Yooka-Laylee and the Impossible Lair

(Artikel)
Robert Mitchell, 04. September 2019

Yooka-Laylee and the Impossible Lair

Mehr Spieltiefe in weniger Dimensionen?

Spricht man über das erste Yooka Laylee von Playtonic Games, hört man immer wieder dieselbe Geschichte: Das Spiel (das übrigens auch ich mit-gekickstartet habe) weckte zunächst nostalgische Erinnerungen an die N64-Ära, nur um dann nach Release zu verdeutlichen, wieso diese Zeiten nie zurückkehren sollten. Diese teils kritische Rezeption scheint auch beim Entwickler angekommen zu sein. Yooka-Laylee and the Impossible Lair schlägt als 2,5D-Platformer eine neue Richtung ein.

Bighead
Yooka und Laylee sind wieder da!

Im neuen Yooka-Laylee-Abenteuer scheinen Playtronic Games geradezu Kylo Rens Forderung in The Last Jedi zu kanalisieren: 'Lass die Vergangenheit sterben!' Statt einfach eine Third-Person-Fortsetzung des Platformers zu machen, 'tötet' der Entwickler eine ganze, beziehungsweise halbe, Dimension. Ich habe mich nicht vertippt: Die Fortsetzung von Yooka-Laylee ist ein 2,5D-Plattformspiel. Das heißt, nicht mehr Banjo-Kazooie bietet hier die Vorlage, sondern eher Donkey Kong Country.

Ob der dimensionale Verlust zu verkraften ist, konnte ich schon bei einer Hands-On-Session auf der Gamescom testen - und für all diejenigen, die vom letzten Spiel herb enttäuscht waren, kann ich Erfreuliches berichten: In zwei(einhalb) Dimensionen spielt sich das charmante Paar wunderbar!

Ice

In Yooka Laylee and the Impossible Lair treffen wir altbekannte Charaktere wieder: Ganz vorne mit dabei sind natürlich das Chamäleon Yooka und die lila Fledermaus Laylee, die auf Yookas Schultern sitzt und auch mal beim Springen hilft. Auch die Schlange, beziehungsweise der Geschäftemacher Trowzer taucht immer wieder auf, um Yooka und Laylee etwas anzudrehen. In diesem Spiel müssen unsere Hauptfiguren etwa einen Zoll an Trowzer abgeben, dieses Mal in der neuen Währung "TWIT Coin", um in der Überwelt "Paywalls" abzubauen und Zutritt zu neuen Leveln zu bekommen.

Mit rund 20 Leveln ist das Spiel auch recht umfangreich aufgebaut. Der Clou dabei ist die Mechanik der Zustandsänderung. Leitet man etwa in der Überwelt einen Fluss in ein Feuerlevel um, ist eine zuvor von Feuer gekennzeichnete Umgebung auf einmal nur noch durch Schwimmen zu erkunden. Auch das Einfrieren von Leveln ist möglich, wodurch sich andere Pfade auftun, die nun etwa durch Eisblöcke erreicht werden können. Durch das Spiel mit diesen Naturzuständen wird die Levelanzahl gewissermaßen multipliziert.

Gameboy
Es gibt Tonics für Gameboy-Grafik.

Zu dem Variationsreichtum der Level gesellen sich auch rund 60 "Tonics", die letztlich wie Mods funktionieren. Damit kann das Aussehen unserer Helden verändert werden -- durch Vorbestellung kann man sich etwa ein Big-Head-Tonic sichern --, aber auch die Grafik insgesamt kann in einen Gameboy-Look umgewandelt werden. Die Tonics wirken aber nicht nur oberflächlich, sondern können auch das Gameplay erschweren oder erleichtern, etwa dadurch dass sich alles in einem Level schneller oder langsamer bewegt. Bei erfolgreichem Bestehen eines erschwerten Levels gibt es dann mehr Belohnungen am Ende.

Beim Anspielen konnte ich schon selbst feststellen, dass das 2,5D-Abenteuer eine grafische Pracht ist: Bunte Level und süße Charaktere lassen sich mit 60 FPS flüssig steuern. Gerade im Gegensatz zum ersten Spiel fühlte sich die Steuerung sehr präzise an. Beim ersten Level war ich noch etwas tollpatschig, aber bald erlebte ich ein Gefühl von Flow, das ich von einem Yooka-Laylee-Spiel niemals erwartet hätte. Genau dieses Spielgefühl, so der Entwickler, sei aber explizit angestrebt gewesen.

overworld
Die bunte Oberwelt des Spiels.

Nachdem ich mich etwas eingespielt hatte, spitzte sich meine Spielsession zu. Man stellte mir das sogenannte Impossible Lair vor: das wohl schwerste Level, dessen erfolgreicher Abschluss das Spiel beendet. Dabei ist der Zugang zum Endlevel von Anfang an offen - theoretisch ließe sich das Spiel also in einem Level beenden. Dies scheint Playtronic Games jedoch nicht für sonderlich wahrscheinlich zu halten. Es könnte sogar sein, dass die Rede von einer finanziellen Belohnung war, wenn ich das Level beim Erstversuch schaffe. Damit ich überhaupt eine Chance hatte, wurde ich mit 15 Bienen ausgestattet. Diese funktionieren gewissermaßen wie Leben und müssen eigentlich vorher mühsam durch das Beenden von Leveln angesammelt werden - ohne Bienen müsste man das Endlevel also vollkommen fehlerfrei absolvieren. Die Schwierigkeit des Levels kann ich nun auf jeden Fall bezeugen: mit 15 Bienen schaffte ich gerade mal 12 Prozent des Impossible Lairs und konnte mir mein nettes Abendessen nach der Gamescom abschminken.

Nichtsdestotrotz bin ich mit großer Hoffnung für Yooka-Laylee and the Impossible Lair aus der Session herausgegangen. Mit der Streichung einer Dimension hat der Entwickler auch einiges an Altlast abgelegt und dem putzigen Heldenpaar womöglich den Weg für ein sensationelles 2,5D-Abenteuer geebnet.

Yooka-Laylee and the Impossible Lair erscheint am 8. Oktober auf Nintendo Switch, PS4, Xbox One sowie PC.

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21. September 2019 um 08:38 Uhr
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08. Oktober 2019
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Nintendo Switch
Plattform - Hybrid aus Konsole und Handheld. Unter dem Codenamen Nintendo NX angekündigt, ist die Nintendo Switch im März 2017 weltweit erschienen.
PC
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