Mass Effect 3

(Artikel)
Rian Voß, 23. März 2012

Mass Effect 3

Das Ende vom Ende

Mass Effect 3 ist ein hochgradig subjektives Spiel. Muss es ja auch - man hat so viele Entscheidungen in den Vorgängern getroffen, dass mit dem dritten Teil wahrscheinlich niemand exakt dieselbe Erfahrung haben wird. Ich bin heute nicht hier, um über Biowares Abschluss der Science-Fiction-Saga zu referieren, sondern um meiner Meinung über das Ende des Spiels Luft zu machen. Ein Ende, das für so viel Wirbel unter den Fans gesorgt hat, dass über 10000 Nutzer der Biowareforen für eine Änderung gestimmt haben und der Entwickler im April eine (in unbekannter Form) korrigierte Version bereitstellen will. Und da ich damit schon so schön am Rumspoilern bin, nehme ich auch noch gleich das Finale von Deus Ex: Human Revolution mit.

Hier ist übrigens die Abstimmung und ein Änderungsvorschlag. Noch einmal eine heftige Spoilerwarnung an dieser Stelle.
Nun will ich erst einmal die letzten Momente des Spiels erläutern. Ich weiß zwar nicht, warum ihr diesen Artikel tatsächlich weiterlest, wenn ihr es noch nicht selbst durchgespielt habt, aber mir soll's egal sein. Ich habe euch genug Zeit gegeben, rechtzeitig vor der Spoilerflut zu verschwinden.
Also, die Reaper greifen an. So viel ist klar. Die Erde liegt so ziemlich in Schutt und Asche und die einzige Rettung ist eine protheanische Superwaffe, deren letztes Schlüsselelement fehlt. Nach vielem hin und her stellt sich heraus, dass gerade die Zitadelle das verlorene Teil des Puzzles ist. Shepard schafft es im letzten Akt schwer verletzt in die Schaltzentrale der Zitadelle, um dort die Reaper ein für allemal zu vernichten, wird aber vom Avatar der Zitadelle aufgehalten. Er erklärt, dass der bisherige Zyklus - also das regulierte Zerstören hoher Zivilisationen - dazu diente, die komplette Ausrottung allen organischen Lebens durch synthetische Lebensformen zu verhindern. Also quasi besser, man sammelt sie alle vor dem galaxisweiten Super-GAU ein, mischt sie zu Reapern zusammen und lässt Raum für neue intelligente Kreaturen, anstatt dass das Universum vollkommen leer steht. Aber da es Shepard so weit geschafft hat, scheint dieser Plan nicht mehr zu funktionieren. Also bekommt der Commander die Wahl:


Die erste Möglichkeit besteht darin, die Reaper und mit ihnen alle künstlichen Wesen zu vernichten - das schließt die Geth und Menschen und Aliens ein, die zum Teil synthethisch sind. Wie etwa auch Shepard nach seiner Wiederbelebung. Der Haken ist, dass die Prognose des Avatars besagt, dass irgendwann neues, künstliches Leben erschaffen wird, dieses wird sich gegen seine Meister auflehnen und schlussendlich wird es gewinnen.
Die zweite Möglichkeit gibt Shepard die Kontrolle über die Reaper, so wie sich der Illusive Man es gewünscht hat. Um die riesigen Maschinen zu kontrollieren, muss Shepard aber seine/ihre Existenz aufgeben.
Zuletzt kann man Shepard auch in ein gleißendes Licht stürzen, um alles, was den Commander ausmacht, zu zerstreuen. Dies würde eine Kettenreaktion bewirken, die eine Synthese herbeiführt und die DNA aller organischen Wesen so abändert, dass sie teilweise synthetisch würden - die höchste Stufe der Evolution.

Im Anschluss sieht man, wie die Normandy auf einem unbekannten, schönen Planeten crasht, die Crew aussteigt und in den Himmel schaut.

