Beat Saber Review

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 03. Juni 2019

Beat Saber Review

Möge der Beat mit dir sein

Virtual Reality hat sich mittlerweile in der Gamingwelt etabliert und bringt uns völlig neue Spielerfahrungen, die ohne diese Technologie nicht so eindrucksvoll möglich waren. Eine dieser Spielerfahrungen ist das Rhytmusspiel Beat Saber. Nach einem Jahr im Early-Access ist das Spiel jetzt komplett. Wenn ihr also mit mir entfliehen wollt, dann nehmt meine Hand (ja, das ist ein Liedtext aus dem Spiel).

Lasst die Lichtschwerter tanzen
Die Idee hinter Beat Saber ist so simpel wie genial: Eure beiden Controller sind verschiedenfarbige Lichtschwerter und von vorne kommen auf euch Blöcke mit Pfeilen zu. Diese Blöcke müsst ihr mit dem Schwert in derselben Farbe zerschneiden - und zwar in Pfeilrichtung. Blöcke die einen Punkt enthalten, können von allen Seiten zerschnitten werden. Unterlegt wird das Ganze mit fetziger Musik und natürlich passen die Blöcke zur Melodie. Als weitere Hindernisse gibt es noch Bomben, welche man nicht mit einem Schwert berühren darf und Energiewände, denen man ausweichen muss.

20190523194007_1

Genretypisch läuft alles auf eine Highscorejagd hinaus. Punkte bekommt man für das Zerschneiden der Blöcke, die Zahl der Punkte hängt davon ab, wie präzise mittig man den Block zerschnitten hat und ob man mit dem richtigen Schwung dabei war. Für die vollen Punkte pro Block muss man genau mittig senkrecht schneiden, dabei mindestens in einem 90° Winkel ausgeholt haben und mindestens 45° ausschwingen lassen. Zusätzlich baut man einen Multiplikator auf, wenn man fehlerfrei schneidet, welcher bis zu 8-fachen Punkten aufgebaut werden kann. Jeder Fehler setzt diesen Multiplikator wieder zurück.

Die Herausforderung von Beat Saber steckt aber nicht nur darin, neue Highscores zu erreichen, sondern zunächst darin, ein Lied bis zum Ende zu schaffen. Im unteren Spielbereich befindet sich eine Energieleiste, welche sich mit jedem richtigen Schnitt langsam füllt. Verfehlt man einen Block, schneidet von der falschen Seite oder mit dem falschen Schwert, schneidet man eine Bombe oder weicht einer Wand nicht rechtzeitig aus, verliert man Energie. Wenn die Leiste leer ist, wird das Lied abgebrochen und man muss von vorn beginnen.

Die Bewegungen in Beat Saber machen Spaß und sind sogar etwas anstrengend, insbesondere auf höheren Schwierigkeitsgraden. Während man auf Easy und Normal sehr gelassen an die Sache herangehen kann, wird man ab Hard schon zu einem leichten Workout getrieben. Expert zieht den Anspruch noch einmal deutlich an, während der kürzlich hinzugefügte Expert+ Modus fast schon als verrückt angesehen werden kann. Ich war stolz als ich alle Originallieder auf Expert geschafft hatte, aber bei Expert+ musste ich kapitulieren.

20190512143607_1

Mehr Musik mit den letzten Updates
Passend zu der Neon-Cyber-Ästhetik besteht der Soundtrack aus fetzigen Techno Beats die einen erst recht dazu verleiten, die imaginären Lichtschwerter durch die Gegend zu schwingen. Die Lieder bieten dabei viel Abwechslung, da sie alle in eine andere Richtung gehen. Von seichterem Disco-Techno mit Gesang bis Bass-lastigen Elektrohymnen ist alles dabei, doch im Kern hält sich der Soundtrack in mainstreamverträglichen Klängen. Fast alle Lieder könnte man durchaus im Club spielen, in einem Hardcore-Rave wären sie hingegen nicht so angebracht.

Dank der letzten Updates hat Beat Saber auch einiges an neuem Content zu bieten. So wurden fünf neue Lieder hinzugefügt, welche speziell für das Spiel komponiert wurden und es gibt die ersten DLC-Songs. Als Promo-Aktion wurde auch K/Da aus League of Legends hinzugefügt, ebenso der Crab Rave. Wem die Auswahl an Liedern immer noch zu klein ist, der kann einen Blick in die Modding-Community werfen, welche bereits fleißig selbst Lieder in Beat Saber integriert hat. Dabei rate ich aber zur Vorsicht, da viele davon in der Blockplatzierung nicht so gut durchdacht sind wie die offiziellen Songs und teilweise nur Noten für Expert+ enthalten.

