bleiben. Auch die Ziele bieten da gerne mehr als "Alle Feinde ausschalten". Und wer nicht genug hat, der kann sich in unzähligen Extramissionen austoben und schon geschaffte Missionen gegen neue Belohnungen wiederholen - ein Paradies für Grindfreunde.

Viele Gameplay-Elemente, die man als Fan der vorherigen Teilen kennt, machen ihr Comeback. Die Konsolen-Göttinnen können sich noch immer in stärkere Formen verwandeln und bekommen so Zugriff auf weitere Spezialfähigkeiten, was gerade in besonders kniffligen Duellen oftmals den Unterschied ausmacht - vorausgesetzt ihr habt die Herzchen-Leiste mit genug Knutschern aufgefüllt.

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Außerdem gibt es auch hier wieder das Disc-Dev-System und Item-Dev-System, mit denen man Accessoires für die Charaktere entwickeln kann beziehungsweise zusätzliche Items freischaltet, indem man sein Loot eintauscht. Und wer eine Pause vom Schlachtfeldalltag sucht, darf Noires Zimmer einrichten oder ihr dabei helfen, Anfragen ihrer Untertanen zu beantworten, und schaltet so zusätzliche Dialog-Szenen frei!

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Haben wir Peak Kawaii erreicht? Die Hyperdimension Neptunia-Reihe ist sowieso schon extrem moe, wird aber in diesem Bereich von Hyperdevotion Noire mit der zuckersüßen Chibi-Stilisierung, den genialen Parodie-Generälen und einem neuen Fanservice-Hoch einfach überboten.
Dazu kommt noch, dass unter der Zuckerpampe ein hoch kompetentes SRPG steckt. Bei Sting Entertainment war selbstverständlich nichts anderes zu erwarten, aber es ist dennoch schön zu sehen, wie der Entwickler es noch immer schafft, in jedem ihrer Spiel neue Ideen für das Genre einzubringen und generell all ihren Spielen ein komplett anderes Feeling und Flair zu verleihen. Um es kurz zu machen: Idea Factory hat mit dieser Kombination einen absoluten Glücksgriff gemacht und Hyperdevotion Noire ist mein bisheriger Lieblingsteil der Serie.Haris

Hyperdevotion Noire: Goddess Black Heart wurde auf der PS Vita getestet. Ein Testmuster wurde uns von Idea Factory zur Verfügung gestellt.

Hyperdevotion Noire: Goddess Black Heart

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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17. November 2019 um 09:39 Uhr
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RELEASE
27. Februar 2015
PLATTFORM
PS Vita
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