Munchkin

(Artikel)
Haris Odobašic, 10. Januar 2010

Munchkin

"Für einen Schatz mach ich's!"

Kommen wir, mal wieder, zu einem Thema, das direkt vielleicht nichts mit elektronischen Spielen zu tun hat, aber dann doch nahe genug am Interessenbereich eines typischen Zockers ist, dass es eine Relevanz besitzt: das Kartenspiel Munchkin. Dieses von Steve Jackson entwickelte Spiel, der auch bekannt ist für die Bücherserie Fighting Fantasy, kann von 2-6 Leuten gespielt werden und steckt euch in eine ziemlich normale Situation für eine Gruppe von Abenteurern: Ihr seid in einem Dungeon und müsst euch dort durchkämpfen mit dem Ziel, Level 10 zu erreichen, was den Sieg zur Folge hat.

Nachdem jeder Spieler zu Anfang zwei Tür- und zwei Schatz-Karten gezogen und eventuelle Ausrüstung, Waffen und Klassen ausgespielt hat, beginnt eine typische Runde Munchkin damit, dass jemand eine Tür eintritt, indem er die oberste Karte vom Tür-Stapel offen abhebt. Dort kann den Spieler ein Fluch erwarten, der einen sofortigen Effekt hat wie beispielsweise die "Duck of Doom" (verliere zwei Level!), ein Monster, gegen das er kämpfen muss, oder andere nützliche Karten wie Rassen, Klassen oder Monsterverzauberungen. Wenn der Spieler keinem Monster begegnet ist, kann er außerdem noch eine Karte verdeckt ziehen oder alternativ eine Kreatur von seiner eigenen Hand spielen, gegen das er dann kämpfen muss.

In den Kämpfen kann Munchkin seine volle Stärke ausspielen. Monster haben in der Regel einen Level, der auch gleichzeitig die Kampfkraft repräsentiert, welche mit eventuellen Boni, beispielsweise den Waffen oder Rüstungen, des Spielers verglichen wird. Hat der Spieler mehr als das Monster, gewinnt er den Kampf und kriegt ein oder mehrere Level Ups und darf sich am Treasure-Stapel bedienen, wo ihn etwa Ausrüstungsgegenstände oder Level Up-Karten erwarten. Hat er weniger Kampfkraft als das Monster kann er versuchen zu fliehen und wenn dies nicht gelingt muss er Schlimme Dinge, die auf jeder Monsterkarte ausgewiesen ist, über sich ergehen lassen. Das kann bei schwächeren Monstern sogar nur der Effekt der sofortigen Flucht sein, aber gegen härtere Brocken droht Level-Verlust bis hin zum Tod, welcher den tollen Nebeneffekt hat, dass eure Mitspieler euch looten dürfen und alle Items an sich reißen!

Doch um solch ein schreckliches Schicksal nicht zu erleiden, kann man sich von anderen Spielern helfen lassen. Eines der anderen Partymitglieder kann in den Kampf mit einsteigen - falls ihr genug bietet, denn kostenlos helfen nur die wenigsten. Da man für jedes Monster eine bestimmte Anzahl von Schätzen kriegt, sind diese auch das üblichste Bestechungsmittel. Doch hat man sich für einen der Spieler entschieden, zieht man meist den Zorn der Anderen auf sich, die dann wiederrum mit Flüchen oder Monsterverzauberungen eingreifen können, um den Kampf noch schwerer zu gestalten. So werden dann auch schnell Freundschaften oder Feindschaften geschlossen, auch wenn man im Endeffekt niemandem trauen kann. Eine der miesesten Kombinationen ist dabei übrigens, wenn jemand als Rasse Elf hat, welcher ein Level Up dafür kriegt anderen Leuten zu helfen, und als Klasse Dieb, mit der Fähigkeit andere Spieler mit einem Kartenabwurf für -2 zu backstabben. "Lass mich dir kostenlos helfen oder ich backstabbe dich!" Haha, sehr witzig.
Und wenn ihr dieses Shirt tragt kriegt ihr sogar In-Game ein paar Boni.

Das 2001 erschienene Spiel genießt mittlerweile eine schon fast riesige Popularität. Neben unzähligen Erweiterungen für das Hauptspiel gibt es einige Spin-Offs, die auch mal den Wilden Westen, Superhelden oder Cthulhu auf die Schippe nehmen - und beliebig miteinander vermischbar sind, auch wenn dabei durchaus die Spielbalance flöten gehen kann.

Wenn man nicht unbedingt Lust hat auf Konsole ist Munchkin ein großartiger Ersatz. Wenig Aufbauzeit, schnell zu verstehende Regeln und dafür ein riesiger Spielspaßpayoff (solange man das Spiel nicht zu oft in kurzer Zeit spielt!). Aber ihr solltet gewarnt sein, dass ihr einige eurer Freunde nach Munchkin in einem ganz anderen Licht sehen werdet. Vor allem wenn sie zur Sorte der Diebeselfen gehören! Evil

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01. August 2021 um 15:16 Uhr
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Themengebiet - Was ist hier los? Brettspiele? Auf dem DPad? So ein Schwachsinn. Das ist doch kein Videospiel! Also früher, da hatten Videospiele-Journalisten noch Ehre. Integrität! Da hätten sie nicht einfach in einer lahmen Woche über irgendein Brettspiel geschrieben, das ihnen zugeflogen ist. Wahrscheinlich auch noch in der Stadtbücherei vom Grabbeltisch abgegriffen, wie? Naja, was soll's. Immerhin ist es noch ein Spiel. Nicht so wie wenn Kotaku über Anime schreibt.
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