Verianten und Verrenkungen
Der größte Contentschub besteht im Kampagnen-Modus. Dabei werden euch immer schwierigere Aufgaben mit verschiedensten Einschränkungen gestellt. Gilt es am Anfang noch, ein Lied auf Normal zu beenden, werden später mehrere Aufgaben vom Spiel verlangt. Mal darf man nicht mehr als fünf Blöcke verfehlen, mal muss man tatsächlich mindestens fünf Blöcke verfehlen, mal muss man mindestens eine 100er Combo landen, mal darf man maximal eine 25er Combo haben. Die wohl witzigste Herausforderung bestand darin, dass die Schwerter während eines Liedes nicht mehr als 250 Meter zurücklegen durften. Das konnte ich nur schaffen, indem ich meine Hände an der Hüfte hielt und nur mit den Handgelenken die Schwerter gerade weit genug bewegte, um die Blöcke zu zerschneiden.

Zusätzlich lässt sich jedes Lied in zwei weiteren Varianten spielen. Zum einen wäre da der One-Saber Modus in dem man nur das rechte oder linke Schwert benutzt, je nach Einstellung. Zum anderen gibt es einen No-Arrows-Modus, in dem es keine Vorgaben gibt, von welcher Seite man einen Block zu zerschneiden hat. Beide Modi bieten ihre eigene Herausforderung, da man im One-Saber Modus mit einem Arm auf einmal viel mehr machen muss. Im No-Arrows-Modus muss man ständig über die eigenen Arme schlagen, da viel mehr Seitenwechsel darin auftauchen als normal. Wem das noch nicht ausreicht, der kann noch einige Modifier aktivieren, welche das Lied wahlweise einfacher machen, da die Wände oder die Energieleiste entfernt werden, oder schwerer, da das Lied schneller abgespielt wird oder die Pfeile nach kurzer Zeit ausgeblendet werden. Dementsprechend wird auch die Punktzahl angepasst: wer ohne die Möglichkeit zu versagen spielt, bekommt auch nur die Hälfte der Punkte.

20190523193940_1

Mit dem Ende der Early-Access-Phase und dem Wechsel zum offiziellen Release lieferten Beat Games auch einen offiziellen Level-Editor. Diesen muss man in VR auswählen, wird dann aber gebeten, sich wieder an den PC zu setzen, um ihn mit Maus und Tastatur zu bedienen. Dort stellt man das Tempo des Liedes ein und platziert auf einem Grid die Notenblöcke in der Reihenfolge, in der man sie zerschneiden soll. Dazu wählt man noch ein Lied aus, welches man im .wav oder .ogg Format auf dem PC hat und schon kann man zu seinen eigenen Songs abfuchteln.

Fazit
Beat Saber ist schlicht und ergreifend genial - eine simple Idee, welche ohne Virtual Reality nicht existieren könnte. Und der Erfolg gibt dem Spiel Recht, denn viele VR-Besitzer geben an, dass Beat Saber sie zum Kauf der Hardware bewegt hat. Mittlerweile gibt es Beat Saber auf so gut wie jeder VR-Hardware: am PC über Playstation VR bis hin zur Oculus Quest sind alle mit Beat Saber bedient. Man könnte das Spiel vermutlich sogar auf der Switch zum Laufen bringen, sollte Nintendo die eigenen VR-Vorhaben ausbauen. Jeder, der Zugriff auf irgendeine VR-Hardware hat, sollte Beat Saber ausprobieren.

Beat Saber wurde auf der HTC Vive getestet. Für den Test hat sich der Redakteur das Spiel selbst gekauft.

Beat Saber

(Ranking)
S
RANK
Herausragend. S-Spiele erweitern Horizonte. Sie bieten intensive Erlebnisse oder halten den Spieler noch lange am Bildschirm gefesselt. Selbst wenn man sie nicht jedem empfehlen kann, will man doch mit jedem über sie reden.

Kommentare

Bisher hat dieser Artikel keine Kommentare. Sei der erste, der einen Kommentar veröffentlicht!
Gast
06. Dezember 2019 um 17:59 Uhr
GASTNAME
E-MAIL (nicht öffentlich)
      
SICHERHEITSFRAGE
Mit wie vielen "d" schreibt sich "dailydpad"?
ANTWORT

Themen

Beat Saber
Spiel
Review
Sparte - Wenn es nicht bei drei auf dem Baum ist, testen wir es.

Gefällt dir unser Artikel?

Spiele des Artikels

RELEASE
21. Mai 2019
PLATTFORM
HTC Vive
Plattform
Oculus Quest
Plattform
Oculus Rift
Plattform
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation VR
Plattform

Ähnliche Artikel