Scoregasm

(Artikel)
Rian Voß, 15. November 2011

Scoregasm

Jetzt wird's hart

Zweideutige Titel mal beiseite: In Scoregasm geht es um Punkte. Viele Punkte. Als Vertreter des Twin-Stick-Shooters auf allen gängigen Betriebssystemen versucht das Spiel von Charlie's Games dem Genrekönig Geometry Wars den Rang abzulaufen. Und an einigen Stellen schafft es das sogar auch.

Das Problem: Die Erde wird angegriffen. Die Lösung: Aliens abschießen. Die Belohnung: Kekse aus der persönlichen Biskuit-Schatulle des Königs der Welt. Das Tutorial bringt einem das Nötigste bei. Der gebürtige 360°-Highscorejäger findet hier keine Überraschungen. Herumfliegen, zielen und schießen. Zusätzlich kann man in einem nahen Umkreis alle Gegner und Kugeln zum doppelten Kombo-Wert pulverisieren - solange denn die Energie noch reicht. Aufladen kann man sie aber durch fortsetzendes zielen und schießen. Kein Ding, das hatten wir sowieso vor.

Wo Scoregasm nicht mit Innovation punktet, wird ordentlich Spaß durchs Leveldesign reingeholt. Natürlich gibt es kleine Level, große Level, Level mit vielen Winzgegnern, Level mit ein paar harten Gegnern, schießende Gegner und so weiter. Richtig befremdlich wird das Ganze aber erst, wenn die räumlichen Grenzen merkwürdige Formen annehmen, sich bewegen oder sogar selbst zur Gefahr werden. Manche Feinde beschießen uns da lieber von außen und kommen später rein, an manchen Stellen aktivieren sich Fallen, dann gibt es eine richtig nette Homage an Asteroids und wenn man erst im Kreis um ein metallenes, schwarzes Loch herum eingesogen wird und in dieser tödlichen Spirale den reinströmenden Gesteinsbrocken Paroli bieten muss, dann weiß man, dass die Kacke am Dampfen ist.


Das Spiel wartet mit vielen verschiedenen Feindtypen auf, die sich häufig spielerisch ähneln, aber alle irgendwo ihre kleinen Quirks haben, die man jedoch bei der Fülle an Material, das über den Bildschirm huscht, erst nach dem zweiten oder dritten Ableben bemerkt. Da ist es schade, dass man als Spieler nicht die Option hat, in einen Dauer-Retry-Modus zu schalten, sondern nach dem vierten Tod auf jeden Fall ins Hauptmenü zurückgebootet wird.
Das hat allerdings schon seinen Sinn, denn Scoregasm ist eigentlich darauf angelegt, ähnlich wie Arcade-Klassiker à la Outrun oder Hang-On von vorne bis hinten am Stück durchgespielt zu werden. Score und Leben übertragen sich auf jedes neue Areal und je nachdem, wie gut man sich angestellt, wie viele Kombos man gesammelt und wie viele Punkte man erzielt hat, bekommt man am Ende die Wahl zwischen einer normalen, einer schweren und einer wahnsinnigen Fortführung unseres Pfades. Diese Bezeichnungen sind durchaus angebracht - die paar Insanes, die ich betreten habe, haben mich sofort achtkant wieder rausgeworfen. Betritt man einen Level einmal, kann man ihn aus dem Hauptmenü aber zu Trainingszwecken so oft wiederholen wie man möchte, ihr müsst also nicht weinen, dass ihr immer durch die ersten 14 Missionen auf insane kommt und dann am 15. ohne Übungsmöglichkeiten zerschellt.

Es ist ein bisschen schade, dass abgesehen von den freischaltbaren Challenges (die können ziemlich knackig sein, hier kann man Stunden verlieren) ansonsten keine weiteren Modi ihren Weg in diesen Titel gefunden haben. Trotz Controllersupport sucht man einen lokalen oder Netzwerk-Mehrspielermodus leider vergeblich. Aber bei Scoregasm ist der Name Programm: Hier geht es nur um Punkte, Punkte, Punkte! Wer was anderes will, soll woanders suchen!


Scoregasm macht Spaß und ist vor allem für den zehnminütigen Kick für zwischendurch gut geeignet. Den Geometry-Wars-Test besteht es dadurch, dass ich fast physische Schmerzen empfand, wann immer ich durch eigene Doofheit meine hart erarbeitete Kombo in den Sand setzte. Das macht aber nichts, denn der eingängliche Elektronik-Soundtrack von John Marwin hat mich sofort wieder vertröstet. Rian

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20. September 2019 um 12:10 Uhr
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08. Februar 2012
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