Yu-Gi-Oh!

(Artikel)
Benjamin Strobel, 26. März 2008

Yu-Gi-Oh!

Karten und Kartenwegmachkarten

"Okay", denken sich jetzt wohl einige, "Yu-Gi-Oh, das ist doch wie Pokémon. Kinderkacke!" - Was die Anime-Serie angeht mag das vielleicht stimmen. Vielleicht mag das auch für einige vermurkste Ableger auf dem GBA gelten. Aber ganz bestimmt nicht für das Tradingcard-Game!

Wisst ihr, einige spielen Schach. Andere Minesweeper. Wieder andere benutzen ihren Kopf beim Spielen von Yu-Gi-Oh - Denn eines haben all diese Spiele gemeinsam: Jeder Zug will wohlüberlegt sein. Der Spieler muss planen und mitdenken! Nagut, Minesweeper hört an dieser Stelle vielleicht auf, aber bleiben wir beim Schachspiel. Dame auf B4? Turm auf E7? Die Frage ist nicht, was man als nächstes tun wird, sondern: wie wird mein Gegenüber darauf reagieren? Und was werde ich daraufhin erwidern? Man spiele alle wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Szenarien und deren Folgen durch! Und das zehn Runden im Voraus! Gosh, da potenziert sich was!
Ganz schön komplex? Ja, und so erhält es sich auch mit Yu-Gi-Oh. Also nichts mit Kinderkacke! Nun bringt das Kartenspiel noch eine ganz fürchterlich miese Variable mit rein: Den Zufall. Im Vorfeld mag man sein Deck zwar nach Belieben zusammenstellen sowie Kombinationen und Strategien ausarbeiten, doch am Ende muss man all seine herrlich zurechtgelegten Bosheiten zu einem unklaren Stapel zusammenmischen. Man kann seinem Glück zwar nachhelfen, indem man Karten mehrfach in sein Deck einplant um sie häufiger zu ziehen, doch ganz ausschalten lässt sich der Zufall nicht. Gemeinheit! Da hat man den Arsch voller unfairer Karten und dann zieht man sie nicht!

Trotz dieser Widrigkeiten macht Yu-Gi-Oh einfach einen Höllenspaß. Das Sammeln und Tauschen von Karten macht süchtig ab dem ersten Tag. Und wenn man einen guten Gegenspieler hat, will man sich immer wieder aufs neue duellieren. Ein besonderer Schabernack ist dann natürlich, jedes Mal mit neuen Gemeinheiten aufzuwarten oder gar ein komplett anderes Deck zusammenzustellen - ich kann euch sagen: Eure Freunde werden euch verfluchen! Sie werden euch einen Stinker nennen! Sie werden euch die Pest an den Hals wünschen und noch die Kindeskinder eurer Kindeskinder mit Flüchen belegen!

Aber mal ehrlich: Wer kann sich schon diese teuren Boosterpacks leisten? Da ist sowieso jedes Mal nur Mist drin! Die Bodenschleimkarte mit nur 800 Angriffspunkten hat man schon fünfzehn mal, aber den Weißen Drachen mit zerschmetternden 3000 Angriffspunkten zieht man einfach nie.
Doch es gibt Abhilfe! Digitale Versionen von Yu-Gi-Oh! Besonders empfehlenswert sind hier die Nintendo DS-Spiele. Für den DS gibt eine ganz Hand voll Yu-Gi-Oh-Titel, die alle gut sind. Die Leute, die hauptsächlich im Singleplayer spielen möchten, sollten zu Nightmare Troubadour greifen, während ich für Multiplayer-Fixierte die 2008er Version von Worldwide Championship empfehlen würde. Diese hat sogar einen umfangreichen Online-Modus, falls mal kein lokales Opfer verfügbar ist.

Jedenfalls, auch wenn ihr es für ein Kinderspiel haltet, probiert es einfach mal aus. Ich weiß, dass ihr Zocker da draußen eh alle Kinder seid. - Nex

Rian: Wer jetzt buhrufend brüllt, Yu-Gi-Oh! sei nur ein Magic-Klon, der... hat ganz recht. Habe Magic sowie Yu-Gi-Oh! gespielt, die Systeme sind sich sehr ähnlich, aber ich persönlich favorisiere YGO. Ist irgendwie witziger. Da kann man sich viel besser bei beleidigen, bei den ganzen albernen Karten.

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18. Januar 2020 um 05:52 Uhr
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