Die Kritikpunkte an diesen Enden sind vielfältig: Keine vorher getroffene Entscheidung hat Auswirkung auf den Ausgang (abgesehen davon, dass man bei zu schlechter Vorbereitung die dritte Wahlmöglichkeit verliert), keine der Möglichkeiten sind wirklich hoffnungsvoll, sie schließen nicht genügend mit den Einzelschicksalen ab, indem die gesamte Crew irgendwo auf einem Ferienplaneten landet und LOST nachspielen darf, Shepard stirbt.

Mein Shepard war ein anständiger Kerl. Er hat immerzu für Frieden gesorgt, hat seiner Crew immer geholfen, war früher in einer Beziehung mit Liara, später mit Tali und darum hätte ich zu gerne gewusst, was die vielen Charaktere, deren Schicksale ich berührt habe, nach dem Krieg anstellten. Oder wie sie um Shepard trauern. Das hätte sich so gehört und hätte auch den fehlenden "Hoffnungs"-Aspekt abgehakt.

Aber es ist Unsinn zu behaupten, dass das Ende nicht unsere vorhergegangenen Entscheidungen reflektiert. Es tut es sogar besser als jedes andere Spiel vor Mass Effect 3, denn nach drei mal dreißig bis vierzig Stunden Spielzeit fühlt man mit seinem Shepard mit. Man trifft Entscheidungen für ihn oder sie und das Feedback gelangt in unser emotionales Verständnis. Dabei gibt es einige Konstanten: Egal, was man tut, Shepard ist der Gute. Und Shepard muss alle vor den Reapern retten. Daher macht es Sinn, dass die drei Wahlmöglichkeiten sich eigentlich nicht auf das Resultat beziehen, sondern nur darauf, wie man es erreicht. Die Bedrohung durch die Reaper wird unterbunden. Shepard opfert sich dafür.
Ich musste lange nachdenken, bevor ich mich dafür entschied, die Kontrolle der Reaper zu übernehmen. Dabei dachte ich nicht an die Zukunft der Menschheit und der Aliens, die Entwicklung des Lebens oder ans Widersetzen gegenüber einem prophezeiten Schicksal, sondern ich dachte an Tali. Und dass mein Shepard sie nie wiedersehen würde und ihr nicht einmal Lebwohl sagen konnte. Die Synthetik-Lösung kam mir unwirklich vor. Die Zerstörung allen synthetischen Lebens, auch des unschuldigen, wollte ich nicht verantworten. Also entschied ich mich dazu, das Bewusstsein der Reaper zu werden, um als Shepard auch weiterhin die Bewohner des Alls - und vor allem Tali - beschützen zu können. Wenn man sich auf solch eine Weise in seine Spielfigur hineinversetzt, nennt man das Head Canon. Das bedeutet, dass der Spieler sich so sehr mit der Spielfigur identifiziert, dass er nach Beweggründen sucht (oder welche erfindet), um so Bedeutung in eine von Willkür bedrohte Multiple-Choice-Welt zu bringen.
Vergleich anderer Shepard: Sie war lange Zeit ein richtiger Arsch, ein purer Renegade, bis sie Thane traf, der sie veränderte und ihr ein Leben außerhalb der Pflichterfüllung zeigte. Sie wurde zwar nie wirklich nett, aber zumindest ein bisschen empathischer. In Mass Effect 3 starb Thane. Meine Shepard war einfach nur noch wütend. Wütend auf Cerberus, wütend auf die Reaper und die Geth konnte sie ohnehin noch nie leiden. Und dann kommt dieser Zitadellenzwerg und hält sich für so weise, also zieht Shepard ihre Waffe und tut das, wozu sie gekommen ist - ohne Rücksicht auf Verluste. Und da sag mir einer, dass "mein" Shepard nicht zur Geltung kommt. Wer wirklich nur darüber quengelt, hat Mass Effect nicht mit der Aufmerksamkeit gespielt, die das Recht aufs Quengeln rechtfertigen würde.

