Halo 3: ODST

(Artikel)
Benjamin Strobel, 24. September 2009

Halo 3: ODST

Der Serie würdig oder nicht?

Halo 3: ODST ist nun zwei Tage draußen und ich habe jeweils einen Tag mit der Kampagne und einen mit Multiplayer-Modus Firefight verbracht. Außerdem hab ich mir natürlich die neuen Halo 3-Maps angesehen - denn ODST kommt mit einer zweiten Disc, auf welcher der komplette Halo 3-Multiplayer-Modus enthalten ist. Mit allen Mehrspieler-Inhalten des Originals plus alle Map-Packs, die man sich vorher so teuer zusammengekaufen musste, und zusätzlich nochmal drei völlig neue Maps. Achievement-Hunter aufgepasst: Auf diesen Maps sind mal wieder Schädel versteckt!

Außerdem gibt es für alle ODST-Käufer einen exklusiven Zugang zur Mutliplayer-Beta von Halo: Reach, dem nachfolgenden Halo-Spiel - und dem letzten, das Bungie Microsoft noch vertraglich schuldet. Die Teilnahme ist mit dem Kauf also gesichert - freigeschaltet wird der Zugang dann zum Start im Frühjahr 2010. Für so eine Box voller Stuff ist der Preis von 49,99 € auch angemessen. Ganz findige Käufer finden das Spiel sogar nochmal eine Nummer günstiger.

Right before the Chief finishes the fight - ODST beginnt!

Jetzt aber zu ODST selbst! Die Ereignisse des Spiels finden genau zwischen Halo 2 und Halo 3 statt und erzählen von dem Kram, den der Chief verpasst hat, weil er durch Galaxis gegurkt ist. Jedenfalls steht New Mombasa unter dem Angriff der Allianz. Wir schlüpfen in die Haut des Rookies, ein blutiger Anfänger, Normalsterblicher und Mitglied der Orbital Defense Shock Trooper. Und ehe wir uns versehen werden wir auch schon über New Mombasa abgeworfen. Leider schlägt uns das Schiff, das wir eigentlich sprengen sollen, durch einen Raum-Sprung ab vom Kurs und wir landen an einer völlig falschen Stelle. Und wir landen hart. Der Rookie, diese Weichmuschi, ist daraufhin erst mal für sechs Stunden weggetreten und erwacht als jungfräuliches Dornröschen erst als der ganze Kampf schon gelaufen scheint. Es ist Nacht in New Mombasa, die Straßen sind wie leergefegt. Ganz im Noir-Stile stapfen wir durch die verlassene und zerstörte Stadt. Im Hintergrund läuft Jazz und man verliert sich völlig in der Atmosphäre.

In Flammen: So finden wir New Mombasa vor.

Doch dann! Allianz-Patroullien! Schnell in Deckung! Das frei begehbare Areal ist eine vollständige Version von New Mombasa, so dass wir uns Wege suchen können, die Patroullien umgehen. Schließlich sind wir nicht der Master Chief - wir springen schlechter, halten weniger aus und können auch nicht zwei Waffen gleichzeitig benutzen. Wir besitzen auch kein Radar, sondern nur eine Nachtsicht, die unsere Feinde kennzeichnet. Da muss man sich wirklich überlegen, ob man sich in jeden Kampf stürzt oder die Hunter einfach mal Hunter sein lässt. Stattdessen kann man sich nämlich seiner Aufgabe widmen: Signale der letzten Positionen der anderen ODST orten und nachsehen, was mit ihnen passiert ist. Zum Glück ist uns die Stadt selbst dabei behilflich. Der Super-Intendent, eine künstliche Intelligenz, welche die Systeme der Stadt steuert, steht uns mit Maps und Wegweisern zur Seite. Sind wir dann einem Signal gefolgt und haben den jeweiligen Ort erreicht, erwartet uns ein Flashback, in dem die Ereignisse der letzten Stunden gezeigt werden. Hier schlüpfen wir in die Rolle der anderen ODST und erleben so ihre Geschichte. Und hier ist nichts mit nachts herumsneaken! Wir finden uns in Begleitung meist mehrerer Soldaten wieder und müssen in großen Gefechten die Stadt verteidigen. Ist ein Level geschafft, landen wir zurück beim Rookie und können weiter durch die Stadt streifen.

Das nächtliche New Mombasa wird nur durch unsere Nachtsicht erhellt.

