God of War 3 Remastered im Test

(Artikel)
Adrian Knapik, 24. August 2015

God of War 3 Remastered im Test

Kinderfreundliches Familien-Abenteuer

Ich bin zurück! Während sich die anderen Jungs auf der Gamescom amüsiert haben, freute ich mich über meinen Urlaub und habe mich nebenbei mit God of War III Remastered beschäftigt. Auch wenn ich ein paar Mal weinend in der Ecke kauerte, weil ich nicht mitfahren konnte. Aber das ist ein anderes Thema. Während sich die anderen also mit allerlei Neuigkeiten beschäftigten, spielte ich Altbackenes und habe mich erneut durch die Geschichte vom dritten God of War gekämpft – nur diesmal in schön, halbwegs zumindest.

Wer den Plot des dritten Teils noch nicht aus Last-Gen-Zeiten kennt: es geht um Rache. Die Hauptfigur Kratos möchte den Anführer des Olymps, Zeus, töten und nimmt dabei jeden mit, der sich ihm in den Weg stellt. Olymp, Götter? Richtig, die Geschichte von God of War III dreht sich im Fantasy-Bereich um die griechische Mythologie mit Fokus auf die einzelnen Götter und ihre Fähigkeiten. So begegnen einem im Verlauf der Story zum Beispiel Poseidon, Herkules oder Hermes, um ein paar wichtige Namen zu nennen. Naja, sterben werden sie sowieso alle. Aber nicht nur dem Olymp statten wir einen zerstörerischen Besuch ab, auch die Unterwelt bekommt den Rachezug von Kratos zu spüren.

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Die wichtigste Frage bei einem Remaster ist natürlich: Wie schlägt sich die Portierung gegenüber dem Original? Zumindest beim Thema Texturen hätte ich mir von den Entwicklern ein wenig mehr Mühe erhofft, denn viel von der Umwelt ist ein wahrlicher Matsch an grau und unscharf. Animationen und Zwischensequenzen hingegen sind immer noch toll inszeniert und durch die hervorragenden Charaktermodelle auch angenehm anzusehen, hier überzeugt vor allem der nahtlose Übergang zwischen Gameplay und Cutscene. Auch die deutsche Vertonung weiß zu überzeugen und bringt eine gute Stimmung auf. Natürlich ist es für das englischkundige Publikum immer empfehlenswert, die Sprache umzustellen, aber viel an Qualität geht beim deutschen Pendant nicht verloren. Auch der restliche Sound, wie die Kampfgeräusche, wenn die Kriegsklingen von Kratos auf Gestein oder Gegner treffen, sind sehr überzeugend.

Das Gameplay ist was ganz Besonderes bei God of War III. Der größte Pluspunkt ist das eben schon erwähnte fortlaufende Gameplay. Es gibt wirklich keine einzige Ladezeit nach dem Spielstart. Durch diesen nahtlosen Übergang zwischen Zwischensequenzen und Gameplay wird man als Spieler so in die Geschichte hineingezogen, dass man gar nicht aufhören möchte und vor allem nicht kann! Es sind zwar Speicherpunkte in der Welt verteilt, denn gespeichert wird entweder per Autosave oder an diesen speziellen Punkten, aber selbst dort ist es so, dass man sofort mit der nächsten Gegnerhorde oder Cutscene konfrontiert wird, wenn man einen Schritt in die falsche Richtung macht. Genau dieser Spielfluss macht God of War III zu einem einzigartigen Erlebnis, was den Spielverlauf angeht.

God of War® III Remastered_20150822105208Kopf abreißen? Wieso nicht!

