Knytt Stories

(Artikel)
Rian Voß, 16. April 2008

Knytt Stories

Genuss in Pixeln

Ich liebe die Indie-Szene. Also, jetzt nicht körperlich, äh... ihr wisst schon, wie ich das meine. Ich habe leider in unserer mannigfaltigen Welt der unabhängigen PC-Software zwar nicht grade den Hyperdurchblick (grade mal GiSH und Zombie Smashers X2 gespielt und beide genossen), aber ab und zu flattert mir dann doch mal wieder aus heiterem Himmel ein Goldkörnchen ins Haus. So auch dieses Mal mit Knytt Stories von der Entwicklerperson Nifflas.

In diesem Jump 'n' Run der pixeligen Art übernimmt man die Rolle des Mädchens Juli, das die Knytt-Historie anscheinend durch viele Legenden geprägt hat. Eine davon ist diese: Als Juli eines Tages ihr bäumlich errichtetes Haus verlässt, erhält sie einen Brief mit einem Hilfegesuch. Darin geht es um eine furchteinflößende Maschine, die die ganze Welt in ein monsterbefallenes Ödland verwandelt hat und in ihrer Not kann sich Hanna, die Verfasserin des Briefes, an niemand anderen mehr wenden als an Juli. Diese macht sich sofort auf und geht der Ursache auf den Grund.

Man steuert Juli nach der klassischten aller klassischen Steuerungsarten: Nach links und nach rechts, zuweilen auch mal nach oben oder unten. Über Waffen verfügt das schwarzhaarige Mädchen dabei in keinster Weise, allerdings bekommt die junge Heldin schnell neue Fähigkeiten wie den Doppelsprung oder das nützliche Wändeklettern gestiftet, womit sie stets neue, vorher noch unerreichbare Areale betreten kann. Zwei Tasten (abgesehen von den Laufrichtungen) reichen dem minimalistischen Spieler dann auch und geben dem Gameplay dank der sinnvoll integrierten Fähigkeiten gleichzeitig genug Freiraum. Speicherpunkte sind dabei in der ganzen Welt großzügig verteilt, so dass man sich auch vor gewagten Sprüngen oder dem Zusammenprall mit gefährlichen Monstern nicht zu fürchten braucht.

Nun wirkt das Spielprinzip wie schon dagewesen - und das ist es auch. Aber das einmalige Zusammenspiel aus nostalgischer Grafik und der atmosphärischen Einsamkeit in diesem Land, das einmal so malerisch gewesen war - beim Durchlaufen konnte ich das Leben, das früher durch die Gräser tanzte, fast spüren - macht Knytt Stories zu einem Erlebnis ähnlich dem Spiel des Jahres 2007 Portal. Ein ständiger, stimmiger Begleiter ist dabei die Musik, die durch geisterhafte, windige und verträumte Klänge alle genannten Eindrücke vielfältig vertiefen. Es ist fast wie ein Shadow of the Colossus in 2D. Ohne Kolosse, dafür aber mit Rätseln und Geschicklichkeitseinlagen.

Wer übrigens an Knytt Stories Gefallen gefunden hat, der sollte sich auch mal die anderen Kreationen auf Nifflas' Seite anschauen. Und wer danach immer noch nicht genug hat, der kann mit dem beigelegten Leveleditor seine Freunde quälen oder sich von ihnen quälen lassen. Übrigens wurde das ganze mit einer visuellen Programmiersoftware namens Multimedia Fusion (MMF) von der Firma Clickteam entwickelt.

Und falls ihr dann nach noch mehr Spielen mit ähnlicher Stimmung (aber nicht unbedingt demselben Genre) lechzt, dann kann ich euch noch Cave Story und Samorost empfehlen.

Vielen Dank an Dyne für den Tipp! Rian

(Wenn ihr übrigens mal nichts zu tun habt, dann könnt ihr uns gerne frei ladbare Spielesoftware empfehlen - wir sind immer heiß auf Neues. Oder neue Altigkeiten.)

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15. Dezember 2019 um 07:22 Uhr
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