Crayta Review

(Artikel)
Mark Grimsmann, 24. Juli 2020

Crayta Review

Ein Spielplatz für die Kreativität

Crayta erinnert mich sehr an Takeshis Castle, aber mit Minecraft-Vibes. Das hört sich im ersten Moment nach einer kuriosen Kombination an. Was das Spiel von Unit 2 Games kann und ob der Vergleich mit der klassischen TV-Show standhält, schauen wir uns jetzt gemeinsam an.

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Ein Bausatz mit vielen Möglichkeiten
Im Kern ist Crayta ein Level-Editor im Stil von Dreams. Wie das selbstgebaute Spiel designt wird, ist ganz den Spielerinnen und Spielern überlassen. Die Grundlage bildet stets eine von dreizehn verschiedenen Schablonen. Schon zu Beginn kann man entscheiden, welchen Stil das Spiel haben soll: Wird es allein oder im Multiplayer gespielt? Soll es ein Shooter sein oder doch ein Plattformer für knifflige Sprungeinlagen?

Nach Wahl der richtigen Schablone kann die Welt mit Bausteinen, die schon sehr an Minecraft erinnern, und mit Gegenständen wie zum Beispiel Truhen, Leitern oder Fahrzeugen nach der eigenen Vorstellung gestaltet werden. Das Ziel des eigenen Spiels kann zu Beginn des Editors in den sogenannten Schablonen ausgewählt werden. Mal sind die Schablonen für die Highscore-Jagd ausgelegt, für ein klassisches Survival-Spiel oder ein typisches Deathmatch. Mit dem passenden Ziel kann das Spiel auch schon veröffentlicht und der Community zur Verfügung gestellt werden oder mit Freunden per Share-Code oder Link geteilt werden.

Die Qualität der veröffentlichten Games variiert sehr stark. Während mir nicht viel eingefallen ist und ich mich an einem einfachen Labyrinth versucht habe, beweisen andere mehr Kreativität. Ein Spiel bestand etwa aus einem Escape-Room-Szenario, das in jedem Level einen neuen Denkansatz benötigte. Ein anderes Spiel erinnert ein wenig an Tron. Der Spieler befindet sich in einem mit Neonlichtern versehenen Raum, mit einer riesigen Wand, die sich langsam auf ihn zu bewegt. Dabei gilt es sich mit einem Gewehr durch die Wand zu schießen und dabei möglichst viele Punkte zu ergattern. Die Punkte werden dann durch die jeweilige Höhe des Durchdringens bestimmt. Beeindruckend fand ich auch den Nachbau der Kultmap Nuketown, die aus diversen Call-of- Duty-Titeln bekannt ist.

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Spielplatz mit kleinen Problemen
Die zur Verfügung gestellten Spiele können im Hub, einer schlicht weiß gehaltenen Ebene, oder direkt im Menü ausgewählt werden. Dabei hatte ich die Qual der Wahl. Die vielen abwechslungsreichen Gamesl erinnern dabei sehr stark an alte TV-Spielshows aus den 90ern, wie Takeshis Castle. Oft liegt das Ziel darin, die Welten mit viel Geschick und Kreativität abzuschließen. Beispielsweise stellte ein Spiel gleich beides auf die Probe, in dem ich ein Musikstück spielen sollte. Um das Stück zu erlernen, musste ich zuvor die zugehörigen Notenblätter sammeln, die überall verstreut waren.

Die Levelauswahl ist nicht nur abwechslungsreich, sondern auch nahezu unendlich. Beim Spielen fallen allerdings kleine Probleme auf. So kann die Steuerung zum Beispiel kaum angepasst oder modifiziert werden. Die Spielfigur steuert sich dadurch in vielen Kreationen hölzern. Das kommt wohlgemerkt nicht immer zum Tragen, aber fällt dann doch besonders bei Geschicklichkeitsspielen auf. So habe ich zum Beispiel des Öfteren das Zeitliche gesegnet, weil ich einen Sprung nicht wie geplant durchführen konnte. Die Figur reagierte mitunter nur mit Verzögerung auf meine Eingabe. Dadurch rutschte ich des Öfteren beim Absprung noch von der Plattform oder verfehlte beim Landen die Zielplattform. Zusätzliche Fähigkeiten oder Eingabemöglichkeiten wie ein Doppelsprung zur Korrektur von Ungenauigkeiten könnten hier Abhilfe schaffen. Leider fehlen solche Möglichkeiten.

Im Editor steuerte sich hingegen alles sehr intuitiv und ohne Probleme.

Während die Singleplayer-Maps nahezu durchgehend gut funktioniert haben, kann ich das über die von mir getesteten Multiplayer-Spiele nicht sagen. Das lag weniger am Design der Maps. Vielmehr hatte ich Probleme damit, Mitspielerinnen und Mitspieler zu finden. Vor der Auswahl eines Spiels ist leider nicht ersichtlich, wie viele Personen bereits am spielen sind. Ich habe mich dadurch sehr häufig alleine in einem Spiel wiedergefunden. Eine faire Einschätzung ist deswegen schwierig. Dass eine große Community vorhanden ist, zeigt die Anzahl der designten Spiele. Dennoch waren bei mir Eins-gegen-Eins-Duelle das Höchste der Gefühle, dabei sind besonders Spiele im Stile von Shootern oder Mannschaftssportarten wie Fußball und Basketball auf den Wettkampf in der Gruppe ausgelegt. Das mindert den Spielspaß leider doch erheblich. Passende Such- und Filterfunktionen könnten die Situation deutlich verbessern.

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Gut gestreamt ist halb gewonnen
Der Spielspaß hängt auch von der eigenen Internetleitung ab. Crayta ist aktuell zeitexklusiv bei Google Stadia erhältlich. Es ist somit auf jedem Gerät spielbar, auf dem der Google Chrome Browser läuft. Die eigene Hardware kann dabei vernachlässigt werden, da das Spiel komplett gestreamt wird. Ich hatte das Vergnügen, den Service auf der Dorfleitung eines Freundes auszuprobieren. Während ich mit meinen 200 Mbit/s Zuhause gar keine Probleme hatte, boten mir die bis zu 16 Mbit/s dort schon mehr Probleme. Erst wollte das Spiel gar nicht laden. Nachdem alle anderen Geräte aus dem Netzwerk entfernt wurden, startete wenigstens die Anwendung. Von einem flüssigen Spiel konnte leider aber nicht die Rede sein. Der Lag ist dann besonders dramatisch, wenn es zum Beispiel bei den Shootern auf das richtige Zeilen und das Timing ankommt. Eine etwas schnellere Internetverbindung ist also unumgänglich.

Crayta bietet sich für diejenigen an, die sich in einem Level-Editor kreativ ausleben wollen und eine ausreichend schnelle Internetverbindung haben. Kreative Singleplayer-Spiele können den Spaß alter TV-Spielshows sehr gut aufleben aufleben lassen. Wer aber im Multiplayer spielen möchte, wird momentan noch nicht so glücklich.

Crayta wurde auf Google Stadia getestet. Ein Testmuster wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.

Crayta

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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11. August 2020 um 17:23 Uhr
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RELEASE
01. Juli 2020
PLATTFORM
Google Stadia
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