Jump Force im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 21. Februar 2019

Jump Force im Test

Kommen Naruto, Son Goku und Ruffy in eine Bar...

Das japanische Manga-Magazin Jump feierte im letzten Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Hierzulande sind vor allem die Marken Dragon Ball, Naruto, und One Piece ein Begriff. Das weltbekannte Magazin ist jedoch Heimat vieler Manga-Reihen wie Black Clover, My Hero Academia und Fist of the Northstar. Ob internationale Größe oder Otaku-Nische: in Jump Force kommen die Manga-Heldinnen und Helden zusammen, um sich Kamehamehas und Rasengans an die Omme zu werfen - und natürlich um die Welt zu retten! Wir haben das große Manga-Spektakel getestet.

jump-force-3Bild: Bandai Namco Entertainment

Eine neue Bedrohung!!?
Schock, schwere Not! Die Welten von Jump kollidieren mit der unseren und Manga-Fieslinge terrorisieren Hong Kong, Paris, New York und andere Großstädte! Zu allem Überfluss ziehen dunkle Mächte im Hintergrund die Fäden und wollen unsere Welt mit den anderen unwiederbringlich verschmelzen. Die Heldinnen und Helden der Manga-Universen vereinen ihre Kräfte und gründen die Jump Force, um dem dunklen Treiben ein Ende zu setzen. Können Son Goku, Naruto und ihre Freunde nicht nur unsere, sondern alle Welten retten!!?

So oder so ähnlich könnte der Auftakt wohl klingen, wenn ein motivierter Anime-Erzähler das Setting für Jump Force erklärt. Im Spiel schlüpfen wir aber nicht nur in die Haut der Manga-Größen, sondern starten im Charakter-Editor und kreieren eine eigene Figur. Mit bis zu drei Figuren geht es in Tag-Team-Kämpfen darum, sich von der gegnerischen Genkidama nicht die stylischen Haarspitzen versengen zu lassen.

Jump-Force-YugiBild: Bandai Namco Entertainment

Spektakuläre Kämpfe
Wie die letzten Dragon-Ball-Spiele tauscht auch Jump Force ein klassisches Menü gegen eine kleine Hub-Welt von der aus ihr Story-Missionen spielen oder euch in Multiplayer-Kämpfe stürzen könnt. Aktiviert man die Online-Features kommt stets etwas MMO-Feeling in der Lobby auf, die dann nicht nur von euch, sondern von zahlreichen Spielerinnen und Spielern bewohnt wird. Für gewöhnlich tümmeln sich die Massen vor dem Mission-Counter, aber auch vor den Shops kann man auf Fremde treffen, die sich neue Kleidung oder Spezialangriffe für ihre Figur einkaufen.

Will man nicht gerade gegen andere Menschen spielen, findet man die meiste Abwechslung in den Story-Missionen von Jump Force. Hier muss man beispielsweise neue Figuren rekrutieren (die dann für zukünftige Missionen verfügbar werden) oder starke Bosse in die Schranken weisen. Das Kerngameplay orientiert sich an bekannten Dragon-Ball-Spielen (Tenkaichi, Raging Blast, Xenoverse; weniger FighterZ) und vergleichbaren Naruto-Ablegern. Combos und Spezialangriffe können mit wenigen Tasten ausgeführt werden, sodass auch Neulinge ein bildgewaltiges Actionfeuerwerk auf den Bildschirm zaubern. Die Basics sind schneller erlernt - eine Handvoll fortgeschrittene Techniken sollen dem Spiel etwas mehr Tiefe geben, kratzen im Vergleich zu einem Mechanik-starken FighterZ aber eher an der Oberfläche.

Jump-Force-SkillsBild: Bandai Namco Entertainment

Detaillierte Inszenierung
Die besondere Stärke von Jump Force liegt in der beeindruckenden Inszenierung der Kämpfe, die den Manga- und Anime-Vorlagen allemal gerecht wird - insbesondere bei den zahlreichen Spezialangriffen wurde nicht an originalgetreuen Details gespart.

