Vorschau: Outreach

(Artikel)
Merle B., 26. August 2016

Vorschau: Outreach

Raumfahrt mal historisch

Star Wars hat mir beigebracht, dass die coolsten Weltraumgeschichten "vor langer Zeit" spielen. Gut, soo lang ist 1986 jetzt auch wieder nicht her. Und mit Aliens und Sternenzerstörern kann man in diesem Spiel wohl auch nicht rechnen. Bei Outreach handelt es sich nämlich um ein handlungsschweres, historisches Space-Adventure mit linearer Story, das während des Kalten Krieges spielt. Klingt nach schwerer Kost? Ich liebe schwere Kost.

Screenshot 4Nüchterne Space-Ästhetik statt futuristischem Bling-Bling.
Outreach is all about that realism!

Völlig losgelöst von der Erde...
...aber ganz nah an der Realität. Diesem Anspruch versucht das Spiel ganz besonders gerecht zu werden. Was Outreach nämlich mit der Abwesenheit von Laserschwertern einbüßt, macht es mit historischer Genauigkeit wett. Mit großem Stolz wurde uns sorgsam designte Concept Art vorgestellt, die auf der tatsächlichen Kosmonautenausrüstung von damals basiert. Der sowjetischen Ausrüstung, wohlgemerkt! Statt des üblichen westlichen Fokus möchte Outreach nämlich die östliche Seite der Geschichte näher beleuchten.

Kleiner (Fehl-)Schritt für einen Menschen, ein langer Fall ins All
Im Spielausschnitt, den man uns präsentierte, klettert man in First-Person-Perspektive als sowjetische Kosmonautin an der Außenwand der Raumstation entlang. Leider etwas unbeholfen und geisterhaft, weil man uns (noch?) keine sichtbaren Arme animiert hatte. Aber nun gut. Der Haken der Sache: all das geschieht ungesichert. Ein falscher Schritt und man würde davon schweben in einen langsamen, traurigen Weltraum-Tod. Denn Outreach soll sich echt anfühlen – echt schwerelos und eben auch echt tödlich.

Screenshot 5Space is dark and full of terrors.

Platz machen für den richtigen Helden!
Besonders neugierig war ich von vornherein auf die sowjetische Kosmonautin, aus deren Sicht wir das Geschehen erleben. Nicht nur weil sie ganz sympathisch wirkt, wie sie so mit der Zentrale scherzt, sondern weil sie einfach mal eine richtige, authentische, spielbare Kosmonautin ist! Mit der würde sich das Spiel schon aushalten lassen...

Nur halt leider nicht lange. Die uns präsentierte Sequenz endet nämlich damit, dass plötzlich irgendetwas mit der Raumstation schrecklich schief läuft. Was genau das für eine technische Katastrophe war, wird man im weiteren Verlauf des Spiels mit einem neuen Charakter herausfinden müssen – denn unsere Kosmonautin hat den Vorfall leider nicht überlebt. Das war etwas schade. Liebes Spiel, bitte ködere mich nicht mit coolen sowjetischen Kosmonautinnen, wenn du gar keine coolen sowjetischen Kosmonautinnen für mich hast.

Screenshot 3Zeit zu sterben, Schätzchen! Der richtige Held braucht eine Handlungsmotivation.

Große Pläne, nichts dahinter?
Outreach hat große erzählerische Ambitionen. Es möchte menschlich, authentisch und spannend sein, uns ein Stück Geschichte zeigen UND nebenher noch eine frische Perspektive darauf nahelegen. Das klingt alles super. Aber hat es sich da nicht etwas viel vorgenommen? Nach der kurzen Zeit, die wir mit dem Spiel hatten, ließ es sich schlecht sagen.

Das Konzept hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht und ich würde Outreach vermutlich allein schon spielen, um zu sehen, was es über die Zeit, die es so aufwendig inszeniert, zu sagen hat. Spätestens wenn das Spiel im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt kommt, wird sich jedenfalls zeigen, ob Outreach ein großer Schritt für das Space-Genre wird – oder am Ende doch in all seiner authentischen Schwerelosigkeit am Ziel vorbeischwebt.

Kommentare

Rian
26. August 2016 um 17:23 Uhr (#1)
Die Sache mit den fehlenden Armen hat mich wirklich gestört. Die Entwickler sagten, dass das zwar auf der Liste der möglichen Features steht, aber die narrativen Elemente Vorrang hätten.

Als ob man mit Gestik keine Emotionen ausdrücken könnte, die den Gemütszustand der Figur wiederspiegeln. Ich meine, schaut euch mal einen Trailer zu Firewatch und sagt dann, dass die Atmosphäre genauso gut auch ohne Arme funktionieren würde.
Gast
05. Dezember 2019 um 21:50 Uhr
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