Wie immer bietet Halo die Möglichkeit, im Ko-Op die Kampagne zu bestreiten. Besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden, die Halo erst so richtig interessant machen, empfiehlt es sich, nicht allein in den Kampf zu ziehen. Über Xbox Live sind volle vier Spieler zulässig, offline im Splitscreen darf man immerhin zu zweit ins Gefecht. Je nach Schwierigkeitsgrad benötigt man fünf bis zehn Stunden für den Kampagnen-Modus, was etwas kürzer ist als bei den bisherigen Halo-Teilen. Dennoch kommt das richtige Feeling genauso auf wie immer! Und auch dass der Rookie ein einfacher Trooper ist ändert nichts am typischen Gameplay! Man muss hier und da den Kopf besser einziehen und ist natürlich deutlich verwundbarer, aber es spielt sich trotzdem genauso wie andere Ableger der Reihe. Warum auch etwas verändern, das so gut läuft? Auch wenn da viele merklichere Unterschiede im Spielgefühl erwartet haben: Bungie ist ja nicht blöd. Zusätzlich zur Main-Storyline kann man außerdem die Geschichte einer jungen Dame mitverfolgen, die aus New Mombasa flieht. Der Super-Intendent hat alles aufgezeichnet, so dass in der Stadt nun überall Audiofiles versteckt sind, die es zu finden gilt. Diese Dateien bieten eine interessante Story-Nuance - ein Prinzip, dass uns schon bei Arkham Asylum so gut gefallen hat.

In den Flashbacks geht es zur Sache. Gefechte der Marke Halo wie wir sie kennen und lieben!

Einzig negative Anmerkung bezieht sich auf den Charakter des Rookies. Er spricht nicht, er tut nichts und die Reaktion der anderen Charaktere auf ihn sind keineswegs so markant wie die auf den Master Chief. Ihm fehlt also das nötige Quäntchen Persönlichkeit, das einen Hauptcharakter eigentlich ausmacht. Ich spekuliere ja, dass das vielleicht sogar die Absicht der Entwickler ist: Wir beziehen eine völlig leere Hülle, einen Niemand. Nicht den mächtigen Master Chief, sondern irgendwen, der im Geschehen landet. Der Master Chief wird durch die Reflektion der Nebencharaktere glorifiziert und auf das Podes eines Halb-Gotts gestellt. Um ihm das nicht durch so einen kleinen Soldaten streitig zu machen, bekommt der Rookie, abgesehen von einem Kopfnicken hier und da und stimmiger Musik beim Untersuchen der Flashback-Orte, keine gesonderte Integrität. Leider erfüllt die frei begehbare Welt auch keinen echten Zweck, davon abgesehen, dass sie ein großes Areal bietet, in dem man die Audiodateien verstecken konnte. Da hätte man sich irgendwie mehr gewünscht, als nur das Abgrasen der Flachbackpunkte.

Im neuen Firefight-Modus kämpft man gemeinsam gegen Feindwellen.

Der Firefight-Modus mit dem ODST daherkommt, ist kein klassischer Multiplayer. Hier kämpft man nicht gegeneinander, sondern wie in der Kampagne zusammen gegen einen Haufen Feinde. Auf zehn verschiedenen Maps kann man mit bis zu vier Spielern Brute-Ärsche versohlen. Hierzu stehen einem je nach Level unterschiedliche Waffen und Fahrzeuge zur Verfügung. Glaubt mir, ihr werdet sie brauchen, auch wenn es außer der Pistole und dem SMG mit Schalldämpfer nichts Neues im Arsenal der UNSC-Truppen gibt.

Eine besondere Herausforderung ist hierbei, dass sich automatisch, je mehr Feindwellen man überlebt, immer weitere Schädel einschalten. Diese sind bereits aus der Kampagne bekannt: Sie erschweren das Spiel, indem sie z.B. das Verhalten der Feinde verbessern, wodurch diese besonders gut ausweichen oder sehr gezielt Granaten werfen. Der Multiplayer-Spaß ist auch deshalb besonders groß, weil man zusammenarbeitet. Bungies Matchmaking in Halo 3 konnte so gut sein wie es wollte, es gab immer Momente, in denen man einfach gefrustet war, weil man von den anderen Spielern unter Lachen und Lästern einfach niedergemäht wurde. Ganz anders hier: Man muss zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen. Und das macht jede Menge Spaß, sodass man gar nicht mehr aufhören möchte. Leider kann man Firefight nur mit Freunden oder zuletzt gesehenen Spielern spielen, ein Matchmaking wie bei Halo 3 fehlt völlig. So muss man sich für ein Mutliplayer-Match schon einigermaßen gezeilt verabreden und kann nicht mal so zwischendruch reinhüpfen. Aber mal ehrlich: Mit Freunden macht es ohnehin mehr Spaß. Headset ist natürlich Pflicht - so wie der Kauf von ODST! Nex

Kommentare

Ben
24. September 2009 um 20:56 Uhr (#1)
Firefight macht definitv süchtig.
Jozu
24. September 2009 um 21:39 Uhr (#2)
Nex und ich haben gestern ca. 140 Minuten Firefight hinter uns gebracht - IN EINEM LEVEL! Wir haben auch nicht aufgeöhrt weil wir starben, sondern weil es schon echt spät wurde ;D.
Ben
25. September 2009 um 00:24 Uhr (#3)
Ich habe heute alle Audiologs gesammelt. MUAHAHAHA. Hat etwas gedauert..
Gast
17. Oktober 2019 um 12:31 Uhr
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RELEASE
22. September 2009
PLATTFORM
Xbox 360
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