Splinter Cell: Blacklist

(Artikel)
Rian Voß, 12. August 2013

Splinter Cell: Blacklist

Hands-On bei Ubisoft

Benjamin und ich waren letzt ausgegangen. Nicht in ein feines Restaurant, wie wir es immer donnerstags bei Kerzenschein zu tun pflegen, sondern in ein Hotel. Ulkige Geschichte: Dort sind wir völlig zufällig über eine Presseveranstaltung und -Hands-on zu Rayman Legends und Tom Clancy's Splinter Cell: Blacklist gestolpert. Und weil wir so charmant aussahen, durften wir uns das mal angucken und ein bisschen Bier und O-Saft wegschlürfen.

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Sam Fisher, SIGINT-Super-Ninjaspion der NSA, befindet sich endlich im wohlverdienten Ruhestand, nachdem er die Präsidentin der Vereinigten Staaten gerettet und einen Riegel vor die fiesen Machenschaften des Third-Echelon-Bosses geschoben hat. Aber naja, der alte Mann ist ja noch keine sechzig und Amerika wird von den Engineer-Terroristen bedroht, also bekommt er seine eigene Organisation, Fourth Echelon, und darf auf eigene Faust Schluss machen mit dem Anschlagsunsinn.

Die schlechte Nachricht zuerst: Wir durften uns nicht im Ko-op austoben. Weiß der Geier, warum - wahrscheinlich wusste dort niemand, wie man ein Netzwerk einrichtet. LAN-Ko-op soll das Spiel jedenfalls haben.
Die gute Nachricht: Freiheiten sind im großen Stil wieder zurück. Ubisoft hat die drei großen Ansätze, wie Spieler an eine Mission herangehen, methodisiert und benannt: Assault-Spieler sind Fans von Conviction und pusten sich mit Waffengewalt durch alle Level hindurch. Ghost-Spieler beenden Missionen ohne überhaupt entdeckt zu werden und Panther-Spieler bleiben im Schatten, sind sich aber auch nicht zu schade für wohlplatzierte Headshots und Nahkampf-Auseinandersetzungen.
Sam lässt sich vor jedem Einsatz an Bord der fliegenden Einsatzzentrale "Paladin" von Kopf bis Fuß ausrüsten: Handschuhe, Körperweste, Gadgets, Waffen und mehr - jedes Stück Equipment fällt in die drei Kategorien und unterstützen einen bestimmten Spielstil. Und müssen selbstverständlich vorher freigeschaltet werden, indem man Multiplayer spielt oder man die aus Conviction bekannten Nebenaufgaben erfüllt, wobei Ghost-Spieler am schnellsten Zugriff auf neues Spielzeug bekommen.

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Insofern ist es schön zu sehen, dass der Ghost-Ansatz überhaupt wieder in den meisten Situationen möglich ist - ein paar Story-Skriptsequenzen für mehr Drama ausgenommen. Leichen und Körper bewusstloser Feinde lassen sich, in feierlicher Rückkehr dieses Features, im Schatten verstecken und auch ein paar gewünschte Manöver aus älteren SC-Teilen, wie das Durchschneiden von Planen mittels Kampfmesser, sind wieder zurück. Nur den guten SWAT-Turn, der seit Pandora Tomorrow verschollen ist, haben wir schmerzlich vermisst...
Sam steuert sich inzwischen wie ein junger Gott. Es wurden die charakteristischen Neuerungen aus Conviction genommen, also die sehr gute Cover-Mechanik und das Exekutionssystem, mit weitaus mehr Möglichkeiten zum Klettern und Finden alternativer Routen vereint (wenn ich mal nicht weiter kam, musste ich nur einen Blick nach oben werfen) und schon macht der alternde Geheimagent in Kürze einen ganzen Raum voller Patrouillen frei - wenn nicht aus der Deckung, dann gerne auch mal aus der Bewegung heraus.

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Dabei ist vor allem das Verfolgen der Ghost-Spielweise echt nicht einfach. Auch wenn Gegner ziemlich langsam schalten, wenn ein Opa im Einteiler vor ihnen Purzelbäume schlägt, sind doch überall genug von ihnen postiert, um den Spieler in seiner heimlichen Wegfindung kreativ werden zu lassen. Und einmal aufgescheucht, schnüffeln sie überall herum und denken gar nicht erst daran, Sams Präsenz als ein Hirngespinst abzutun.

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Auf den ersten Blick macht macht Blacklist grafisch vor allem im Detailgrad ordentlich was her: Level wirken organisch und wenig konstruiert und geben einem viel zu gucken - wenn man sich nicht gerade in der vereinfachten Sonar-Ansicht befindet. Apropos Goggles: es gibt mehr als nur eine Brille.
Was da total aus dem Rahmen fällt, ist Sam an sich: Wo er in der deutschen Version immerhin noch bei derselben Synchronstimme bleibt, klingt er im englischen Original wesentlich jünger. Auch sein Gesicht wirkt wie nach einer Schönheitsoperation - ich hatte in einigen Zwischensequenzen echte Schwierigkeiten, den virtuellen NSA-Agenten, den ich schon seit elf Jahren kenne, zu identifizieren.

Im Anspielen wirkte Blacklist vielversprechend: die guten Neuerungen von Conviction, gepaart mit den alten Werten der Serie. Mit einem spaßigen Ko-op-Modus und der Rückkehr vom Spies-vs.-Mercs-Multiplayermodus hat der Titel gute Chancen darauf, das bisher beste Splinter Cell zu werden. Aber ob der Traum wirklich wahr wird, werden wir erst im Review sehen. Rian

Kommentare

blackmaniac
12. August 2013 um 19:09 Uhr (#1)
bin echt gespannt. Werde wohl bei der Wii U Version zugreifen, auch wenn Couch Coop fehlt (sind wir mal ehrlich, ich werd eh keinen für Couch Coop finden)
Gast
23. September 2017 um 07:43 Uhr
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