Muramasa: The Demon Blade

(Artikel)
Benjamin Strobel, 10. September 2009

Muramasa: The Demon Blade

Slashing Combo Paradise

Endlich mal wieder ein klassisches 2D-Spiel! Es lebe die Zeit von Guardian Heroes wieder auf! Diesem erstklassige Action-RPG-Slasher für die Wii gebührt aller Respekt - das optisch beeindruckenste Spiel des Jahres! Gespickt mit einem grafischen Detailreichtum, den man lange nicht gesehen hat. Und das Beste: Es macht sogar jede Menge Spaß. Und wenn man nicht aufpasst, sogar ein bisschen süchtig.

Das Spiel ist in zwei Teile, je für einen von zwei Charakteren, aufgeteilt. Beide besitzen verschiedene Storylines, durchlaufen aber die gleichen Gebiete, wenn auch in anderen Reihenfolgen. Zum einen haben wir Ninja-Prinzesschen Momohime, zum anderen den amnestischen Kämpfer Kisuke. Wenn man durch die liebevoll animierten Szenen streift, gilt es hauptsächlich, sich durch Feinde zu slashen und so Erfahrung zu sammeln. Das Action-Gameplay ist jedoch bereichert durch RPG-Elemente, so dass es auch immer wieder Orte gibt, an denen man mit Leuten sprechen und wichtiges Wandergepäck (Maps, Heilungsitems) einkaufen kann. Die Story muss man nicht zwingend vertiefen, man kann auch sehr viel Spaß an Demon Blade haben, wenn man sich nicht um sie kümmert. Für Fans der Kultur kann sie jedoch sehr interessant sein.

Bei Prinzessin Momohime gibt es Geflügel zum Abendbrot.

Nach Metroid-Prinzip sind noch nicht alle Ort von Anfang an zugänglich und auch unsere Map muss ebenfalls noch mit Informationen gefüllt werden. Verschiedene Barrieren (gekennzeichnet durch unterschiedliche Farben) blockieren wichtige Wege. Diese können erst dann erschlossen werden, wenn man entsprechende Bosse umkloppt, um von ihnen spezielle Schwerter zu erhalten, die man zum Öffnen der Barrieren benötigt. Auf dem Weg dahin begegnet man allerdings reichlich Feinden, die ebenfalls verdroschen werden müssen. Ab und zu offenbaren die verschiedenen Räume auch kleine Awards in Form von nützlichen Items. Nebenher sollte man außerdem herumliegende Seelen einsammeln, die man zum Schmieden neuer Schwerter benötigt. Ein recht simpler Skill-Tree zeigt hierfür unsere Möglichkeiten auf. Da unser Charakter nur zwei Statuswerte besitzt, ist die Fähigkeit, neue Schwerter zu benutzen, nur durch diese beiden Werte beschränkt. Hat man enstprechend aufgelevelt, darf man sein neues Schwert benutzen. Aufgeteilt in die Typen Blade und Long Blade gibt es insgesamt 108 Schwerter zu entdecken, die alle unterschiedliche Spezialangriffe besitzen und auch noch mal auf den Charakter reagieren.

Uppercut, Airdash, Slash, Slash, dead!

Hat man sich erst mal von einer Seite der Map zur anderen geslashed und gesliced, erwartet einen dann ein Bosskampf. Oder eine andere Stadt, ein Ort an dem man zumeist speichern kann. Die Speicherpunkte sind fair gesetzt und der Schwierigkeitsgrad nicht zu hart aber mit der Zeit doch fordernd. Und spielt man im Hard-Mode, gibt es neben härteren Feinden auch neue Bosse und sogar stärkere Schwerter. Es lohnt sich daher, sich auch an den höheren Schwierigkeitsgrad zu wagen. Doch auch auf normaler Härte sind die Bosskämpfe sehr beeindruckend - und selbst wenn man platt gemacht wird, sieht man den feinen Animationen immer wieder gerne zu.

Nach dem Bosskampf offenbart sich allerdings die Kehrseite des Spiels: Häufig muss man den ganzen Weg durch leere Räume zurückgehen. Das Backtracking kann schon etwas nervig werden. Auch muss man sagen, dass die Levelstrukter selbst, wenn auch das Ambiente abzuwechseln weiß, etwas eintönig daher kommt. Im Grunde läuft man nur vom Eingang des Raumes zum Ausgang. Baumäste und Ähnliches bieten etwas Abwechslung, da man in die Höhe klettern kann - aber mehr Tiefe gibt es leider nicht. Zum Glück ist das alles nicht schlimm, da das Spiel trotzdem Spaß macht!

Was wäre ein Spiel ohne einen Kraken? - Ein Spiel ohne Kraken, na und?
Aber hey, die Dinger sind cool.

Das Kampsystem ist wirklich simpel gestrickt, weiß aber dennoch zu überzeugen! Mit nicht mehr als zwei Buttons führt man alle nötigen Manöver aus, ähnlich wie bei Smash Bros. Das Spiel lässt sich wahlweise mit Nunchuck, Classic-, oder Gamecube-Controller spielen und sollte so jedem eine Steuerung bieten, die ihm zusagt. Nur so nebenbei: unnötige Schüttel-Steuerung wurde natürlich nicht eingebaut. Wäre ja auch verrückt bei so einem klassischen Gameplay. Außerdem muss man dem Spiel unbedingt zugute halten, dass man die japanische Sprachausgabe beibehalten hat. Englische Untertitel überbrücken natürlich die Sprachbarriere. Aber die Stimmen passen ins Spiel und alles andere wäre Unsinn.

Mögen wir den? Nein. Geben wir ihm mit dem Schwert? Ohja!

Trotz kleiner Mankos weiß Muramasa: The Demon Blade zu überzeugen! Wie eingangs erwähnt macht das Spiel einfach Spaß und die Jagd nach allen Schwertern lässt sogar eine kleine Sucht entfachen. Man möchte ja schließlich jeden Specialmove auch mal gesehen haben! Nicht, dass da so ein totaler Über-Angriff dabei ist und man hat sich dieses Schwert nicht geholt! Fatal! Da würd man doch nicht mehr leben wollen!

PS: Mein Test basiert auf der US-Version des Spiels. Ich kann allen nur empfehlen, einen Blick auf diesen Titel zu werfen, wenn er im November auch hierzulande erscheint! Nex

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06. Dezember 2022 um 14:14 Uhr
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