Jetzt kommt der Vergleich mit Human Revolution. Das neueste Deus Ex geht an die End-Problematik sehr ähnlich heran, indem dem Spieler Möglichkeiten gegeben wurden, über Politik die Augmentierungskultur grundlegend in eine Richtung zu kippen oder den Menschen selbst die Zügel in die Hand zu legen. Diesen Ausweg fand ich billig, denn im Gegensatz zu Mass Effect 3 darf man hier allen seinen bisherigen Entscheidungen vollkommen widersprechen. Wenn mein Adam Jensen die ganze Zeit ein Menschenpurist war und am Ende gesagt bekommt, er könne auch die volle Augmentierung der Weltbevölkerung einleiten, dann ist das keine wirkliche Entscheidung und wirkt auf den Spieler billig.
"Hey, wir erlauben dir für das Finale, alle deine Ideale zu verraten!" Dies ließe sich nicht rechtfertigen, wohingegen bei Mass Effect 3 jede letzte Entscheidung auf jeden Fall aus der Moral des Spielers heraus generiert werden kann - und uns vielleicht auch etwas über uns selbst verrät. Richtiger Charakter kommt schließlich nur unter Druck zur Geltung.


Was mir letztendlich eigentlich nur übel aufstieß, war dass Shepard stirbt. Ich verstehe es ja. Wirklich, das tu ich. Shepard wird über die Spielserie zu mehr als nur einem Menschen. Shepard ist die symbolisierte Hoffnung für alle, der leuchtende Stern der Erlösung. Und mit der Erfüllung seiner Aufgabe muss diese Sonne ausbrennen, auch wenn sich jede Faser meines Seins ein Happy End wünscht. Es tut nur einfach so weh, weil Shepard auch menschlich ist. Er ist auch ich. Er hat mit Tali auf dem Heimatplaneten der Quarianer eine Zukunft geplant und letztendlich bekommt er nicht einmal die Chance sich zu verabschieden. Für meine andere Shepard, welche nur noch auf Rache aus ist, macht das nichts, da sie ohnehin auf Kollisionskurs steht und mit ihrem Tod rechnet; Hauptsache laut soll er sein. Und so viele Reaper wie möglich mitnehmen. Doch beim anderen brach es mir wirklich das Herz.
Abschiednehmen ist schließlich wichtig. Es gibt uns die Kraft, mit schweren Entscheidungen leben zu können und gibt uns ein Gefühl, nichts zurückgelassen zu haben. Ich denke, ich bin nicht alleine mit dem Wunsch, dass, wenn es mich irgendwann einmal erwischt, ich allen meinen liebgewonnenen Menschen noch einmal sagen kann, was sie mir bedeuten. Das ist der Unterschied zwischen einem tragischen und einem bittersüßen Ende. Bioware hat sich leider dafür entschieden, die bittere Pille größer zu machen.

Ich kann euch leider nicht sagen, ob ich das Ende von Mass Effect 3 gut oder schlecht fand. Ich kann nur sagen, dass ich während der Credits und lange Zeit danach ziemlich deprimiert in meinem Stuhl saß und nachdachte. Hätte ich mit meinem zweiten Shepard zuerst gespielt, wäre die Entscheidung in meinem Kopf vermutlich sehr viel einfacher gewesen. Ich bin gespannt, was Bioware mit dem End-Update anfangen wird; solange es nur respektvoll ist. Rian

Kommentare

AsgarZigel
24. März 2012 um 19:07 Uhr (#1)
Soweit ich es mitbekommen habe ist der Hauptkritikpunkt eher dass es keinen richtigen Epilog gibt (in dem man die Schicksale seine Team Member sieht) und die Endsequenz sich fast nur durch die Farbe der Explosion unterscheidet.

Finde auch die Indoctrination-Theorie nicht ganz abwegig, aber wäre schon ziemlich böse das Ende eines Spiels extra zu verkaufen. Selbst für EA. xD
Rian
25. März 2012 um 00:32 Uhr (#2)
Ja, nach ein bisschen mehr Rumgeschaue habe ich auch bemerkt, dass das die Leute eher stört - nichtsdestotrotz kam der Kritikpunkt mit den Wahlmöglichkeiten auch vermehrt vor. Ich kann aber verstehen, dass das Fehlen des Epilogs Leute stört. Man hat sehr viel Zeit hineingesteckt, aus Shepard eine lebende Legende zu machen und in Mass Effect 3 geschehen so viele denkwürdige Momente, in denen ein bekanntes Gesicht stirbt und man die Reaktion der Welt mitbekommt, dass dies eigentlich beim ultimativen Opfer die ultimative Reaktion hervorrufen müsste.

