Review: Turok - Dinosaur Hunter

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 29. März 2019

Review: Turok - Dinosaur Hunter

Dinos jagen auf der Switch

Die Neunziger waren eine wilde Zeit für Videospiele. Mit Nintendo 64, PlayStation und Sega Saturn konnte man zum ersten mal 3D-Spiele genießen und mit der neuen Dimension wurden neue Spielkonzepte möglich, darunter auch die Ego-Shooter. Einer dieser Urväter ist Turok - Dinosaur Hunter für das N64. Kinder der Neunziger waren wohl auch die Leute von Nightdive Studios, welche 2015 die alte PC-Version als Remaster technisch auffrischten und später für Xbox One und PS4 portierten. Jetzt hat auch die Switch diese Version spendiert bekommen, womit sich der Kreis schließt: Turok ist nach 22 Jahren wieder zuhause auf einer Nintendokonsole.

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Vom Comic zum Switch-Spiel
Turok basiert auf den gleichnamigen Comics von Valiant und handelt von Tal’Set, einem amerikanischen Ureinwohner, der als Beschützer der Verlorenen Landen dient. Turok ist dabei sein Titel und heißt soviel wie Sohn des Steins. In den Verlorenen Landen hat Zeit keine Bedeutung, weswegen dort Dinosaurier und High-Tech Aliens problemlos aufeinander treffen können. Comics halt. Im Spiel hat es der Campaigner auf das Chronoscepter abgesehen, eine mächtige Waffe, welche in der Lage ist das Raum-Zeit Gefüge zu zerstören, weswegen sie in acht Teile zerteilt wurde. Als Turok ist es eure Aufgabe, den Campaigner aufzuhalten.

Diese ganze Geschichte findet man in der Bedienungsanleitung, nicht im Spiel. Dort drückt man Start und kann gleich mit Messer und Bogen die Verlorenen Lande aufräumen. Turok ist ein simples Spiel und das ist in der heutigen Zeit irgendwie erfrischend. Das Leveldesign ist dabei meist sehr linear gehalten, der Weg nach vorne ist immer klar erkennbar, nur hier und da muss man vom Hauptpfad abweichen, um die Schlüssel für die weiteren Level zu sammeln. Sollte man sich doch irgendwie verirren, kann man auf Knopfdruck ein Kartenoverlay aktivieren, welches die Umrisse des Levels anzeigt (aber nur die Bereiche, in denen man schonm war). Dieses Kartenoverlay macht sich auch bei den diversen Sprungsequnzen bezahlt, da man so etwas besser erkennen kann, ob man sich über der Plattform befindet, auf der man landen möchte. Lediglich eines der Level bietet verschiedene Routen an, die man alle erkunden muss, um die Schlüssel zu sammeln. Da ist die Karte ein Segen.

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Das Arsenal von Turok ist eine bunte Mischung aus Standard-Schießeisen wie Pistolen und Schrotflinten und High-Tech-Knarren wie ein Energiegewehr, Vierfach-Raketenwerfer und einer Wumme, dessen Munition selten ist, dafür aber in einem großen Radius alles tötet - wie damals halt so üblich. Dabei wird kaum eine Waffe wirklich nutzlos im Laufe des Spiels. So hat jede Waffe ihre Situationen, in denen sie nützlich ist. Mitunter zwingt jedoch auch akuter Munitionsmangel dazu, das Feuer zu variieren.

Hirn aus, Turok an
Turok ist allerdings kein sonderlich herausforderndes Spiel. Für keinen Gegner braucht man eine Strategie, die über "Schieß zuerst und werd nicht getroffen" hinausgeht. Erst auf dem Hardcore-Schwierigkeitsgrad wird das Spiel fordernd, das liegt aber vor allem daran, dass die Gegner doppelte Lauf- und Angriffsgeschwindigkeit an den Tag legen. Ich bin ganz ehrlich: mehr verlange ich von diesem Spiel auch nicht, denn es ist eine schöne Abwechslung, sich stumpf durch die Landschaft zu ballern. Da kann ich auch darüber hinwegsehen, dass viele Bereiche keine große Texturenvielfalt bieten, denn das Leveldesign ist gerade so abwechslungsreich genug, dass kein Deja-Vú zustande kommt. Auch dass der Soundtrack in erster Linie von generischen Dschungeltrommeln getragen wird, finde ich nicht schlimm. Der ständige Beat treibt einen irgendwie an. Man hat übrigens die Wahl zwischen dem Original-N64-Soundtrack und der überarbeiteten PC-Fassung. Beide in Ordnung.

Im Spielverlauf treten auch einige kleine Problemchen zu Tage. Ganz vorne ist dabei die Art, wie das Spiel mit Spezialmunition umgeht: Für den Bogen und die Schrotflinte kann man Explosivmunition finden, es gibt aber keine Möglichkeit zwischen beiden Munitionstypen zu wechseln. Da das Spiel dazu neigt, streckenweise nur einen Munitionstyp auszuspucken, muss man desen mitunter bei schwachen Gegnern verschwenden. Auch zickt das großzügige Auto-Aim immer wieder herum, wenn man auf Gegner zielt, die auf Vorsprüngen über einem stehen. Da muss dann etwas höher gezielt werden, damit die Kugeln noch treffen können.

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Fazit
Wie schlägt sie Turok in der heutigen Zeit? Wenn es damal schon mochte, immer noch ganz gut! Es stammt aus einer Zeit, in der von Shootern nichts Kompliziertes abverlangt wurde. Wen die Nostalgie packt oder wer einfach nur einen stumpfen Shooter für Unterwegs braucht, der ist mit Turok - Dinosaur Hunter gut bedient. Wer noch etwas Geduld aufbringen kann, der kann vielleicht noch warten bis Turok 2: Seeds of Evil portiert wurde, da dort vieles besser gemacht wurde.

Turok - Dinosaur Hunter wurde auf der Nintendo Switch getestet. Für den Test hat sich der Redakteur das Spiel selbst gekauft.

Turok - Dinosaur Hunter

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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20. November 2019 um 16:33 Uhr
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RELEASE
04. März 1997
PLATTFORM
Nintendo 64
Plattform
Nintendo Switch
Plattform - Hybrid aus Konsole und Handheld. Unter dem Codenamen Nintendo NX angekündigt, ist die Nintendo Switch im März 2017 weltweit erschienen.
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.

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