Astroslugs

(Artikel)
Rian Voß, 29. August 2010

Astroslugs

Verbinde die Pünktchen, erhalte das Universum

Ich freue mich ja immer, wenn wir mal E-Mail bekommen - selbst wenn es Spam ist. Wer weiß, wann man den 50%-Gutschein für Viagra und Genitalpumpen noch brauchen kann? Wesentlich schöner ist es trotzdem, wenn ein bisschen Sinn dahinter steckt, wie etwa das Angebot von Alexander Zacherl, Chef der bayrischen Bit Barons, doch einfach mal ihr sich in der Beta-Phase befindliches Spiel Astroslugs anzuschauen, bei der GamesCom am Messestand der Mediadesign Hochschule München vorbeizukommen und darüber zu schreiben. Da sage ich doch nicht nein, vor allem weil das Puzzlespiel sehr sympathisch aussieht und dann auch noch vor kurzem den europäischen Entwicklerpreis abgesahnt hat.

Na, so wird das aber nichts. Das sehe ich doch von hier!

So lob ich mir das: Rätsel lösen, um die Erde zu unterjochen. Die fiesen Astroslugs wollen es nämlich nicht auf sich sitzen lassen, durch ihre maßlose Gliedmaßenlosigkeit als harmloses Rässlein ausgelacht zu werden (so denke ich mir das zumindest), also wollen sie dem Universum mal zeigen, wo der Hammer hängt. Das ist aber relativ groß, also muss Sprit her! Zum Glück gibt es auf bestimmten Planeten die Slugballs, asteroid geformte Steine, von denen einige mit grüner Flüssigkeit gefüllt sind, die sich prima als Brennmaterial verwenden lässt - um da allerdings ran zu kommen, muss man... vorgeschriebene Formen in... Felder von Slugballs malen. Ja, ich weiß auch noch nicht so ganz, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, aber wer bin ich, dass ich extraterrestrische Bergungstechniken hinterfrage?

Auch hier wurde wieder schlecht gebaut.

Das Spiel an sich ist genau so einfach wie es klingt: Hier ist ein Feld voller Slugballs, links daneben die Formen, die man einzeichnen muss - mach mal. Das geht kreuz und quer und linksgedreht und rechtsgedreht, im Grunde genommen kann man die gegebenen Formen also um 90° oder 180° wenden oder spiegeln, je nachdem, und es lassen sich auch Formen über diagonale Linien miteinander verschachteln. Die Steuerung geht mit der Maus vonstatten, macht aber noch ein bisschen mehr Spaß am Touchscreen (aber wer hat sowas schon zu Hause?), und glücklicherweise waren die drei Bitbarone weise genug, um ein paar zeichnerische Abkürzungen für bestimmte Formen einzubauen, sodass man sich mit dem Cursor nicht vollständig verrenken muss. Insgesamt erinnert mich das Prinzip an das Minispiel in Trauma Center, wo man eben auch bestimmte Figuren in eine gegebene Fläche vollständig einsortieren muss.

Vom Schwierigkeitsgrad her läuft das Spiel von simpel bis bestialisch böse. Es gibt weit über 100 Puzzle und die ersten habe ich gut weggerissen, dann bin ich zu späteren gesprungen und habe mir übel einen abgebrochen und aufgegeben. Man muss nicht alle Rätsel lösen, um das Sternenschiff wieder zurück ins Weltall zu schießen, aber... verdammt! Saß bestimmt zehn Minuten dran und keine Fortschritte. Am schlimmsten war noch der geheime Bonuslevel, welcher von seiner Boshaftigkeit her selbst Cruella De Vil in den Schatten stellt!

Doch trotz der steigenden Härte hat das Spiel eine sehr beruhigende, meditative Wirkung - es ist nicht so als wäre ich komplett ausgerastet, als ich versagte, sondern es war okay. Die quietschbunte Grafik, die vielleicht ein wenig an PopCap Games' Titel angelehnt ist, hat da bestimmt ebenso geholfen wie die schöne Musik. Da wurde mir noch ganz stolz präsentiert, wie die einzelnen Musikstücke der Areale dieselbe Grundmelodie haben, beim Anwählen aber nahtlos in die verschiedenen, klangreichen Variationen wie das Wüsten- oder Wiesenthema übergehen. Beim Wüstenthema hat Alexander sogar ein bisschen ägyptisch getanzt ohne die Musik zu hören, die war nämlich nur in meinem Kopfhörer. Was für ein merkwürdiger Kerl!

*ägyptisch tanz*

Mit dem bunten Design, der simplen Eingabe und dem süchtigmachenden Spielprinzip (kein Witz, es macht Spaß und hätte mein Suchtsensor nicht ausgeschlagen, wäre ich sicherlich noch so lange geblieben, bis ich dieses verdammte Rätsel gelöst hätte) rutscht Astroslugs ganz klar in die Casual-Ecke, aber so einen Vertreter kann man ja immer mal als Reserve für ein paar langweilige Minuten auf dem Rechner haben, da käme Astroslugs wie gerufen. Das Spiel ist zum Großteil fertig und bedarf noch einiger kleiner Verbesserungen und zur Zeit wird mit Publishern um den Vertrieb gefeilscht - da dürfte der European Games Award in der Tasche allerdings eine gute Verhandlungsgrundlage sein. Wenn ihr Geschmack bekommen habt, dann schaut doch mal, ob ihr in den Betatest reinkommt! Rian

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27. Januar 2011
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