Ich denke, dass Bioware in dem Fall sogar gar nicht besonders kreativ sein müsste. Die Resolution müsste nur einer gigantischen Huldigung der Arbeit eines jeden Shepards entsprechen. Woanders habe ich zum Beispiel vorgeschlagen, dass sich die Crewmitglieder Jahr um Jahr an einem Denkmal Shepards treffen, wo z.B. der Love Interest mit Shepard spricht (wie viele es mit einem Grabstein tun) oder, falls verstorben oder nicht verhanden, die Stargazer über die Entwicklung sprechen, während im Hintergrund Städte neu aufgebaut werden und Raumschiffe sich erneut in die Luft begeben. Die Reapertechnologie wurde zerstört, die Menschheit (und alle auf der Erde gestrandeten Spezies) bekommen die Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu gehen - und haben den Traum, die nun von ihnen abgeschnittenen Völker im Weltraum eines Tages wiederzusehen. Oder Admiral Hackett hätte einfach eine Rede vor allen Spezies auf der Erde halten können. Wäre auf jeden Fall alles besser als die Landung auf dem Ferienplaneten, auch wenn mir Tali in jedem Fall enorm leid tut.
Marvin
Gast
28. März 2012 um 05:25 Uhr (#3)
Ein sehr lesenswerter Artikel, Rian. Mein tiefst empfundenes Lob für Dich!

Ich habe mir ähnliche Gedanken gemacht. Weiter noch hat mich der Tod "meines" Shepards mehrmals zu Tränen gerührt (ja, dazu steh' ich). Und auch heute noch, einen ganzen Tag nach dem Ende des Spiels fällt es mir schwer, mich mit diesem Spielende auseinander zu setzen.
Ich habe mich noch nie mit einer Spielfigur so identifiziert. Und dass Bioware kein Happyend gewählt hat, ist an sich eine unterstützenswerte Entscheidung. Sie passt zu der Spielreihe, die an vielen Stellen sehr "erwachsen" ist.

Und dennoch fehlt etwas. Es ist eine Leere da. Das Ende ist so schnell vorbei und der Nachgang fehlt in einem angemessenen Maße. Dieses Gespräch zwischen dem älteren Mann und dem Kind fühlt sich für mich wie Hohn an. Ich habe über 120 Stunden Spielzeit in "meinen" Shepard investiert. Und das sind auch nur die Stunden, die man anhand der Anzeigen bei den Spielständen zusammenrechnen kann. Von weiteren Malen des Durchspielens, Neubeginn dieser oder jener Mission und dem Laden von Spielständen abgesehen. Die Gesamtzeit ist sicherlich fast doppelt so hoch.

Und dann muss ich ein Video mit ansehen, in denen sich Shepard opfert. Das passt zu meiner Version sehr gut, denn er hatte den Vorbild-Balken stets bis zum Anschlag voll. Und dennoch kann ich mich nicht zufrieden geben mit dem Gezeigten. Es ist schlicht zu wenig für das, was man in drei Spielen investiert hat: An Zeit, an Herzblut, an Identifikation, um mit der Geschichte und seinen mitunter hoch sympathischen Charakteren mitzugehen.

