TransOcean 2: Rivals im Test

(Artikel)
Adrian Knapik, 11. Mai 2016

TransOcean 2: Rivals im Test

Schiffe, Geld und Ruhm

TransOcean ist wohl die einzige ernstzunehmende Wirtschaftssimulation auf dem Markt, die sich mit Schiffen und Reedereien beschäftigt. Umso kritischer müssen wir uns TransOcean 2: Rivals anschauen, um herauszufinden, ob sich auf der Monopolstellung ausgeruht wird oder wir Spieler doch das bekommen, was wir wollen: nämlich eine spannende, realistische und gut bedienbare Simulation.

to2rivals_weltkarte

Das Ziel in TransOcean 2: Rivals wird schnell klar: Errichte ein massives Reederei-Imperium, das die Konkurrenz auch nur durch die bloße Anwesenheit zittern lässt. Ob ihr das im Geheimen im Singleplayer gegen die KI tut oder im Multiplayer gegen echte Gegenspieler, bleibt euch überlassen. Allerdings gibt es im Multiplayer auch keine Möglichkeit, zusätzliche KI-Gegner hinzuzufügen.

Zu Beginn könnt ihr eurer Firma den persönlichen Touch geben und Firmennamen, Logo und euer eigenes Aussehen unter verschiedenen Avataren auswählen. Bei Letzterem habt ihr die Auswahl zwischen sechs Männern und acht Frauen. Wieso es mehr Frauen als Männer gibt? Ist doch logisch, denn von irgendwem müssen die ganzen Schiffe ja geputzt werden. Höhö. [Anm. d. Chefredaktion: Wir wünschen Herrn Knapik viel Erfolg in seiner weiteren Laufbahn.]

Zu Beginn eines jeden Spieles dürft ihr euch auf der Weltkarte euren Heimathafen auswählen und mit eurem Anfangsbudget das erste Schiff kaufen. Danach heißt es erst mal fleißig Aufträge annehmen, indem ihr entweder auf den Hafen klickt, in dem euer Schiff gerade liegt, oder über die Auftragsliste auf der Weltkarte in die Angebote schaut. Die Auftragsliste ist übersichtlich gestaltet, wodurch ihr zügig das beste Angebot herausfindet. Sogar eine kleine Abbildung der Karte wird noch angezeigt, die euch über die Weite des Transports aufklärt. Falls euer Schiff zu wenig Treibstoff im Tank hat, könnt ihr aus diesem auch Menü direkt volltanken oder die Reisegeschwindigkeit verringern, um Sprit zu sparen. Sobald ihr einen Transportvertrag unterschrieben habt, müsst ihr nur noch das Startzeichen geben und schon ist euer Kahn unterwegs.

to2rivals_upgradedockIm Upgrade-Dock warten viele Verbesserungen für eure Schiffe.

Jeder Hafen besitzt seine eigene Spezialisierung. So könnt ihr in manchen Häfen Schiffe bauen lassen, andere führen Reparaturen durch oder bringen Verbesserungen an. Jeder Hafen hat eine Zweigstelle, in der sich ein Spieler einnisten kann, um fortan an allen positiven Geldflüssen in diesem Hafen beteiligt zu werden. Als Beispiel: kauft jemand in der Werft einer eurer Häfen ein Schiff, erhaltet ihr einen bestimmten Prozentsatz des Kaufwertes. Genauso läuft das auch mit allen anderen Spezialisierungen - eine super Sache, um zusätzlichen Geld zu verdienen, und unabdingbar für den weiteren Erfolg.

Denn für jeden Auftrag erhaltet ihr neben dem Lohn auch Regionspunkte. Von denen braucht ihr eine Mindestanzahl, um eine Zweigstelle in der gewünschten Region zu kaufen. Jede Region besitzt dabei jeweils zwei Boni, die ihr erhaltet, sobald ihr die Mehrheit an Zweigstellen einer Region erworben habt. Den zweiten Bonus erhaltet ihr allerdings nur, wenn euer Heimathafen auch in der Region liegt. Die Boni haben es auch inhaltlich in sich, bieten sie doch besonders starke Vorteile gegenüber anderen Spielern. Und da jeder Bonus auch andere Spielweisen anspricht, unterstützt das die Freiheiten des Spielers, seine Herangehensweise selbst zu kontrollieren.

to2rivals_auftragslisteDie Auftragsliste ist übersichtlich und zeigt viele Informationen und Funktionen auf einen Blick.

