Ys: Memories of Celceta Review

(Artikel)
Benjamin Strobel, 04. Juli 2020

Ys: Memories of Celceta Review

Rasante JRPG-Action auf der PS4

Ys: Memories of Celceta ist ein Remake mit wirklich kurioser Geschichte. In den 90er-Jahren wurde die Entwicklung von Ys IV an zwei verschiedene Entwicklerstudios ausgelagert, die zwei völlig unterschiedliche Spiele produzierten, eins für die PCEngine, das andere für den Super Nintendo. 2012 brachte Nihon Falcom dann ein Remake für die PSVita heraus, das sich Ideen von beiden Spielen borgte, ansonsten aber ein völlig neues Spiel war. Rund acht Jahre später können wir einen Port auf der PS4 spielen.

SunlitRuins-PS4

Monster schlagen und Wälder kartographieren
Ys ist eine JRPG-Reihe mit langer Tradition und zählt inzwischen bereits neun Teile in der Hauptreihe. Ys zeichnet sich durch ein schnelles, actionreiches Gameplay aus und durch ein farbenfrohes, Anime-inspiriertes Artdesign. In Memories of Celceta saust ihr mit dem Protagonisten Adol und seiner Party durch verschiedene Spielareale, sammelt Ressourcen und schlagt euch mit Monstern in Echtzeit-Kämpfen. Euer Ziel ist es dabei, die Gegend auszukundschaften. Die lokalen Autoritäten haben euch nämlich damit beauftragt, die Wälder von Celceta zu kartographieren. Das heißt, ihr könnt euren Zwängen, die komplette Karte der Spielwelt aufzudecken freien Lauf lassen. In regelmäßigen Abständen dürft ihr der Generalin Bericht über eure Fortschritte erstatten, die euch für die Arbeit reich entlohnt.

Natürlich bekommt ihr es nicht mit einem beschaulichen Wäldchen zu tun. Hinter den Bäumen und Büschen lauern nicht nur gefräßige Monster. Sondern Adol hat nach seinem letzten Besuch in den Wäldern auch sein Gedächtnis verloren. Der Held mit Amnesie ist zwar ein JRPG-Klischee, das mittlerweile über seinen eigenen Bart stolpert, aber das alte Konzept ist recht organisch in das Gameplay von Memories of Celceta eingeflochten. Um herauszufinden, was vor sich geht, müsst ihr nämlich nicht nur den Wald erkunden, sondern könnt auch Erinnerungsfetzen von Adol wiederfinden, die seine Attribute steigern und in das Story-Puzzle ein weiteres Teil einsetzen.

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Das Rennspiel unter den JRPGs
Wenn ihr mit bis zu drei Party-Mitgliedern durch die bunten Areale von Celceta lauft, kann Ys ganz oberflächlich an Xenoblade erinnern. Aber der erste Eindruck täuscht gewaltig, denn das schnelle, actionreiche Kampfsystem lässt die Auseinandersetzungen in Xenoblade wie ein Schachspiel zwischen Schildkröten aussehen. Denn Ys ist sowas wie das Rennspiel unter den japanischen Rollenspielen.

Memories of Celceta zeichnet sich besonders durch seine angenehme Geschwindigkeit aus. Ys ist dadurch wie ein umgekehrtes Spiegelbild von Genre-Klassikern, die vielfach auf rundenbasierte Kämpfe gesetzt haben. Man kann zügig durch die Areale rennen, Gegner mit einfachen Combos schnell in Grund Boden prügeln und sogar Spezialangriffe mit einer Schnelltaste direkt auslösen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Memories of Celceta unterkomplex wäre. Das simple Grundprinzip ist mit spielerischen Finessen gewürzt, die die Auseinandersetzungen durchaus spannend machen. Beispielsweise gibt es perfekte Blocks, durch die ihr keinen Schaden bekommt und perfekt getimete Ausweichrollen, die das Geschehen kurzzeitig verlangsamen. Komplexität gibt es darüber hinaus auch durch verschiedene Angriffstypen und Statusveränderungen wie Gift, Frost und Feuer. Durch Crafting könnt ihr Rüstungen mit Resistenzen gegen die aktuelle Pest eines jeweiligen Dungeons versehen. Beispielsweise kommt ihr relativ früh mit Feinden in Kontakt, die euch vergiften, sodass man im frühen Spiel mit Gift-Resistenzen sehr gut fährt. Für die Offensive könnt ihr eure Waffen mit Elementschaden verbessern, um etwa aus einem simplen Prügel ein mächtiges Feuerschwert zu schmieden. Das Crafting-System ist sehr übersichtlich und ihr könnt sogar einen Satz einfache Ressourcen gegen höherwertige eintauschen, sobald ihr sie benötigt.

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Memories of Celceta in 2020
Memories of Celceta ist rund acht Jahre alt und war bereits 2012 auf einer Plattform erschienen, die nicht auf dem Höhepunkt der Technik war (sorry, liebe PSVita, du bist trotzdem super). Dem PS4-Port sieht man diese Wurzeln deutlich an, obwohl die Texturen überarbeitet wurden und in HD ausgespielt werden. Sehr schön ist, dass das Spiel sowohl mit englischer als auch japanischer Sprachausgabe kommt - allerdings sind nur wenige Stellen im Spiel vertont.

Spielerisch kann Memories of Celceta mit seinem schnellen und kurzweiligen Kampfsystem noch immer überzeugen. An anderen Stellen wirkt es hingegen antiquiert. Beispielsweise gibt es eine Schnellreise-Funktion, die aber nur innerhalb eines Areals funktioniert. So kann es sein, dass man an den Rand des einen Areals reisen muss, nur um auf den nächsten Abschnitt überzusetzen, um von dort aus eine weitere Schnellreise zu starten - das sollte 2020 einfacher gehen.

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Fazit
Viele Neuerungen gibt es nicht seit der PSVita-Version, aber Ys: Memories of Celceta ist auch 2020 noch immer ein gutes Spiel. Es ist rasant, actionreich und vor allem durch seine Kämpfe sehr kurzweilig. Memories of Celceta gilt zu Recht als einer der besten Ys-Teile und gehört vor allem dann in eure JRPG-Sammlung, wenn ihr schnelle Action einem Rundenkampf vorzieht.

Ys: Memories of Celceta wurde auf der PS4 getestet. Ein Testmuster wurde uns von NIS America zur Verfügung gestellt.

Ys: Memories of Celceta

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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11. August 2020 um 18:46 Uhr
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21. Februar 2014
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Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
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