Vorschau: Main Assembly

(Artikel)
Mark Grimsmann, 23. Juni 2020

Vorschau: Main Assembly

Bauen, Programmieren, Wiederholen

Als Kind habe ich viel mit Modellautos und Flugzeugen gespielt. Das vor kurzem in die Early-Access-Phase gestartete Main Assembly von Bad Yolk Games bringt diese Spielzeuge auf die heimischen Computer. Kann der virtuelle Baukasten das gleiche Gefühl wie damals hervorrufen oder geht da sogar mehr? Wir schauen uns das gemeinsam an!

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Kreativität im Sandkasten
In dem Sandbox-Spiel liegt das Hauptaugenmerk auf dem Gestalten von Fahrzeugen um die offene Spielwelt in möglichst kreativer Art und Weise zu erkunden. Der Fantasie sind dabei nahezu keine Grenzen gesetzt. Solange man sich es vorstellen kann, kann man es auch bauen. Dabei ist es egal, ob die eigene Kreation mit Propellern durch die Luft schwebt oder auf sechs Beinen läuft. Theoretisch ist alles möglich, praktisch muss man aber erst einmal das Handwerk, also die Steuerung erlernen.

Gewusst wie!
Wie wir mit dem Editor umzugehen haben, damit unsere Vision in die Realität umgesetzt werden kann, lernen wir in dem ausführlichen Tutorial. Durch kleine Aufgaben werden die Grundlagen für den Umgang mit dem Editor vermittelt. Im Fertigungsmodus lässt sich der Bot nicht nur nach unseren Vorstellungen zusammenbauen, sondern auch die Steuerung des Bots programmieren. Das Programmieren ist durch Bausteine, die miteinander verbunden werden, simpel aufgebaut und selbst für einen Anfänger leicht zu verstehen. Schwieriger wird es da schon, die Teile in die gewünschte Form und Position zu bringen. Durch Tastenkombinationen lassen sich einzelne Elemente der Fahrzeuge in jede Form ziehen. Das im dreidimensionalen Raum zu bewerkstelligen, erfordert ein wenig Übung und wirkt zu Beginn etwas frickelig. Eine unerwartete Herausforderung bildet dabei die Kamera, die hin und wieder zu dicht an den Objekten ist, wodurch das Platzieren unnötig erschwert wird. Schön wäre hier eine Möglichkeit, sich mit der Kamera auch um die zu platzierenden Objekte bewegen zu können. Mit Etwas Übung ist Detailarbeit aber durchaus möglich.

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Ein schönes Schadensmodell
Viele kleine Details haben die Entwickler auch in die Spielwelt eingebaut. Es ist zwar mit einem einfachen Cel-Shading-Look kein grafisches Feuerwerk, aber anhand der detaillierten Schadensmodelle wird die Liebe der Entwickler zu diesem Projekt sehr deutlich. Interessant ist dabei auch, dass die unterschiedlichen Gegebenheiten von Materialien und Untergründen eine große Auswirkung auf das eigene Fahrverhalten haben. So ist zum Beispiel der Bremsweg auf Eis deutlich länger als auf anderen Untergründen. Dabei kann das Modell auch immer wieder auf die verschiedenen Begebenheiten angepasst werden.

Freies Spiel
Das Erlernte kann dann in den zwei Spielmodi Herausforderung und Sandbox ausgetestet werden.

Im Modus Herausforderung werden uns kleine Aufgaben gestellt, die es mit einem selbstgebauten Bot zu lösen gilt. Je Mehr Aufgaben wir in jedem Level lösen, desto mehr neue Bauteile können wir freispielen. Die Bauteile sind eine schöne Motivation, die Aufgaben anzugehen. Immerhin wollen wir uns ja möglichst kreativ ausleben können. So müssen Diplome eingesammelt, Dummys umgeschubst und Lieferungen zerstört werden oder der Bot bestimmte Bedingungen, wie ein besonders hohes Gewicht, erfüllen. Leider bieten die Aufgaben nicht so viel Abwechslung und werden dadurch schnell eintönig.

Stärker ist dagegen der Sandbox-Modus. Wir können dabei unsere Ideen entweder auf einer komplett leeren Ebene austesten oder wir stürzen uns ins Abenteuer und erkunden verschiedene Landschaften mit unseren Eigenkreationen. Dabei geht es zum Beispiel über Stock und Stein durch den Wald oder über vereiste Seen und Flüsse in einer Schneelandschaft. Den eigenen Bot dabei auf verschiedene Situationen anzupassen und dadurch zu optimieren bietet hier einen besonderen Reiz. Im Online-Koop geht das sogar gemeinsam mit Freundinnen und Freunden.

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Ausblick
Kann Main Assembly das Gefühl aus der Kindheit wiederbringen? Es geht sogar einen Schritt weiter: Die Simulation bietet viele Möglichkeiten, sich in die Robotik hineinzuversetzen, durchaus komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Mechaniken zu verbessern. Damit kann der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Einziger Wermutstropfen ist dabei die teilweise frickelige Steuerung - da können Bad Yolk Games sicher noch nachbessern. Für jeden, der sich kreativ Ausleben will eine absolute Empfehlung.

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12. Juli 2020 um 09:22 Uhr
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11. Juni 2020
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PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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