Trials 2: The Second Edition

(Artikel)
Rian Voß, 10. März 2011

Trials 2: The Second Edition

It hurts, it burns, it stings

Hört ihr das? Dieses hintergründige, scharfe Geräusch des Zersplitterns von Knochen? So klingt es, wenn man Trials 2: The Second Edition spielt. Als unermüdlicher Stunt-Motorradfahrer macht man in dem vom klassischen Excite Bike empörend absurde Hindernisparcours unsicher und versucht irgendwie heil und in einer dennoch anständigen Zeit ins Ziel zu kommen, um sich in den Online-Leaderboards zu verewigen.

Das Spielprinzip des waghalsigen Motorradfahrens kennt man vielleicht schon aus einigen Gratis-Spielen, Flashgames oder Ähnlichem, allerdings treibt Trials 2 das ganze Konzept noch einmal mittels leicht übertriebener Physik (was wäre ein Indie-Spiel ohne eine Physik-Engine?) auf die Spitze: der namenlose Motorradfahrer kann nämlich auf dem Sattel sein Gewicht verlagern, sodass sich der Schwerpunkt des Vehikels verschiebt und mehr Druck auf den separaten Federungen liegt. Das ist wichtig und der eigentliche Kerngameplay-Aspekt - unglaubliche Saltos zu einer glücklichen Landung zu führen oder schnelle Reaktionen bei aneinandergereihten Lücken-Sprüngen an den Tag zu legen zeigen sich eher als sekundär; Hauptsache erst einmal überhaupt ans Ziel kommen.
Um das Ziel dann auch mit möglichst wenig gebrochenen Knochen zu erreichen, muss man sein Motorrad von hinten bis vorne verstehen und kennen; das Grundwissen um die Gewichtsverlagerung ist da nur der erste Schritt. Hindernisse bestehen nämlich nicht nur aus geraden Flächen und schönen Edelstahlrampen aus deutscher Werks-Manufaktur, sondern auch aus Holzpaletten, alten Ölfässern oder ganz einfach aus STEINEN. Da muss man wissen, wie sich das Motorrad verhält, wie man das Hindernis angeht, wie man das Vorderrad drüber kriegt und dann das Hinterrad nachzieht ohne sich zu überschlagen. Eigentlich grenzt das Beherrschen eine Trials Hinderniskurses schon fast an eine eigenständige Kunst.

Als ob das Übersteigen von Objekten nicht schon schwierig genug wäre, gibt es auch noch einen Arsch voller Sprünge zu bewältigen. Diese Sprünge sind häufig so ausgelegt, dass man mit einfachem Vollgas und durch gerade so weit kommt, dass einem die angepeilte Holzplanke exakt auf den Kehlkopf schlägt und ein fieses Knacken hervorruft. Um da fortzuschreiten müssen erweiterte Sprungtechniken her! Gewicht nach hinten verlagern und vor dem Sprung nach vorne lehnen, dann wieder zurück zur Landung. Oder nach vorne lehnen, dann wieder nach hinten und beim Sprung noch mal nach vorn, damit alle Federungen gleichzeitig feuern und den Fahrer weit nach oben katapultieren. Es gibt viel zu lernen, also packt die Notizhefte aus, Leute.


Wenn man allerdings nicht zu den Powergamern und Highscore-Jägern gehören möchte, die sich in Teams zusammenhorten und andere Trials-Teams im ehrlichen Wettkampf besiegen wollen, bietet Trials immer noch genug Spaß für den schadenfreudigen Casual-Gamer, der einfach darauf steht, dem armen Protagonisten dieses Spiels mit voller Geschwindigkeit sämtliche Organe zu zerschmettern, das dann als Replay zu speichern und sich immer wieder darüberweg zu rofln. Solang's Spaß macht ist alles erlaubt! Rian

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21. September 2019 um 23:54 Uhr
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