Das Hauptmerkmal des Gameplays ist außerdem das Abschlachten der Gegner, ob groß oder klein, Mensch oder Vieh, Monster oder Untote, jeder kommt einmal dran. Zur Hilfe stehen Kratos dabei die verschiedensten Waffen, die man im Laufe des Spiels freischaltet. Die Standardwaffe bleiben dabei die Chaosklingen, was zwei messerscharfe, an Ketten hängende Klingen sind, die Kratos gekonnt durch die Gegnerhorden gleiten lässt. Aber auch Distanzwaffen, wie Bögen, können und müssen bei bestimmten Gegnerarten genutzt werden. Auch besondere Waffen gibt es, wie zum Beispiel den Kopf des Sonnengottes Helios, mit dem wir uns selbst Licht in der Dunkelheit spenden und Gegner blenden können. Viele Waffen haben außerdem Verbesserungen, durch die man oft neue neue Angriffs-Kombinationen freischaltet, so wie man sie aus Titeln wie Mortal Kombat oder Street Fighter kennt. Aufwerten kann man diese durch das Sammeln von Orbs, die man durch das Töten von Gegnern bekommt oder in roten Kisten findet. Dadurch kommt Abwechslung in das Kampf-System und das Gegnerschnetzeln verwahrlost nicht in einem stupiden Kaputthauen. Auch das abschließende Vernichten von großen oder besonders schweren Gegnern mit schön anzusehenden Finisher-Moves, die man durch Quick-Time-Events selbst auslöst, stumpft keinesfalls ab, sondern ist eine angenehme Entspannung vom sonstigen Button-Mashing.

Der Schwierigkeitsgrad von God of War III ist stark schwankend. Ich spielte auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, der ganz bescheiden mit "Gott" betitelt ist, und hatte Phasen, durch die ich ohne Probleme durchspaziert bin, und Phasen, bei denen ich ganz nach dem Motto Dark Souls immer wieder das Licht am anderen Ende des Tunnels berührt habe. Vor allem die Bosskämpfe gegen die Götter fordern den Spieler, indem sie ihn dazu zwingen, sich wirklich Gedanken über die Ausweichmöglichkeiten und Kampfart des Gegners zu machen. Wer hier einfach nur draufkloppt, wird nicht weit kommen. Auch bei riesigen Gegnerhorden muss man lernen, auch der KI mal den Spielzug zu übergeben und in den richtigen Momenten in die Passive zu gehen, um dann im nächstmöglichen Moment wieder aggressiv zuzuschlagen. Auch die fehlende Möglichkeit, sich mit Heiltränken oder Ähnlichem zu regenerieren, unterstützt die Schwierigkeit. Heilen kann man sich nämlich nur an grünen Kisten.

God of War® III Remastered_20150822104922Auge rausziehen? Wieso nicht!

Auch Kratos selbst kann sich in Sachen Leben, Mana und Ausdauer verbessern, indem er spezielle Items findet. Das Problem hierbei: um es dem Spieler nicht zu einfach zu machen, sind diese Kisten häufig nicht auf den ersten Blick zugänglich und befinden sich eher in versteckten Ecken, die nur vom besonders aufmerksamen oder entdeckungsfreudigen Spieler gefunden werden. Denn obwohl die Level überwiegend schlauchartig aufgebaut sind, lädt die Spielwelt zum Entdecken von Nebenbereichen ein. Habe ich übrigens schon die besondere Kameraführung erwähnt? Man selbst hat nämlich keinerlei Einfluss darauf, aus welchem Blickwinkel man das Geschehen nun betrachtet. Man kann sich das so vorstellen, als würde unserem Protagonisten Kratos über die gesamte Zeit ein Kameramann hinterher tigern, weshalb sich die Perspektive im Sekundentakt zwischen fern und nah ändert. Gerade deshalb ist es oftmals sehr schwierig zu erahnen, wo genau jetzt so ein versteckter Ort mit den wichtigen Kisten ist, da diese häufig gar nicht im Blickwinkel des Spielers erscheinen und man wirklich sehr explizit in die Richtung steuern muss, damit man Sicht darauf bekommt.

God of War III Remastered ist immer noch ein Hammer-Spiel. Gerade das Gameplay und die Story wissen zu überzeugen, wobei die Texturen ein wenig Poliermittel vertragen hätten. Spieler der PS3-Fassung können sich ihr Geld auf jeden Fall für den ein oder anderen Herbst-Release sparen, alle anderen können hier nichts falsch machen. Ach, und noch ein Hinweis: das mit dem "familienfreundlich" im Untertitel stimmt nicht so ganz... Adrian

God of War 3 Remastered wurde auf der PS4 getestet. Ein Testmuster wurde uns von Sony Computer Entertainment zur Verfügung gestellt.

God of War 3 Remastered

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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13. November 2019 um 06:47 Uhr
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RELEASE
15. Juli 2015
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Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.

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