Arcania: Gothic 4

(Artikel)
Joshua Peters, 07. Mai 2010

Arcania: Gothic 4

Wer hip ist, schreibt den Untertitel zuerst!

Ich habe die Nase voll von Japano-RPGs. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde. Okay, es wird mit Sicherheit auch mal wieder Ausnahmen geben, die nicht aus der Klischee-Ursuppe gekrochen kommen, sondern mal erfrischend anders sind, aber ich glaube, da kann man momentan länger drauf warten. Umso mehr freue ich mich jedes mal, wenn ein gutes westliches RPG am Horizont erscheint und sich auf den Weg in unsere Konsolen und PCs macht. Eines dieser Spiele scheint Arcania: Gothic 4 zu sein, welches momentan von Spellbound für PC, Xbox 360 und PS3 entwickelt wird. Wenn man jetzt hört, dass sich die Gothic-Reihe auf der Konsole versuchen möchte, dann schielt man natürlich als erstes erstmal skeptisch in Richtung Risen, welches auf dem PC ja wirklich grandios war, aber für die Konsolen eher mäßig, aufgrund der lieblosen Portierung. Spellbound gibt sich aber wirklich Mühe, dass das mit ihrem Spiel nicht geschieht.


In Arcania spielt man wieder einen namenlosen Helden, der für die Serie ja typisch ist, und ähnlich wie bei Risen von Piranha Bytes startet man auf einer Insel. Hier allerdings nicht als Gestrandeter, sondern als Schafhirte, welcher unter einem Baum döst, aber dann von seiner Freundin aus dem Schlaf gerissen und sofort in die ersten Quests geschickt wird. Wenn man das erst mal alles soweit erledigt hat, kommt man aber auch noch auf eine zweite Insel, auf der dann ein bisschen mehr abgeht. Und ob es nur diese zwei Inseln geben wird sei auch erstmal dahingestellt. Jedenfalls gibt es auf der zweiten, größeren auch Städte, einen Sumpf, ein Gebirge und alles was man halt so für große Abenteuer braucht. Loot etwa. Allerdings hat man weniger Freiheiten als man sie sonst in den Gothic-Spielen gewohnt ist, jedenfalls was die Spielwelt angeht. Hier wird man zwar nicht direkt in Kapitel oder so gezwungen, aber man muss bestimmte Dinge tun, um in die nächsten Abschnitte zu gelangen und weiter rumzuhelden. An schon besuchte Orte kann man nicht nur zu Fuß zurückkehren, sondern auch per Teleporter.


Dafür ist man aber weniger an die Fraktionen der Insel gebunden. Ja, es gibt wieder Fraktionen, aber das ist auch gut so und gewollt. Allerdings muss man sich nicht so früh an eine von ihnen binden und kann eine ganze Weile einfach von allen Quests was machen, wie man grad lustig ist. Entscheiden muss man sich dann trotzdem irgendwann. Und man kann (sowas freut mich ja immer) auch einfach alles an Kleidung anziehen und muss nicht nur den Krempel tragen, auf den man sich spezialisiert hat. Wenn ich will kann ich also auch als Bogenschütze in einer Magierkluft rumlaufen.


Hmm, irgendwie gehe ich von so vielen Dingen als selbstverständlich aus, naja, aber irgendwie ist es das ja auch. Also: Man kann sich in einem Skilltree auf einige Dinge konzentrieren, darunter halt Diebeskünste, kriegerischer Kram, Bogenschießen, Zaubern - das Übliche eben. Und wie es sich gehört, wird man nicht alles meistern können, jedenfalls nicht richtig. Wer alles können möchte, kann halt alles, aber nichts so ganz, und wird wahrscheinlich nicht weit kommen. Das Kampfsystem wird ähnlich sein wie in Risen, nur etwas actionlastiger. Damit meine ich allerdings nicht blindes Drauflosgekloppe, denn man hat einen Ausdauerbalken, der mit jedem Schlag etwas runtergeht. Und man möchte nicht in einem Haufen Feinde stehen ohne etwas machen zu können. Was auch eine ganz große Rollen spielen wird ist typischerweise das Craften. Man kann dutzende Dinge herstellen aus Erzen, Holz, Pflanzen, Knochen und was man nicht noch so alles findet, aber um daraus etwas Brauchbares zu machen muss man erst mal eine Anleitung und das nötige Werkzeug haben - ein Schwert schmiedet sich schlecht ohne Esse und Amboss. Mit Blättern im Wald geht sowas nicht.

Ich freue mich schon auf das Spiel, auch wenn es mir bisher nur wie ein Risen 2 vorkommt, weil es einfach schon vom Setting so viele Gemeinsamkeiten gibt (Hafenstadt, Banditenlager, Steilküste, Sumpf) - aber das ist ja nichts Schlechtes, Risen war ja eigentlich ein gutes Spiel, nur scheiße portiert, was bei diesem Spiel wahrscheinlich anders sein wird, weil die Konsolenversionen parallel zum PC entwickelt werden.

Auch Ihr - Jozu

Kommentare

Ben
08. Mai 2010 um 21:58 Uhr (#1)
Klingt sehr gut! Graphisch macht es ja auch ordentlich was her. Der Sonnenuntergang, der im Video zu sehen ist, war zumindest sehr beeindruckend, inklusive Schatten und so. Hoffe, es bleiben genug Freiheiten, damitz es einem nicht zu linear vorkommt..
Gast
07. April 2020 um 18:06 Uhr
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