Bionic Commando

(Artikel)
Benjamin Strobel, 05. Juli 2009

Bionic Commando

Hanging around with Nathan Spencer

Den älteren Gamern unter euch wird dieser Titel ganz sicher noch ein Begriff sein. Unter den damaligen Hardcore-Zockern zählte Bionic Commando neben Spielen wie Contra (Probotector in Europa) zur Top-Riege! Vor allem auch was den Schwierigkeitsgrad anging - ähnlich wie bei Contra bedeutete Feindberührung bei diesem Shooter den sofortigen Tod. Ich habe es extra nochmal eingelegt, bevor ich mich an den Artikel gesetzt habe. Und wisst ihr wie kack-schwer dieses Spiel ist? Das ist kack-schwer!

1988. So sah's damals aus!
(NES, Amiga, C64 & Co.)
An der Steuerung ist zudem eine sehr merkwürdige Sache. Man sollte ja meinen, dass es damals nicht so viele Möglichkeiten gab, die Steuerung eines Shooters zu entwerfen. Ich meine, hey: So ein Controller hatte zwei Knöpfe! Springen und Schießen! Oder Schießen und Springen! Ab und zu auch NUR Springen! Das war's dann auch. Aber falsch gedacht! "Pah!", dachten sich die Entwickler wohl, "Springen gibt's nicht, das denken sich die Zocker so!" Und in der Tat: Schießen auf B, klar, aber A? Nichts mit A! Erst zusammen mit einer Richtungstaste gab es dann einen Move. Nicht Springen. Nein! Schwingen!

Daran hat sich nicht viel geändert. Aber das wollte ja auch niemand, schließlich war das Schwingen ein richtiges Markenzeichen für Bionic Commando geworden. Damals folgten noch ein paar Ableger, unter anderem auf dem Gameboy, dann lange Zeit nichts. Und jetzt auf einmal, zwanzig Jahre später, denkt sich Entwickler GRIN sowas wie: "Hmpf. Uns ist langweilig und neue Ideen haben wir auch nicht. Lasst uns doch eine alte Spielereihe ausgraben und ein Sequel machen!" Und so schwang sich das neue Bionic Commando dieses Frühjahr auf 360, PS3 und PC.


Auch 'ne Art der Hinrichtung.
Titelheld Nathan Spencer, einst bionischer Elitesoldat, wird zur Hinrichtung geführt. Nachdem er vor Jahren einen fragwürdigen Auftrag verweigerte, hing man ihm ein paar Morde an, um ihn loszuwerden, wie das eben immer so ist. Seine zweite Chance verdankt er nun einem terroristischen Bombenangriff - Nathan soll als Supersoldat erneut gegen den Feind kämpfen. Seine Belohnung: Freiheit. Und sein bionischer Super-Duper-Über-Uber-Arm. Den hatte er aus verständlichen Gründen (Wachen zerreißen, über Gefängnismauer schwingen) an den Gefängnistoren abgeben müssen. Aber egal, was die Welt sagt - die Story ist nicht gut. Sie ist aushaltbar.

Unterwegs in zerstörten Städten und tiefsten Jungeln dürfen wir mit bionischer Power nun Feinde aufmischen. Inzwischen kann man auch springen, bevor man die Greifautomatik des Arms ausfährt.

Oh mein Gott, am Anfang war das ein Krampf.

Ja, die Schwing-Schwang-Steuerung ist erstmal gewöhnungsbedürftig. Das war ja zu befürchten. Aber es hat sich gelohnt, den Controller nicht in die Ecke zu werfen! Hat man das Schwingen erstmal gemeistert, will man nichts anderes mehr tun! Da wär selbst Spidey neidisch.
Das Schwingen bringt nicht nur die richtige Gameplay-Würze, sondern lässt das Spiel einfach gut aussehen. Der Greifhaken lässt sich an eigentlich jeder Oberfläche befestigen, auch am Boden, an Kisten und natürlich an Feinden! So lassen sich auch drei, vier, fünf Feinde nacheinander ausschalten ohne dass man den Boden berührt. Und dann macht Nathan noch einen Salto und verbeugt sich. In meinem Kopf zumindest. Und sowas hat einfach Stil, sieht gut aus und macht jede Menge Spaß. Zudem lassen sich mit dem Haken auch Gegenstände auf Feinde schleudern. Oder Feinde auf Feinde! Einziger Nachteil des bionischen Arms: Nathan ist in seinen Schwimmfähigkeiten deutlich eingeschränkt. Metall geht halt auf Grund. Und was so dran hängt, ertrinkt. Fällt man also mal ins Wasser, tut man gut daran sich schleunigst wieder rauszuschwingen.

Ja, es gibt auch fette Wummen!
Bevor man all diese Fähigkeiten jedoch hat, muss man sie erstmal erwerben. Dafür liefert das Spiel die dümmste Erklärung ever: Der Held muss sich erstmal erinnern! Ach so, ja, klar. HALLO? Das ist ein hochgradig trainierter Supersoldat! Der vergisst doch seine wichtigsten Techniken nicht gleich, nur weil er ein paar Jahre im Knast schmort. "Wie war das mit der Waffe noch gleich? Achja, den Abzug drücken, so ging das."
Genau, es gibt auch Schusswaffen! Allerdings spielen diese nur eine untergeordnete Rolle - wer will seine Feinde denn erschießen, wenn man sie auch cool töten kann? (Greifhaken, Go!) So gibt es nur eine Pistole, Granaten und einen Slot für unterschiedliche Spezialwaffen. Für große Feinde kann ein Raketenwerfer ja schonmal ganz nützlich sein. Und in Kombination mit einem grazilen Schwung macht es auch optisch was her.

Was mich außerdem an Bionic Commando fasziniert, ist das Leveldesign. Auch wenn die Levels häufig nach Open-World aussehen, ist alles durch radioaktive Strahlung (tödlich!) begrenzt. Wenn man einmal damit aufgehört hat, ständig bei der Erkundung des Levelrands den Strahlungstod zu sterben, offenbart sich die lineare, aber gut durchdachte Levelstruktur. Feinde tauchen periodisch immer mal wieder auf, in vielen Passagen geht es jedoch darum, effizient zu schwingen und an den unmöglichsten Orten versteckte Tokens einzusammeln. Das ist nur optional, aber natürlich macht es süchtig. Und wem das noch nicht reicht, der wird sich darüber freuen, dass mit jedem Fähigkeiten-Erwerb neue spezifische Aufgaben freigeschaltet werden (z.B. fünf Feinde auf einen Schlag töten. FALCON PUNCH!). So ist man ganz nebenbei immer damit beschäftigt, möglichst auch alle Aufgaben zu meistern.

Und die Musik!

Hammer! Mehr muss man wohl nicht sagen.

Das Roundup wäre jetzt ein Coop-Modus. Aber im Gegensatz zum neuen 2D-Ableger Bionic Commando: Rearmed müssen wir den leider vermissen. Allerdings bietet der vorhandene Multiplayer-Modus dank des Greifhakens ein Gameplay, das man bei kaum einen anderen Shooter findet und ist zumindest einen Blick wert. Wer sich aber sowieso nur für den Singleplayer interessiert, der kann bei Bionic Commando bedenkenlos...

Moment.

Hab ich irgendwo was Negatives erwähnt? Ja? Nein? Egal! Ihr wisst was zu tun ist! Nex

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RELEASE
22. Mai 2009
PLATTFORM
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 3
Plattform
Xbox 360
Plattform

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