Angespielt: Ghost of a Tale

(Artikel)
Rian Voß, 08. Dezember 2016

Angespielt: Ghost of a Tale

Action-Adventure mit Betonung auf Adventure

Ich kaufe mir ja eher selten Spiele im Early Access. Das liegt daran, dass ich mir wegen jahrelangem DPad-Redakteurstum angewöhnt habe, nur einmal durch Spiele durchzubrennen und dann den nächsten Scheit ins Feuer zu legen. Noch seltener kaufe ich Indie-Spiele über 10 Euro. In Ghost of a Tale habe ich mich aber sofort verliebt, als im Trailer die kleine Maus Tilo mit seiner Lampe durch eine viel zu große Tür trat. Hier:


Ist das nicht verflucht putzig?! Also habe ich mich ein wenig in das 3D-Action-Adventure hineingefuchst und ich muss sagen: Es wird noch viel putziger!

In Ghost of a Tale wacht der Barde Tilo in einer dreckigen Gefängniszelle auf. Er weiß nicht, wie lange er schon hier ist. Was er noch weiß, ist, dass er mit seiner Frau Merra einem Herzog ein Lied vorgetragen hat. Dann hat der Herzog Merra geschlagen, Tilo ins Verlies geworfen und seitdem haben sich die beiden nicht mehr gesehen.

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Tilo ist eine schmächtige kleine Maus in einer Welt, in der so ziemlich jeder größer und stärker ist als er - besonders die Ratten. Nach unserem Ausbruch schleichen wir vorsichtig durch die malträtierten Ruinen, stecken unser Schnuppernäschen um jede Ecke und nehmen vor den bewaffneten Riesenratten Reißaus. Sollten wir doch mal gehört und gesehen werden, ist das Spiel aber nicht aus: Tilo kann sich in Waschzubern, Schränken oder auch unter Tischen verstecken, um seine Verfolger abzuhängen. Glücklicherweise sind die Ratten enorm doof und nicht besonders schnell. Ihnen weiß zu machen, man wäre entkommen, ist also ein Leichtes.

Eigentlich schon zu leicht. Mit ein wenig Geschick kann man nämlich an den ersten Feinden locker vorbeilaufen, während sie behäbig die Hellebarde dorthin schwingen, wo wir vor fünf Sekunden noch gewesen sind. Das fühlt sich leider ziemlich falsch an, denn Tilos Welt ist eigentlich eine bedrohliche. Zwar gibt es lustige Komponenten, wie einen senilen Piratenfrosch oder eine eingesperrte Ratte, die im Schlaf vor sich her furzt, aber in den gut geschriebenen Schriftstücken offenbart sich nicht selten eine Gesellschaft, in der Personen wegen simpler Vergehen die Todesstrafe droht oder uns auch mal in einem finsteren Raum ein Skelett überrascht. Da wäre ein wenig mehr Todesangst vor den Feinden, gegen die man sich im fairen Kampf nicht wehren kann, eigentlich wünschenswert gewesen.

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In den ersten Spielstunden präsentiert sich Ghost of a Tale als ein Adventure, in dem Scharfsinn und Beobachtungsgabe mehr belohnt werden als sonst etwas. Kleine Erfolge führen zu richtig großer Freude. Als ich etwa vor einer verschlossenen Tür stand, entdeckte ich irgendwann einen hoch hängenden Schlüssel an der Wand. Ich borgte mir einen Schemel, schlich damit an einer Wache vorbei und stibitzte den Schlüssel vom Haken. Ich konnte mir einen kleinen Jubel kaum verkneifen.

Auskundschaften und untersuchen ist das A und O von Ghost of a Tale. Und so, wie ich das bisher gesehen habe, macht es auch sehr viel Spaß. Die Räume sind sehr unterschiedlich und lebendig gestaltet. Da macht das illegale Durchwühlen gleich doppelt Spaß. Und man ist auch nicht die ganze Zeit im finsteren Kerker zugange, sondern erblickt auch immer wieder Tageslicht.

Bis zur Vollversion wird es hoffentlich nicht mehr lange dauern - Entwickler SeithCG spricht immer noch von einem Releasedatum dieses Jahr. Wir werden sehen! Schaut euch das Spiel auf jeden Fall mal an.

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18. Februar 2020 um 15:06 Uhr
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