5 Days A Stranger

(Artikel)
Joshua Peters, 17. Juli 2012

5 Days A Stranger

Umsonstes Zeigen und Klicken

Manchmal laufen die Sachen ein bisschen anders als sonst. Ja, ihr seht hier, wie ich ernsthaft ein Point-&-Click-Adventure vorstelle. Falls ihr noch nicht mitbekommen habt, wie ich normalerweise zu diesem Genre stehe: Ich hasse es und halte es für nur noch über Beatmungsgeräte künstlich am Leben gehalten. Da ist es auch scheißegal, wie hübsch diese Beatmungsgeräte sind - das Genre ist quasi tot! Nun bin ich aber über bestimmte Videos im Internet auf einen Kerl namens Ben Croshaw aufmerksam geworden, der halt diese Videos gemacht hat, schaute mir die Wiki-Page an, sah, dass er auch Spiele gemacht hat und diese gratis zum Download bereitstehen und auch hoch gelobt wurden für alles Mögliche, für das man Indie-Games halt so lobt. Gamedesign und so 'nen Kram. Da wollte ich mir doch mal im Zuge der momentan in der Redaktion ja immer lauter werdenden Meta-Game- und Gamedesign-Debatten ansehen, wie so ein von Kritikern gepreistes Spiel, 5 Days A Stranger, denn wohl aussieht.


Also aussehen tut es nicht so gut, aber das ist ja, denke ich, auch nicht so wichtig. Außerdem ist das Spiel im Jahre 2003 rausgekommen und wurde mit dem Adventure Game Studio zusammengebastelt. Damit kann man sich ähnlich wie beim RPG-Maker seine eigenen Spiele zurechtkleben. Aber es gibt ja etwa auch einige Spiele, die mit dem RPG-Maker gemacht wurden, die jetzt recht bekannt und beliebt sind. Wenn man sich nur mal Vampires Dawn anguckt. Das war, glaube ich, sogar mal auf einer ScreenFun-CD oder so drauf. Man muss halt nur genug Mühe und gute Ideen reinstecken!
Aber genug von all dem Drumherum. Ihr wollt ja sicherlich auch wissen, worum es in dem Spiel geht. Hier schlüpft man in den grauen (eigentlich Nadelgestreiften) Anzug von Mr. Trilby, einem Herrn, der sich gerne als Gentleman-Dieb sieht. Und auch schon in der ersten Spielszene steigen wir per Hookshot-Regenschirm in das Haus eines verstorbenen Reichen ein. Leider geht hinter einem das Fenster zu und lässt sich nicht mehr öffnen. Und dann ist auch noch der Safe leer... Na gut, dann eben wieder ab nach Hause. Auf dem Flur trifft man dann aber einen anderen Menschen, der vor einem wegläuft. Macht man sich nichts draus, man hat ja eh nichts mitgenommen. Ziemlich schnell stellt man aber nach dem Untersuchen des Hauses fest, dass man es nicht mehr verlassen kann. Außerdem ist man mit vier anderen eingeschlossen, die hier schon seit gut einer Woche rumdümpeln. Namentlich sind das: AJ, der den anderen nichts über sich erzählt - Simone, eine Reporterin - Philip, welcher von sich behauptet ein "Schatzjäger" zu sein - und Jim, ein Internatsschüler. Nun versucht man also möglichst viel über das Haus herauszufinden und gemeinsam zu entkommen.


Sonderlich lang ist das Spiel nicht, das bekommt man sicherlich an einem entspannten Nachmittag durch. Und besonders schön ist es, wie gesagt, auch nicht. Die Steuerung ist meiner Meinung nach recht murksig und ungenau. Der Sound entspricht ungefähr der Grafik, ist aber dafür sehr gut eingesetzt. Das mag jetzt alles recht negativ klingen - ist es im Grunde auch -, aber all das war mir so egal, weil die Story so gut inszeniert war und ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Ganz, ganz doll. Da war mir dann auch die Steuerung egal, für die ich jedes andere Spiel gleich wieder von der Platte geschmissen habe.


Anfangs dachte ich natürlich: Meh. Aber dann setzte sich der Gedanke durch: Spiel weiter, es soll ja gut sein. Und schon vier Minuten später hatte mich die Story so sehr, dass mir alles andere egal war. Vielleicht auch fünf Minuten. Wir wollen mal nicht so genau sein. Das ist aber immer noch wesentlich schneller als bei vielen anderen Spielen. Ich kann also jedem, der auf Adventures steht, 5 Days A Stranger sowieso schon mal empfehlen, aber dazu auch noch Genre-Feinden wie mir, die aber auf eine gute, spannende Geschichte stehen. Außerdem ist das Spiel verdammt noch mal umsonst.

Auch Ihr - Jozu

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13. Dezember 2017 um 12:29 Uhr
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