Fighting Fantasy

(Artikel)
Haris Odobaši?, 31. Dezember 2009

Fighting Fantasy

The Warlock on Firetop Mountain

Das erste Rollenspiel, das ich jemals zockte, war weder elektronisch noch ein standardmäßiges Pen & Paper. Es war ein Teil der Fighting Fantasy-Reihe, die hier in Deutschland vor allem Bekanntheit als "Das große Fantasy-Abenteuer-Spielbuch" erlangt hatte. Sogar das Micky Maus-Magazin schrieb darüber! Diese Bücher stellten kurze Singleplayer-Abenteuer da, die mit Stift und Würfel gespielt wurden. Nach der kurzen Charakterkreation, die meistens nur aus dem Auswürfeln einiger Attribute bestand, fingt ihr beim ersten Abschnitt an mit dem Ziel das Ende des Buches, den vierhundertesten Abschnitt, zu erreichen. Doch auf dem Weg dahin erwarten euch Kämpfe, Rätsel und vor allem viel Geblättere. Die Bücher hatten zwar nur so um die 200 Seiten, aber um das "Spiel" durchzuspielen musstet ihr oft genug die Abschnitte vor und rückwärts durchqueren. Dennoch boten die Teile großes Spaßpotential, denn, solange man fair spielte und nicht cheatete, war der Schwierigkeitsgrad gerne knackig und verschiedene Wege und Sackgassen sorgten für Wiederleswert.
Dass diese großartige Buchreihe nun auf dem DS umgesetzt werden sollte hat mich hellhörig gemacht - Eine Umsetzung des allerersten Fighting Fantasy-Buches sollte es sein, ein Titel, der euch als Abenteuer auf der Suche nach Ruhm und versteckten Schätzen auf einen von einem Hexer bewohnten Berg schickte.
Keine Sorge, später kämpft ihr auch gegen andere Gegner. Zum Beispiel rote Orks!

Die Charaktererstellung beginnt mit einem Element, das man aus älteren RPGs kennen dürfte: eine Reihe von Fragen wird gestellt, die dann in einem Grundgerüst an Stats resultiert. Individualisten können aber natürlich nach den Fragen noch mal ein Auge auf alles werfen und gegebenenfalls Punkte neu- oder umverteilen. Danach fängt auch die Story an - ihr kommt mit einem Boot im Dorf direkt am Fuße des Berges an, absolviert ein kurzes Tutorial und schon stürzt ihr euch in die Action!
Das Spiel präsentiert sich dabei als eine Art Oblivion-Klon, nur natürlich viel linearer. Mit dem D-Pad lauft ihr, mit den Facebuttons könnt ihr euch umschauen, die Schultertasten dienen für Angriffe. Die Action spielt sich dabei auf dem oberen Bildschirm ab, wobei der untere Bildschirm Zugang zu Untermenüs und einer Leiste mit Schnelltasten bietet, die mit dem Stylus bedient werden.

Wenige Experimente wurden beim eigentlichen Gameplay gewagt. Gegner haben wenig Intelligenz, weswegen es ausreicht die gute alte Strafe & Hit-Taktik anzuwenden. Oder ihr hofft darauf, dass sie irgendwo stecken bleiben und haut dann feige zu. Die Charakterentwicklung ist zwar ziemlich frei, hat aber auch hier nur die normalen Wege zu bieten. Man kann sich auf Magie, Nahkampf oder Fernkampf spezialisieren, dazu gibt es auch allgemeine Skills wie Regeneration oder erhöhte Erfahrungspunkte. Die Gegner sind auch nicht wesentlich kreativer: Zwerge, Orcs, Elementgeister und Golems wollen euch aufhalten.
Die Tradition wird fortgeführt: Beholder sind die wohl miesesten Gegner, die man in einem Videospiel antreffen kenn.

Optisch hat man für DS-Niveau schöne Umgebungsgrafiken mit leider nicht ganz so schönen Gegnern, die nämlich als Pappkameraden daherkommen und glatt aus Wolfenstein 3D entsprungen sein könnten. Inklusive den damit verbundenen, hölzernen Animationen. Außerdem dachte jemand, dass Musik bei einem Fantasy-Rollenspiel wohl für die Atmosphäre überhaupt nicht wichtig wäre, weswegen Fighting Fantasy vollkommen darauf verzichtet

Als Fan der Vorlage ist das Spiel nicht unbedingt ein must-have. Man hat sich zwar an den Verlauf gehalten, aber wirklich viel davon erkennt man nicht. Hier und da taucht ein bekannter Charakter auf oder man erinnert sich an eine Szene, die so ähnlich vielleicht im Buch vorkam, aber insgesamt ist die Vorlage zu sehr auf die Kämpfe reduziert worden, während der Abenteuer- und Erforschungs-Aspekt total untergeht. Nur für Leute mit extremem Dungeon-Crawler-Mangel zu empfehlen.Evil

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20. Februar 2020 um 16:51 Uhr
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