Flame Over im Test

(Artikel)
Haris Odobaši?, 11. März 2015

Flame Over im Test

Kätzchenretten für Anspruchsvolle

Flame Over ist ein Twin-Stick-Shooter und ein Rogue-like und doch ganz anders als das, was ihr jetzt erwarten würdet. Denn wer jetzt vielleicht an Geometry Wars, The Binding of Isaac oder FTL denkt, dürfte hier sein blaues Wunder erleben. In der Haut von Blaze Carruthers schwingt ihr den Feuerwehrmann-Schlauch, um Brände zu löschen, und rettet nebenbei niedliche Kätzchen und Menschen.

Eure primären Waffen sind dabei der Feuerlöscher sowie der Löschschlauch. Ersterer ist schneller im Löschen von Feuern, während das Wasser aus Letzterem nützliche Zusatzfunktionen hat. Er macht zum Beispiel Dinge nass! Überraschend aber wahr und hat den Vorteil, dass diese Stellen temporär geschützt sind vor erneuter Entflammung. Denn das Feuer sitzt natürlich nicht einfach nur brav in seiner Ecke und wartet auf Blaze, es breitet sich aus, springt andere Objekte an oder schießt mit Feuerbällen auf euch.

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Und hier gilt es vorsichtig zu sein: ist Blaze dem Feuer zu nahe, füllt sich eine kreisförmige Leiste und ist diese voll, dann verliert ihr ein Herz. Keine Herzen mehr heißt Game Over und von vorne anfangen. Und gerade am Anfang wird das oft passieren, denn Flame Over ist bockschwer. Die Entwickler haben den Vergleich zu Dark Souls gezogen nach dem Motto "hart aber immer fair", was man eigentlich voll unterschreiben könnte, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass Flame Over eben ein Rogue-like ist. Das heißt hier, dass zwar alle Level und Stages einem gewissen Schema folgen – es gibt in bestimmten Stages immer die gleichen Nebenaufgaben und solche Kleinigkeiten –, aber die Räume und damit der Pfad durch die Level komplett zufallsgeneriert wird.

Wie groß der Unterschied sein kann, lässt sich am besten am Beispiel der Sicherungskästen illustrieren. Jede Stage hat nämlich einen solchen Kasten, den es in der Regel als erstes auszuschalten gilt, um den elektrisch bedingten Feuern, die hartnäckiger als normale Feuer sind, den Garaus zu machen. Manchmal liegt der Sicherungskasten wenige Räume, die quasi feuerfrei sind, von euch entfernt und ihr spaziert da hin und habt danach einfaches Spiel. Manchmal folgt aber ein riesiges Großraumbüro auf ellenlangen Fluren, allesamt voller Teppiche und Elektronik, und es ist ein absolutes Wunder, wenn man überhaupt den Weg bis zum Sicherungskasten überlebt. Da jede Stage auch ein Zeitlimit hat, seid ihr sowieso immer in Eile, was im Ernstfall den sowieso schon hohen Schwierigkeitsgrad nur weiter verstärkt.

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Ich muss aber auch sagen, dass der Einstieg zwar schwer und sehr herausfordernd ist – gute Eigenschaften für ein Rogue-like, möchte ich hier betonen –, aber ist dieser erst geschafft, flacht die Schwierigkeitskurve auf ein schon fast angenehm leichtes Niveau ab. Das erste Level mit seinen vier Stages, ein Bürokomplex, kostete mich mehrere Stunden ehe ich es schaffte. Doch in dem Run, in dem ich dieses Level schaffte, kam ich auch direkt durch Level Zwei, die Chefetage, und scheiterte erst auf halbem Weg durch das dritte Level, ein Laboratorium. Wer auch dieses schafft findet sich im finalen Level wieder, einer Fabrik, wobei ich hier erwähnen möchte, dass die Level sich nicht nur optisch unterscheiden, sondern auch spielerische Variation bieten. Im Labor beispielsweise warten neben den üblichen Feuern auch besonders beständige, chemische Feuer, die eure Wasserreserven ziemlich beanspruchen werden.

Es ist allerdings etwas schade, wie wenig euch das Spiel an der Hand nimmt. Generell bevorzuge ich einen solchen Ansatz zwar – Flame Over kommt beispielsweise auch komplett ohne intrusives Tutorial aus –, doch bei diesem Spiel ist die Strategie ziemlich zwiespältig, weil es eben viele Elemente gibt, die nur durch Trial & Error herauszubekommen sind. Elektrische Feuer zum Beispiel kriegt man nur mit dem Feuerlöscher klein, sonst entzünden sie sich immer wieder. Das erzählt euch das Spiel auch: in einem Tipp während der etwas happigen Ladezeiten. Dummerweise erschien dieser Tipp für mich erst nach knapp fünf Versuchen, die eben deswegen durch einen gewissen Frust geprägt waren. Es wäre schön gewesen, wenn das Spiel die Tipps auch außerhalb der Ladebildschirme zugänglich macht.

Flame Over ist ein echt toller Pausenfüller, der auf interessante Art und Weise die Erwartungen, die man an einen Twin-Stick-Shooter oder ein Rogue-like legen würde, unterwandert. Der hohe Herausforderungsgrad motiviert und die vier Level bieten überraschend viel Umfang für ein Spiel dieser Kategorie. Ein paar technische Macken und vielleicht etwas zu wenig Händchenhalten sind Wermutstropfen, die frustrieren können, doch am Ende überwiegt doch der positive Eindruck. Flame Over hat mir so manche Pendelfahrt versüßt und euch wird das Spiel sicher auch gefallen. Haris

Flame Over wurde auf der Playstation Vita getestet. Ein Testmuster wurde uns von Laughing Jackal zur Verfügung gestellt.

Flame Over

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

Kommentare

Rian
11. März 2015 um 23:44 Uhr (#1)
Der schwarze Titelstreifen für das Headerbild liegt perfekt.
Gast
17. November 2019 um 04:19 Uhr
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11. März 2015
PLATTFORM
PS Vita
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