Nie zuvor hat mich das Ende eines Spiels so aufgewühlt. Insofern hat es Bioware bereits jetzt in gewisser Weise richtig gemacht. Auch, wenn mein Herz sich doch ein Happyend wünscht, während mein Kopf sagt, dass es so enden musste und - in gewisser Weise - sollte.
Rian
29. März 2012 um 14:13 Uhr (#4)
Danke für das Lob. :D

Und ja, wie du an meinen Kommentaren auch siehst, denke ich ähnlich bezüglich der Auflösung.
Jozu
03. April 2012 um 15:46 Uhr (#5)
Ich habe meinen Shepard so gespielt, wie ich auch gehandelt hätte. Dabei war mir dann auch egal, ob manche Aktionen Paragon oder Renegade sind, was dazu führte, das mein Balken immer zu einem guten Teil auch rot war. Klar gibt man sich Mühe möglichst viel gutes zu tun, aber manchmal muss man etwas radikaler sein. Oder hat jemand eine Kugel in den Kopf verdient. Ich habe auch die Kollektoren-Basis dem Unbekannten uberlassen, weil ich dachte, es würde einen Vorteil bringen. Aber dann meinte er ja. Egal - Am Ende wurde ich dann vor eine Entscheidung gestellt. Ich habe mich dann für die Synthese entschieden, obwohl ich (für mich) echt lang am Überlegen war, ob ich jetzt die synthetischen Töte oder die Synthese einleite. Reaper kontrollieren fand ich irgendwie witzlos. Egal - Ich hatte jedenfalls kaum ein Gefühl der Leere. Das muss jetzt halt gemacht werden. Dann bin ich tot, aber alle leben in Frieden. Und das war okay für mich.
Dreed
04. April 2012 um 21:39 Uhr (#6)
um auch mal was dazu zu sagen: erstmal schliess ich mich dem lob an^^
vom prinzip fand ich das ende her ok, der held opfert sich um alle zu retten, was mich störte waren die "löcher". warum ist die normandy unterwegs? wohin? was passiert mit allen? wie gehts weiter? die charaktere bei ME sind mir so ans herz gewachsen, ich möchte wissen wie es ihnen ergangen ist.
ich hatte garrus und edi mit zur endschlacht, haben sie überlebt? wie gehts auf der erse weiter? alle möglichen militärs auf dem planeten, kann das gut gehn (besonders mit einem kroganer mit grössen wahn mit einer armee), und so weiter. so habe ich als die credits durchliefen dagesessen und mir sind die fragen durch den kopf geschossen...die nicht beantwortet worden sind... das hat mich am ende von ME3 aufgeregt.
Rian
05. April 2012 um 15:11 Uhr (#7)
Köln, 05. April 2012 – Der im Sommer erhältliche, kostenfreie* Zusatzinhalt Mass Effect 3: Extended Cut wird die Ereignisse am Ende des von der Kritik gefeierten Action-Rollenspiels Mass Effect 3 genauer beleuchten. Durch zusätzliche Filmsequenzen und Epilogszenen wird der Zusatzinhalt den Fans mehr Klarheit über den Schluss von Mass Effect 3 bieten und tiefere Einblicke in das Ende ihrer persönlichen Reise vermitteln. Mass Effect 3: Extended Cut wird zum Herunterladen für Xbox360, PS3 und PC zur Verfügung stehen.

„Wir sind alle unfassbar stolz auf Mass Effect 3 und die Arbeit von Casey Hudson und dem Team“, sagte Dr. Ray Muzyka, Mitbegründer von BioWare und General Manager des EA-Labels BioWare. „Wir haben uns seit dem Erscheinen das Feedback unserer leidenschaftlichsten Fans genau angehört und reagieren nun darauf. Mit Mass Effect 3: Extended Cut haben wir unserer Ansicht nach eine gute Balance gefunden: Wir liefern die von den Spielern gewünschten Antworten und bewahren gleichzeitig die künstlerische Vision des Teams für das Ende dieses Storybogens im Mass Effect-Universum.“

