Review: Devil May Cry 5

(Artikel)
Benjamin Strobel, 16. März 2019

Review: Devil May Cry 5

Auf Tour mit der Hack 'n' Trash Boyband

Wenn man sich die Jungs von Devil May Cry 5 so anschaut, kommt man um die Assoziation mit der Boyband nicht leicht herum. Wenn sie über den Bildschirm tanzen, spielt dazu ein fetziger Soundtrack. Sie laufen in ihren Lederjacken durch die Straßen als wären sie die einzigen auf der Bühne. Wohin sie auch gehen, sie gehen mit Style. Und sie schnetzeln Dämonen als wäre das ein Rockkonzert.

DMC5-Dante
Dante Punch!

Die Boyband geht auf Tour
Das ist zumindest ein Weg, um Devil May Cry 5 zu beschreiben. Man könnte auch sagen, es ist die lang erwartete Fortsetzung einer ikonischen Hack’n’Slash-Reihe, die seinerzeit vom Bayonetta-Regisseur Hideki Kamiya ins Leben gerufen wurde. Übergeben hat der aber längst an Hideaki Itsuno, der seit Teil zwei am Ruder ist (das Reboot DmC ausgenommen). Unter ihren Fans ist die Reihe vor allem für ihre straffe Steuerung und das stylische und zugleich tiefe Kampfsystem bekannt.

DMC5 ist ein direkter Nachfolger des vierten Teils und bringt nicht nur Boyband-Papi Dante zurück, sondern auch den verlorenen Sohn Nero. Komplett wird das Trio schließlich durch den Newcomer V, der wie ein depressiver Adam Driver aus seiner satanischen Bibel zitiert als würde jeden Moment die Welt untergehen - was sie zugegeben auch tun wird, wenn die drei feschen Boys nichts unternehmen. Der Dämonenlord Urizen hat einen Jieper nach Macht und droht alles Leben auszulöschen. Als die drei Boys ihn zum ersten Mal konfrontieren, werden sie zunächst kurz und klein geschlagen und müssen erstmal ihre Wunden lecken. Spielerinnen und Spieler bekommen im Verlauf des Spiels die Möglichkeit, alle drei - sehr unterschiedlichen - Figuren zu spielen.

DMC5-Adam-Driver-V
Adam... Driver? Nein, es ist V!

Mit guter Laune gegen Dämonen
Obwohl das Setting düster klingt, ziehen die Jungs stets mit guter Laune, flotten Sprüchen und rockiger Musik in den Kampf. Die durchdachten und komplexen Kampfmechaniken, die sich zwischen den Figuren zum Teil drastisch unterscheiden, lassen durchscheinen, dass in DMC5 gutes Spieldesign über alles geht. Obwohl ein Rating-System (D-S) dazu anregt, möglichst lange und abwechslungsreiche Combos auf den Bildschirm zu zaubern, ist der Druck, sich gut anzustellen, nicht all zu groß. Denn auch wenn man nur mittelmäßige Moves aufs Parkett bringt, sieht das Spiel großartig aus und belohnt jeden Kampf mit einem Effektfeuerwerk aus Neonlichtern und Metall-Soundtrack. Einige Bossgegner sind dennoch nicht ganz einfach.

Mit explosive Prothesen und anderen schlagfertigen Argumenten hat DMC5 jede Menge Action-Feuerwerk zu bieten. Nero hat seinen Arm verloren, den er sich mit den unterschiedlichsten Prothesen ersetzen kann: vom Mega-Buster bis zum Raketenarm bleiben keine Wünsche offen. Mit Dante wird es deutlich komplizierter: mit acht verschiedenen Waffen und vier Kampfstilen, die man wild kombinieren kann, bringt DMC5 sogar Hack’n’Slash-Veteranen ins Schwitzen. Für Normalsterbliche ist das schon überkomplex. Neuling V steigt hingegen nicht mal selbst in den Ring, sondern lässt Dämonen für sich kämpfen. Hier verliert das sonst straffe Gameplay etwas Tempo und fühlt sich nicht immer ganz so griffig an. Auch wenn das etwas gewöhnungsbedürftig ist, bringt dieser komplett andere Stil etwas Abwechslung ins Spiel. Der Bub schmökert während des Kampfes lieber in seinem Buch und lässt seine Schattentierchen die Arbeit machen. Auch eine Möglichkeit!

DMC5-Nero-Megabuster

Hack ’n’ Trash
DMC5 kümmert sich wenig um moderne Erzählkonventionen und presst seine Plotpunkte in Cutscenes zwischen das Schnetzel-Gameplay. Zwar experimentiert das Spiel mit multiperspektivischer und nichtlinearer Erzählung, aber das trägt eigentlich mehr zur Verwirrung bei als dass es hilft. Der Reiz des Spiels entsteht vor allem dadurch, dass es mit hohen Produktionswerten unter erstklassiger Regie seinen eigenen B-Movie-Charme zelebriert. Wird ein Bus auf unsere Boys geworfen, marschieren sie zur Tür wieder heraus und haben noch einen lächerlichen Spruch auf den Lippen. Sie tanzen und wirbeln durch die Luft, ihre Lines sind noch überzogener als ihre Outfits. DMC5 ist Trash im besten Sinne.

Die Leichtigkeit von Devil May Cry 5 verhilft dem Spiel zu seinem eigentlich Genuss. Nicht immer müssen es die brummigen Väter sein, die den Schmerz ihrer eigenen Existenz vor sich her peitschen. Die Videospiellandschaft hat durchaus Raum für Stil und Action und Spaß ohne das Ganze allzu ernst zu nehmen.

DMC5-Nero-Neon

Fazit
Devil May Cry 5 spielt mechanisch in der obersten Liga und sollte Hack’n’Slash-Fans genug Spielfläche bieten, sich an schwierigen Gegnern und komplexen Combos die Zähne auszubeißen. Genauso gut kann man DMC5 aber auch als das Trash-Fest feiern, das es ist und gemeinsam mit der Boyband in die neonfarbene Sonne grinsen. Jackpot!

Devil May Cry 5 wurde auf der Xbox One X getestet. Ein Testmuster wurde uns von Capcom zur Verfügung gestellt.

Devil May Cry 5

(Ranking)
S
RANK
Herausragend. S-Spiele erweitern Horizonte. Sie bieten intensive Erlebnisse oder halten den Spieler noch lange am Bildschirm gefesselt. Selbst wenn man sie nicht jedem empfehlen kann, will man doch mit jedem über sie reden.

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20. Juni 2019 um 17:31 Uhr
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08. März 2019
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