Ungewohnt kommt hingegen der visuelle Stil daher. Wo man eine Anime-gerechte Cel-Shading-Optik erwarten könnte, kommt ein seltsamer Realismus aus der Kiste gesprungen, der einige Figuren mehr wie Actionfiguren aus Plastik wirken lässt als wie lebendige Charaktere. Da Jump Force überwiegend in der realen Welt spielt, scheint mir dieser Effekt durchaus erwünscht zu sein, wird vermutlich aber nicht allen gefallen. Dennoch ist der Detailgrad in den verschiedenen Stages ziemlich hoch. Glanz- und Spiegeleffekte können mitunter sogar regelrecht beeindruckend sein.

Ein paar technische Mängel werden vor allem in den Cutscenes sichtbar, die sogar auf der XBox One X etwas ruckeln. In den Kämpfen kommt es nur selten zu merkbaren Slowdowns, sodass das Gameplay überwiegend unbeschädigt bleibt.

Jump-Force-BorutoBild: Bandai Namco Entertainment

Agile Athleten und apathische Actionfiguren
Das Storytelling hält für Fans der verschiedenen Maga-Reihen einige Überraschungen und Cameos bereit - beispielsweise Yagami Light und Ryuk (Death Note), die schon in den Trailern gezeigt wurden, selbst aber nicht spielbar sind. Leider tritt die Inszenierung der Story-Häppchen deutlich hinter denen der Kämpfe zurück. Wo die Figuren im Kampf ihre Arme zum Anime-Lauf nach hinten werfen und agil durch die Stage springen, heben sie in Dialogen kaum den kleinen Finger und wirken wie Actionfiguren in den Händen eines Zwölfjährigen. Zudem sind nicht alle Dialoge synchronisiert, was manchmal zu einem Bruch mit Abschnitten führt, die mehr Liebe bekommen haben. Aber: Hardcore-Fans werden sich über die Sequenzen freuen, die mit Sprachausgabe kommen - nämlich mit den japanischen Originalstimmen aus den Animes. Englische und deutsche Stimmen lässt Jump Force allerdings vermissen.

Jump-Force-GaaraBild: Bandai Namco Entertainment

Fazit
Jump Force ist ein Fan-Fest, das einer großen Riege von bekannten und weniger bekannten Figuren eine spektakulär inszenierte Bühne gibt. Wer zumindest ein paar der Mangas oder Animes kennt, wird mit charmantem Augenzwinkern an die Originale gut unterhalten. Das Kampfsystem kann mit viel Beschäftigung durchaus Tiefe entwickeln, funktioniert aber vor allem als gedankenloses Action-Feuerwerk. Schade nur, dass die Kämpfe sehr viel aufwändiger inszeniert sind als das Storytelling. Technische Mängel werden mitunter sichtbar, aber lassen das Gameplay meistens intakt. Ein großartiges Crossover für Jump-Fans, das für die Nische lebt und vor allem dort auf Gegenliebe stoßen wird.

Jump Force wurde auf der Xbox One X und auf der Playstatiion 4 getestet. Ein Testmuster wurde uns von Bandai Namco zur Verfügung gestellt.

Jump Force

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Bronko
23. Februar 2019 um 16:34 Uhr (#1)
Für mich auf jeden Fall das richtige. Gut das es für die Fans was zu bieten hat
Gast
16. Oktober 2019 um 16:55 Uhr
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Spiele des Artikels

RELEASE
15. Februar 2019
PLATTFORM
PC
Plattform - PC-Spiele haben mit die älteste Tradition. Heutzutage laufen die meisten Games unter dem Microsoft Windows.
Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.
Xbox One
Plattform - Nachfolger der Xbox 360 von Microsoft. Angekündigt am 21. Mai 2013, ist die Heimkonsole am 22. November 2013 in Deutschland und weiten teilen Eruopas erschienen.

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