Casey Hudson, Executive Producer der Mass Effect-Reihe, fügte hinzu: „Nach Erscheinen des Spiels haben wir neue Prioritäten gesetzt, um den Fans, die einen klareren Abschluss wollten, mehr Kontext und Klarheit zu geben, sodass das Ende unserer Ansicht nach jetzt für jeden Spieler ein persönlicheres Erlebnis bietet.“
Jozu
28. Juni 2012 um 19:31 Uhr (#8)
Der Extended Cut ist übrigens draußen. Ich mochte das Ende zwar vorher schon, aber die erweiterten Epiloge stopfen viele der Löcher, die einige gestört haben. Und auch auf einige Entscheidungen, die man getroffen hat wird eingegangen. Zudem gibt es ein verstecktes viertes Ende: http://www.youtube.com/watch?v=-IDhI2A_dnM
Ella
Gast
16. Juli 2012 um 16:44 Uhr (#9)
Rian, als ich deinen Text über das Ende über ME3 gelesen habe, dachte ich, dass du jemand bist, der genauso denkt wie ich..
Von den meisten hatte ich gehört, dass sie die Synthese gewählt haben, danach kam die Zerstörung doch erst dann haben weniger die Kontrolle gewählt.
Ich wusste zu der Zeit meiner Entscheidung noch nichts von der Indoktrinationstheorie und habe das DLC auch noch nicht angespielt.
Ich dachte damals ähnlich wie du. Es waren nicht dieselben Beweggründe, aber ich habe mich ebenfalls für die Kontrolle entschieden. Ich habe mich schon immer sehr in Shepard hineinversetzt und alle sind mir sehr ans Herz gewachsen, besonders war es bei mir Garrus. Also hörte ich mir das Gerede von dem "Kind", also dem Katalysator an und blieb erstmal ruhig sitzen und dachte eine Weile nach.
Die Zerstörung konnte ich nicht verantworten und wollte es auch nicht. Ich hatte es geschafft, dass Quarianer und Geth sich versöhnten und zusammen den ehemaligen Heimatplaneten der Quarianer besiedelten und in Frieden lebten. Die Geth waren mir zu diesem Zeitpunkt ein wenig ans Herz gewachsen, da sie auf ihre Schöpfer zugingen und sie um Frieden baten und darum, mit ihnen auf Ranoch zu leben. Außerdem war da noch EDI, mit der Joker zu diesem Zeitpunkt zusammen war und beide lagen mir sehr am Herz.

Die Synthese war ebenfalls nichts für mein Gewissen. Mein Grund sie nicht zu wählen war eher etwas.. naja..
Mein Gedanke war, dass ich nicht einfach willkürlich entscheiden kann, ob jeder Mensch, jedes Wesen sich überhaupt verändern WILL. Wozu nehme ich diese Macht? Diese Verantwortung für alle zu entscheiden?

Die Kontrolle erschien mir also als einziger Ausweg. Der Unbekannte hatte mich niemals überzeugt, ich konnte ihn schon nicht bei unserem ersten Treffen leiden. Ich habe es auch nicht aus seinen Gründen gewählt. Sondern ich habe es gewählt, weil ich an meine Crew dachte. Ich wollte das alles so bleibt wie ich es hinterlassen hatte, nur ohne die Reaper. Und wenn das hieße, dass ich mich dafür opfern muss, dann würde ich es tun. Am meisten dachte ich dabei natürlich an Garrus. Ich wollte ihn beschützen. Genauso wie meine Crew und die restliche Menschheit und all die anderen Völker.

Ich war froh, als ich deinen Text gelesen hatte, dass noch jemand so dachte wie ich. Es hat mich sehr traurig gemacht, das Shepard ihr/sein Leben geben musste (Shepards letzter Atemzug bei der Zerstörung war mein einziger Beweggrund sie zu wählen), aber ich konnte es nicht ändern und genau wie du, saß ich erstmal wieder ruhig da und dachte nur nach.
Rian
16. Juli 2012 um 19:23 Uhr (#10)
Toll, dass du deine Erfahrung teilst, es freut mich sehr, dass der Artikel so viele Reaktionen hervorruft. :)

Mit der Synthese hast du ganz recht. Mein Shepard war auch jemand, der die Vielfaltigkeit des Universums unterstützt hat, da würde er nicht den großen Angleicher spielen wollen.

Ich kann dir übrigens den Extended Cut sehr empfehlen, der räumt mit so ziemlich allen meinen Kritikpunkten auf. Und nimm Garrus auf die letzte Mission mit, wenn du das nicht eh schon tust. :)
Ella
Gast
16. Juli 2012 um 23:05 Uhr (#11)
Also ich hatte mir den DLC schon länger runtergeladen aber kam nie dazu..