TransOcean 2 bietet verschiedene Möglichkeiten, euer Spiel zu gestalten. Gerade im Endlosspiel habt ihr die absolute Freiheit über eure Firma, ohne dass euch Ziele einschränken. Durch die drei verschiedenen Schiffsarten, nämlich Bulkschiffe, Containerschiffe und Tankschiffe, könnt ihr euren persönlichen Spielverlauf gut steuern. Während das Bulkschiff viele Regionspunkte und etwas weniger Geld pro Auftrag generiert und euch das Tankschiff nach Geld stinken lässt, aber dafür weniger Regionspunkte ausspuckt, ist das Containerschiff eine Mischung aus beiden. Zudem bieten die verschiedenen Upgrade-Möglichkeiten noch weitere Wege, um euch zu spezialisieren.

Der Spielfluss von TransOcean 2 ist dabei wirklich fantastisch gelungen. Sobald das Spiel einmal ins Rollen kommt, hat man keine Pause mehr. Wo gerade zu Beginn die Funktion für die höhere Spielgeschwindigkeit gut zu gebrauchen ist, wollt ihr gerade im späteren Verlauf eher einen Zeitlupenmodus haben, um in Ruhe alle Dinge managen zu können. Es gibt immer was zu tun – und das lässt euch TransOcean 2 gut spüren. Wollen wir uns aber noch einmal den verschiedenen Spielmodi widmen.

to2rivals_sabotageWollt ihr den Zoll auf Konkurrenten hetzen, werden gegnerische Schiffe besonders hervorgehoben.

Im Singleplayer habt ihr die Auswahl zwischen den drei Spielmodi Kampagne, Wettkampf und Endlosspiel. Die Kampagne bietet sechs verschiedene Missionen, in denen ihr die Grundlagen des Spieles Schritt für Schritt erklärt bekommt - also im Prinzip ein riesiges Tutorial. Dabei ist eure Heimatstadt vorgegeben: ihr beginnt euer riesiges Imperium in Nordamerika. In jeder Mission werden Spielmechaniken und Kartenteile hinzugefügt, sodass ihr langsam – manchmal zu langsam – an alle wichtigen Dinge herangeführt werdet. Zwar wird im Hintergrund eine kleine Geschichte aufgespannt, die aber nicht wirklich vielversprechend ist und nur durch uninspirierte Text-Dialoge auffällt.

Der Endlosmodus ist – wie aus allen Strategiespielen bekannt – einfach dazu da, um alle Möglichkeiten des Spieles ohne Zwänge und Ziele auszuschöpfen. Hier habt ihr die meisten Freiheiten, könnt jede Entscheidung selbst treffen und so lange an einem Spielstand spielen, wie ihr wollt. Gerade zum Late-Game, wenn ihr schon zahlreiche vollausgebaute Schiffe habt und die meisten Zweigstellen in den Regionen besetzt sind, wird aber deutlich, dass es nicht mehr viel zu holen gibt. Dieser Punkt wird aber alles andere als schnell erreicht.

to2rivals_streikStreiken die Schlepper, könnt ihr euer Schiff selbst aus dem Hafen heraussteuern - oder ihr wartet den Streik ab.

Im Wettkampfmodus könnt ihr euch zwischen verschiedenen Spiellängen entscheiden. Das Ziel ist es, so viele Siegpunkte wie möglich zu sammeln, um am Ende den ersten Platz in der Rangliste zu besetzen. Siegpunkte erhaltet ihr für das Erfüllen von je zwei Aufgaben, die pro Runde vorgegeben sind. Jede Runde dauert dabei 30 Minuten, eine Sitzung enthält also insgesamt vier Aufgaben. Durch die vorgegebenen Ziele müsst ihr den perfekten Weg finden und die Spielmechaniken optimal ausnutzen, was sehr viel Spaß macht, denn gerade ein festes Ziel vor Augen zu haben und darauf hinzuarbeiten macht hier den besonderen Reiz aus. Im Wettkampf könnt ihr gegen bis zu sieben Gegner spielen. Da dies auch der Modus des Mehrspielers ist, sind die Gegner entweder die KI oder echte Spieler.

