Mortal Kombat VS DC Universe

(Artikel)
Benjamin Strobel, 31. August 2008

Mortal Kombat VS DC Universe

The Joker shot Superman!

GC08, Dailydpad vor Ort, zockend, schlafend, ranzfaul. Ach, Unsinn! - Ich sage euch, wir wären nicht das DPad, wenn wir uns für euch nicht in Midways heilige vier Pappwände eingeschlichen hätten! Vorbei am teuren Tafelgebäck, vorbei an duftend heißen Kaffeebechern und den Anzugträgern mit ihrem falschen Gewinnerlächeln (Batman Begins! Wir erinnern uns? "Erzähle ihnen den einen Witz, den du kennst!"), und dann standen wir plötzlich vor einem Bildschirm, aus dessen Unterbau uns zwei Controller zwischen Daumen und Handfläche sprangen:

Mortal Kombat VS DC Universe!

Liu Kang ist ohne Zombifizierung zurück!
Endlich! Der neueste Ableger meines Lieblings-Beat 'em Ups, das mich seit Mega Drive-Zeiten angeleitet und im Fighter-Universum großgezogen hat (war es legal als Teenager-Pimpf Mortal Kombat zu spielen? Schaut jetzt nicht so verdutzt auf den Schirm, meine Eltern waren Schuld!), war in meine gutmütigen, buttonmashenden Zockergriffel gefallen! Eins war nach dem ersten Match schon klar: so kann sich nur ein Mortal Kombat spielen. Auch wenn sich DC-Charactere wie Superman und Batman unter die üblichen Verdächtigen wie Scorpion und Sub-Zero gemischt haben.

Grundüberarbeitetes Kampf- und Kombosystem heißt es - blabla! Controller in die Hand genommen, drei Knöpfe gedrückt und dem Character bei wunderbar-abgehackten MK-Animationen zugesehen. So muss Mortal Kombat sein! Nichts da mit filigranen DoA-Bewegungen und eigener Brustphysik, den Schnickschnack braucht kein Mensch. Das einzige, was MK hat, ist eine eigene Schmerzphysik, jawoll! Im Ernst, so wie bei Mortal Kombat bewegt sich keine normale Person. Nicht mal ein Affe - oder ein Affe, der Kampfsport macht. Aber das soll so. Weil es sonst ja nicht MK wäre.

Der dunkle Ritter im Old-School Design. Da haben wir nichts dagegen.
Nagut, ein paar Neuerungen gibt es dann doch. Die äußerst begrenzten Kombo-Möglichkeiten der Vorgänger sind nun kaum mehr spürbar, denn fast jeder Move lässt sich mit einem weiteren irgendwie verbinden, was zu ansehnlichen bis hin zu tierisch unfairen Kombinationen führen kann. Aber da ist wirklich Kreativität gefragt. Jeder kann mal rumprobieren, welche Moves gut zusammenarbeiten. Und mal ehrlich, da liest man kein FAQ, wo bleibt denn da der Spaß?

Zurück zu den neuen Features. Neben einer nicht überragenden, aber durchaus zeitgemäßen Grafikengine, wird das Gameplay durch zwei neue Elemente nochmal richtig aufgewertet: Klose Kombat und Free Fall Kombat.

Klose Kombat
Neben üblichen Griffen (in der bisherigen Spielversion leider wieder nur einer pro Kämpfer), gibt es die Möglichkeit, so etwas wie Kombo-Griffe auszuführen. Im Klose Kombat-Modus kann man eine der vier Tasten drücken, während der zweite Spieler ebenfalls eine Taste auswählt. Je nachdem, ob der Verteiger die richtige Taste drückt oder nicht, bekommt er auf die Gosche oder kann den Agriff abwehren. Hier ist etwas Glück gefragt und selbst als unterlegener Spieler kann man hier noch einen unverdienten Sieg erringen. Da werden noch viele Spieler toben, jammern und schreien - das kann ich euch sagen.

Free Fall Kombat
"Bam, Babam, Bam!"
Im Großen und Ganzen ein zweites Klose Kombat. Eingeleitet wird diese Sequenz, wenn man seinen Feind über einen Klippenrand aus der Arena kickt. Als Angreifer springt man hinterher und kann im freien Fall seinem Gegenüber noch ein paar Schläge mit auf den Weg geben - oder ihm dabei helfen, die quälende Zeit des Fallens mit einem mächtigen Angriff etwas zu verkürzen. Dies ist allerdings erst möglich, wenn sich eine gewisse Komboleiste am Bildschirmrand ausreichend gefüllt hat. Dies tut sie, ganz egal welcher Spieler dem anderen Schaden zufügt. So kann der Verteidiger mehrmals zum Angreifer werden und umgekehrt, während Angriffe beider Spiele auf die Leiste draufgerechnet werden. Je nach Fülle dieser Leiste kann man seinem Gegenspieler etwas weniger oder auch enorm viel Schaden zufügen. Wer am Ende des Falls unten liegt, bekommt die ganze Grütze ab, selbst wenn er im gesamten Fall nur eingesteckt hat und erst kurz vor Ende in die Aggressor-Position wechseln konnte. Wer allerdings grade oben liegt, kann mit einem geringen Vorsprung in der Kombo-Leiste auch den Fall durch einen Spezialangriff sofort beenden. Es wird ein Jammern und Schreien aus solchen Zimmern dringen, wie gesagt.

Mein Sum-Up nach dem Anzocken: Klasse Spiel! Mortal Kombat wie man es kennt - sogar die DC-Charaktere gliedern sich perfekt in die Kämpferriege ein - kurzer Einwurf zu Story: Das Ganze wird erklärt, indem es so Dimensionsverschiebungen gibt und beide Einwohner der Universen denken, das jeweils andere Universum würde einen Eroberungsfeldzug führen (natürlich schließen sich dann alle Kämpfer zusammen gegen einen gemeinsamen Feind, ist doch klar). In meinen Augen geben die DC-Fighter der Mortal Kombat-Serie sogar nochmal ordentlich Pfiff! Außerdem wette ich, dass ihr alle da draußen es gar nicht abwaren könnt, endlich mal einen Joker-Arsch mit Batman aufzureißen. Allerdings würde ich da vorsichtig sein. Während der Spieldemonstration bei Midway ist etwas abartig Fieses passiert:

Der Joker hat Superman ins Gesicht geschossen!

"Oh no, bullets are my only weakness!"
Mitten rein! Ohne Gnade! Der war sofort tot! - Dennoch: Mortal Kombat VS DC Universe wird ohne die berüchtigte Brutalität auskommen und außer Pixelblut leider keine abgetrennten Gliedmaßen und zermahlene Knochen featuren ("fietschern"). Ob das Spiel dennoch eine 18er Wertung der USK erhalten wird, steht noch aus. Aber das wird man dann ja sehen. Nex

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28. Februar 2020 um 18:56 Uhr
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