Test: Metroid Prime: Federation Force

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 13. September 2016

Test: Metroid Prime: Federation Force

Nicht das Metroid, das wir wollten, aber...

Die Wartezeit ist vorbei, endlich ein neues Metroid-Spiel! Nur spielen wir nicht Samus in diesem Teil und das Ganze hat einen Chibi-Look bekommen. So lässt sich zusammenfassen, warum viele Fans sich von Metroid Prime: Federation Force an den Kopf gestoßen fühlen. Und ich muss ihnen da recht geben, ich habe eigentlich auch etwas anderes erwartet. Dennoch ging ich offen an die Sache heran. Ein Vier-Spieler-Coop-Shooter im Metroid-Universum, da bin ich mal gespannt, was Nintendo daraus macht.

Die Zerstörung von Phaaze am Ende von Metroid Prime 3 verbannte das Phazon aus dem Universum. Ein harter Schlag für die Space Pirates. Aber auch die Galactic Federation litt darunter, schließlich hatten auch sie das Phazon für ihre Zwecke verwendet. Ein Ersatz musste her und der fand sich in Form von übergroßen Mechsuits für besonders gefährliche Missionen. Unser Marine steuert einen solchen Mech und im Bermuda-System sollen seine Fähigkeiten getestet werden. Ob alleine oder mit bis zu vier Spielern. Schon vorweg kann ich sagen, dass Metroid Prime: Federation Force ein weitaus faireres und besseres Koop-Spiel ist als Tri Force Heroes. Doch dazu später mehr.

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Im Grunde spielt sich der Mech wie Samus in Metroid Prime, mit ein paar Unterschieden. In der Ego-Perspektive wird per Lock-On oder mit freiem Zielen auf Gegner geschossen, eure Schüsse lassen sich aufladen und ihr habt Spezialwaffen. Einen Doppelsprung gibt es nicht, dafür kann der Mech für kurze Zeit durch die Luft gleiten. Auch ist ein Morphballäquivalent nicht vorhanden, das macht aber nichts.

Steuerungstechnisch gibt es zwei Varianten, sofern ihr auf dem New 3DS spielt. Die erste nutzt den C-Stick zum Zielen und die Schultertasten zum Schießen, Springen und Anvisieren. Definitiv die Steuerung mit mehr Freiheit, doch ich empfand den C-Stick in der Daueranwendung als sehr unangenehm. Die zweite Variante funktioniert auch mit dem alten 3DS und ist im Prinzip die Gamecube-Steuerung von Metroid Prime. Schiebepad zum Gehen und Drehen, linke Schultertaste für Lock-On, rechte für manuelles Zielen - natürlich mit Gyrocontrols, weil Nintendo. A fürs Schießen, B fürs Springen. Ich tendiere mehr zur zweiten Variante, die sehr gut funktioniert und dazu führt, dass das Argument des Producers, Federation Force wurde erst durch den New 3DS möglich, nicht ganz glaubhaft wirkt.

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Metroid Prime: Federation Force glänzt vor allem in seinem Level- und Missions-Design. Zunächst sind alle Missionen knackig und kurz gehalten, ideal für ein Handheld. Mehr als 20 Minuten solltet ihr euch nicht daran aufhalten und viele sind sogar in unter 10 Minuten machbar. Und keine einzige Mission zwingt euch zum Koop. Der Vorteil im Zusammenspiel mit bis zu drei anderen Spielern liegt eher darin, dass die Missionen somit einfacher sind, beziehungsweise dass man mehrere Dinge gleichzeitig erledigen kann. So gibt es einen wiederkehrenden Boss, der im Gesicht eine unzerstörbare Maske trägt. Wer alleine spielt, der muss geschickt dran vorbeizielen oder die Momente nutzen, in denen er euch nicht die Front präsentiert. Im Ko-op muss man einfach nur schießen, wenn er euch nicht anguckt. In einer anderem Mission muss man vier Energiekugeln in Slots einlochen. Wer alleine spielt, muss einfach jedes Puzzle nacheinander lösen. Mehrere Spieler können parallel arbeiten.

Dadurch ist Federation Force auch online nicht ganz so eine Qual wie es Tri Force Heroes sein kann. Da alles im Prinzip im Alleingang machbar ist, kann man nur schwer von einem Vollidioten aufgehalten werden. Lediglich einige Türen und Aufzüge erfordern die Mitarbeit von allen anwesenden Spielern und da reicht es, dass jeder einen Knopf drückt.

Es gibt auch ein Loot-System, welches ebenfalls fair gestaltet ist. Man kann seinen Mech mit Mods aufwerten - vom Solospieler-Mod, welcher ausgeteilten Schaden verdoppelt und eingesteckten Schaden halbiert, wenn man alleine unterwegs ist, bis schadensverstärkende Mods für bestimmte Waffen ist alles dabei. Diese Mods findet man in den Missionen und werden am Ende gleichmäßig an die Spieler verteilt. Wer in der Mission die meisten Punkte verdient hat, der darf sich als erstes eine Mod aussuchen, gefolgt vom zweithöchsten und zu weiter. So geht es immer reihum, bis alle Mods verteilt sind. Kein Glücksspiel wie bei Tri Force Heroes, wo der nutzloseste Spieler das Beste Material abstauben kann.

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Es ist ziemlich unfair, Federation Force zu verschmähen, weil es nicht das Metroid-Spiel ist, was man haben wollte. Ja, mir wäre ein echtes neues Metroid lieber gewesen, doch mit dem, was Federation Force bietet, kann man nun wirklich nicht unzufrieden sein. Ein knackiges Actionspiel, nicht zu schwer, nicht zu leicht, mit einem spaßigen Ko-op, der nicht zu sehr auf die Mitarbeit und das Können eurer Mitstreiter fixiert ist. Ich bin positiv überrascht. Liebe angesäuerte Metroid-Fans: Gebt dem Spiel eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen.

Metroid Prime: Federation Force wurde auf dem New Nintendo 3DS getestet. Ein Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.

Metroid Prime: Federation Force

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A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

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08. Dezember 2019 um 00:01 Uhr
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02. September 2016
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New Nintendo 3DS
Plattform - Überarbeitete Version des Nintendo 3DS mit einem neuen Prozessor und verbessertem 3D-Effekt. Der N3DS hat einen zweiten Stick und zwei zusätzlichen Schultertasten. Am 11. Oktober 2014 in Japan erschienen, ist er europaweit seit dem 13. Februar 2015 erhältlich.
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