Der Multiplayermodus läuft dabei reibungslos – und gerade die Sabotagemöglichkeiten passen hier besonders. Gegen ein wenig Geld könnt ihr Häfen eurer Gegnern manipulieren oder sogar den Zoll auf andere Schiffe aufmerksam machen. Denn neben normalen Waren habt ihr auch die Möglichkeit illegales Zeug zu transportieren, das besonders viel Kohle bringt. Habt ihr Glück und der Zoll erwischt den Gegner mit verbotenen Gütern, muss dieser dicke Strafzahlungen tätigen. Schade ist nur, dass kein Endlosmodus im Multiplayer möglich ist. So existiert keine Möglichkeit, auch im Mehrspieler eine wirklich riesige Reederei aufzubauen, da das Spiel nach bestimmter Zeit immer endet.

TransOcean 2: Rivals ist eine durchweg gelungene Wirtschaftssimulation, die trotz kleiner Schwächen verdammt viel Spaß bereitet und euch vor den Bildschirm fesselt. Denn nur wer ununterbrochen die Kontrolle über seine Schiffe behält, wird sich auch erfolgreich an die Spitze der Rangliste setzen können. Wer auf Verwaltung, Geld, Schiffe und fiese Sabotage steht, wird bei TransOcean 2 auf jeden Fall sein Glück finden. Adrian

TransOcean 2: Rivals wurde auf dem PC (Windows 10 64-bit, Intel Core i5-4670, 16 GB RAM, AMD Radeon R9 270X) getestet. Ein Testmuster wurde uns von Astragon zur Verfügung gestellt.

TransOcean 2: Rivals

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

ralleee
Gast
11. Mai 2016 um 23:13 Uhr (#1)
Verdammt, jetzt hab ich Bock auf Ports Of Call.
Weresglaubt
Gast
12. Mai 2016 um 12:05 Uhr (#2)
Wow was für eine "gekaufte" bzw. falsche Bewertung. Komisch, dass das Spiel bei Amazon nur einen Stern hat, sich die negativen Bewertungen bei Steam überschlagen und dutzende bei Steam das Spiel sogar umgetaucht haben. Aber in diesem Artikel ist das Spiel plötzlich "eine durchweg gelungene Wirtschaftssimulation" :-D Also entweder lügen hunderte Käufer oder ein Artikel. Soll sich jeder selbst ein Bild davon machen
Adrian
12. Mai 2016 um 14:08 Uhr (#3)
Lieber "Weresglaubt",
wie du schon schreibst, soll sich jeder, der sich für TransOcean interessiert, selbst ein Bild machen. Dabei ist dieser Test ja auch nur einer aus einem großen Pool, in dem man sich informieren kann. Dennoch verstehe ich, dass du über meine Bewertung verwundert bist. Da ich den ersten Teil der Serie nicht gespielt habe, fällt der große Kritikpunkt anderer, dass der zweite Teil im Schatten des ersten steht, bei mir weg. Aber da du ja meinen Artikel gelesen hast, weißt du ja sicherlich, wieso ich TransOcean 2 gut bewertet habe, denn ich hatte und habe wirklich Spaß mit dem Spiel.
Ich hoffe du verstehst, dass es auch andere Meinungen gibt, als die "der großen Masse", ohne dass diese gekauft oder falsch sein muss.
LG, Adrian
Rian
13. Mai 2016 um 19:57 Uhr (#4)
Astragon hat den größten Kritikpunkt der meisten negativen Reviews, die Pausenfunktion, heute übrigens nachgepatcht.
Gast
17. Oktober 2019 um 05:39 Uhr
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