Habe mir eben Zeit genommen und ich muss sagen, der ist sehr gut, aber auch sehr kurz oder?

Ich habe Garrus seit dem 1. Teil auf jede Mission mitgenommen :D Welche letzte Mission meinst du? Du meinst doch nicht die Mission zu dem Teleporter zu kommen, oder?
Rian
16. Juli 2012 um 23:23 Uhr (#12)
Also, der DLC greift ab dem Moment des Angriffs auf die Cerberus-Basis - ab da merkt man schon leichte Veränderungen. Aber das meiste findet natürlich auf dem Weg zum Teleporter statt, zuzüglich der einen, schönen zusätzlichen Sequenz direkt davor. Taliiii <3

Aber ja, kurz ist es allemal. Es geht da eher um die Feinheiten, die überall verflochten sind, wenn man aufpasst.
Jozu
16. Juli 2012 um 23:33 Uhr (#13)
Args - mich deucht, ich muss den EC nochmal spielen. Habe ab dem Moment geladen, an dem man gegen den legendären "Marauder Shields" kämpft - also direkt vor dem Teleporter. Ich habe allerdings auch niemanden geromanced - außer der Reporterin. Und die ist ja eigentlich egal. Zwar habe ich auch für meinen Shepard die Synthese gewählt und ja, ich fand es auch angebracht einfach für alle zu entscheiden. Wenn ich allerdings selbst in dieser Situation wäre, würde ich wohl auch die Kontrolle wählen, allein aus dem egoistischen kleinen Aspekt heraus, dass mein Bewusstsein mehr oder weniger erhalten bleibt und ich auch noch sehen kann, ob jetzt auch wirklich Frieden und Wohlstand und Cupcakes ist.
Ella
Gast
18. Juli 2012 um 23:42 Uhr (#14)
Also ich habe es leider erst ab der letzten Mission gespielt, also wo Shepard halbtod auf den Teleporter zur Citadel geht.. oder sich eher hin schleppt. Ich habe leichte Veränderungen gemerkt und habe sie auch alle sehr positiv aufgenommen, und ich fand auch den DLC super, aber ich hatte irgendwie was längeres erwartet.. aber ich sage nicht, dass er schlecht war! Ich denke, es ist ein gelungenes Ende.
Rian
19. Juli 2012 um 17:46 Uhr (#15)
Jop, aber Bioware hat ja auch gesagt, dass sie nicht wirklich etwas abändern wollen. Mehr als das Nötigstes hätte wahrscheinlich auch zu viel Kohle gekostet.
Ella
Gast
20. Juli 2012 um 12:30 Uhr (#16)
Eben, ich denke auch anderes wäre unnötig gewesen. Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, wieso sich so viele über das Ende aufgeregt haben. Natürlich habe auch ich nicht so ein Ende erwartet, aber solche Spiele wie Mass Effect sind nicht einfach irgendwelche Games, die man mal grade zockt oder entwickelt. Ich denke, es ist ein Werk. Und wenn die Entwickler denken, dass dies das perfekte Ende für ihr Werk ist, sollte man das respektieren.

Und ganz ehrlich: so schlimm fand ich das Ende jetzt nicht. Aus meiner Sicht haben viele übertrieben.
Gast
28. Februar 2020 um 18:19 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

An: Alle
Sparte - Offene Briefe.
Jetzt spreche ICH!
Sparte - Wir haben eine Meinung und keine Angst, sie auch zu sagen! Manchmal labern wir aber auch nur Anekdoten vor uns her.
Spielosophie
Sparte - Ob Analyse von Gameplay-Elementen, Gedanken zu Entwicklungen und Trends oder höhere Erkenntnisse im Themengebiet Videospiele - die Spielosophie ist das Coq au Vin unter den Pommes Frites.

Gefällt dir unser Artikel?

Spiele des Artikels

RELEASE
09. März 2012
PLATTFORM
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 3
Plattform
Wii U
Plattform
Xbox 360
Plattform

Ähnliche Artikel