Disgaea 4: A Promise Revisited im Test

(Artikel)
Haris Odobaši?, 17. September 2014

Disgaea 4: A Promise Revisited im Test

Und mal wieder 100 Stunden verzockt.

Ich habe schon oft über Disgaea geschrieben. Der erste Teil ereilte mich mal damals in den Schulferien vor gut zehn Jahren und zwang mich, mein ganzes Vermögen (immerhin fast 50 €) an die Videothek abzutreten, weil ich das Spiel über Wochen zockte. Es war mein erstes Taktik-RPG und hat deswegen einen besonderen Platz in meinem Herzen. Doch nach dem ersten Teil wurde die Serie leider schwächer: die neuen Charaktere waren einfach nicht so sympatisch wie Laharl, Etna, Flonne und Co., die Dialoge nicht immer so gut geschrieben, der Humor nicht immer zündend. Dennoch fiel es mir nicht schwer dank des Gameplays viele Stunden in den zweiten Teil zu investieren, während der dritte, damals immerhin das PS3-Debüt, mich kalt ließ. Der vierte Teil ist nun für die Playstation Vita erschienen und seien wir ehrlich: So ein Taktik-RPG ist einfach am besten auf dem Handheld im Bett oder unterwegs zu zocken. Kann Disgaea 4 mein Herz zurückerobern?

Um es kurz zu machen: im Großen und Ganzen ja. Die Reihe findet hier nämlich zu alter Stärke zurück. Alleine schon der Plot -- ein Vampirlord, der nun als Prinny-Ausbilder arbeitet, rebelliert gegen die gesamte Netherworld, weil er den Prinnies versprochen hat, jedem eine Sardine zu schenken -- ist genauso lustig wie er absurd klingt und die dazugehörigen Charaktere wissen zu unterhalten. Wie gewohnt gibt es nur wenige Cameos alter Helden, dafür viele Neuankömmlinge, die einem aber schnell ans Herz wachsen, weil die Dialoge fast so gut wie beim ersten Teil sind und der Humor, für den Disgaea immerhin bekannt ist, deswegen auch richtig zur Geltung kommen kann.

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Andererseits, und da muss man ehrlich sein, ist das hier im Grunde noch immer genau das gleiche Gameplay wie vor zehn Jahren, als Disgaea zum ersten Mal Europa erreichte. Änderungen, wie die Möglichkeit, Monster als Waffen zu benutzen, modifizieren die Formel etwas, doch das Gefühl, alles schon mal gesehen zu haben, drängt sich stark in den Vordergrund. Also wieder Isoperspektive, also wieder Komboattacken ausführen, indem man Charaktere nebeneinander platziert, oder die Geoblocks ausnutzen, die farbigen Bodenfeldern spezielle Boni verleihen können und mit viel Planung auch genutzt werden können, um nicht nur den Feinden großen Schaden hinzuzufügen, sondern euch auch eine Menge Loot zu spendieren.

Selbst grafisch hat sich seit dem ersten Teil kaum was getan. Die Sprites sehen auf der Vita gut aus und die Animationen der Figuren passen, aber die Effekte könnten ruhig bombastischer sein. Gewohnt gut hingegen ist die Musik, die für die Vita-Version noch um einige Stücke erweitert wurde. Mehr als 100 Songs warten also auf euch, viele bekannt aus vorherigen Teilen, aber auch viele komplett neu. Da Disgaea einen ziemlich einzigartigen Soundtrack hat, ohne das übliche Herumgerocke von JRPGs, ist das eine gute Abwechslung und sehr hörenswert.

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Wie alle anderen Teile in der Reihe verspricht auch Disgaea 4: A Promise Revisited euch für gut und gerne eine dreistellige Stundenzahl mit einer schier unendlichen Menge an Inhalten zu fesseln. Vieles, was man gewohnt ist, wie die nahezu ewige Item-World, in der man jedes verdammte Item im Spiel in zufällig generierten Dungeons hochleveln kann, ist wieder da und pusht die Spiellänge in die Höhe, wenn man sich darauf einlässt. Wer das ganze Drumherum überspringt und nicht darauf besteht Level 9999-Charaktere hochzuzüchten, findet dennoch Unterhaltung in einem hohen zweistelligen Stundenbereich. Aber ob ihr wirklich widerstehen könnt, einfach mal ein paar Nächte zu grinden?

Wer also schon seit langer Zeit auf Taktik-RPG-Entzug ist oder sich nach dem typischen Disgaea-Gameplay dürstet, darf gerne zugreifen. Disgaea 4 ist das beste Disgaea seit dem ersten Teil und auf der Vita in der besten Version zu haben. Doch wer mit der Reihe nie wirklich warm geworden ist oder sich des Gameplays überdrüssig fühlt, kann dieses Spiel auch verpassen. Wirklich geändert hat sich nichts, es ist nur besser als früher. Haris

Disgaea 4: A Promise Revisited

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

SuperWario
Gast
24. September 2014 um 10:19 Uhr (#1)
Der Text ist insgesamt gut geschrieben. Die Absätze sind zwar keine, da nicht nachvollziehbar, aber Rest ist ganz ordentlich :)
Gast
15. Dezember 2019 um 07:19 Uhr
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RELEASE
29. August 2014
PLATTFORM
PS Vita
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