Fallout 4: Vault Tec Workshop im Test

(Artikel)
Vivian R., 28. Juli 2016

Fallout 4: Vault Tec Workshop im Test

In einer Höhle in der Erde, da lebte eine Aufseherin

Vault begleiten jeden Fallout-Spieler schon eine ganze Weile. Vaultbewohner sind Teil der Bevölkerung, an der experimentiert wurde, oder Entdecker der im nuklearen Ödland verstreuten Vaults. Nur im Minispiel Fallout Shelter durften wir selbst Hand anlegen und eine eigene Vault gestalten. Umso gespannter war ich auf das neuste DLC zu Fallout 4, Vault Tec Workshop, mit dem Bethesda das Aufseher-Dasein von der Seitenansicht in die Egoperspektive holt.


Bethesda hat ein Herz für Bastler: Von den bisher erschienenen fünf DLCs konzentriert sich nur Far Harbor mehr auf den Plot als auf das Ausbauen von Siedlungen. Zur erhofften Zielgruppe gehöre ich leider nicht. Neue Gegenstände und Materialien zum Basteln und Ausschmücken der Siedlungen sind schön und gut – aber ich gehöre zu den vielen Spielern, die immer gerade so die Bedürfnisse ihrer Siedler erfüllen (Hunger? Einfach drei Karotten in den Boden gestopft = Problem gelöst!).

Vault Tec Vault 88

Auch wenn Vault Tec Workshop zu diesen bastellastigen DLCs gehört, startet er immerhin wie vorher schon Automatron mit einer Quest: Im Ödland fangen wir das Notsignal von Vault 88 auf. Als wir uns dort umschauen, steht uns erst einmal eine Horde von Raidern im Weg, die sich gleichfalls Zugang zur Vault verschaffen wollen.

Ist das kleine Problem erst einmal beseitigt, treffen wir im Inneren auf jede Menge Ghule – und die einzige Überlebende, die noch (mehr oder minder) bei Verstand ist: die ehemalige Aufseherin. Selbst nach zweihundert Jahren kann sie das Vault-Tec-Handbuch noch auswendig und ist weiterhin hochmotiviert, die ehemals geplanten Experimente durchzuführen.

VTW Vault

Hier kommen wir ins Spiel: Da der Krieg ausgebrochen war, bevor die Vault fertig wurde, müssen wir sie erst einmal ausbauen. Und dann sind leider alle Versuchsobjekte zu Ghulen geworden. Das heißt: Neue Versuchskaninchen müssen her (die wir aber gemäß dem Vault-Tec-Handbuch für Aufseher bitte nicht so nennen!).

Das alles klingt erst einmal spaßig. Das Aufbauen der Vault hat definitiv seinen Charme, gerade weil Vault Tec Workshop uns eine große Auswahl neuer Gegenstände und Baumaterialien an die Hand gibt. Leider ist die Quest relativ kurz und die Experimente, die wir durchführen, für Vault-Tec-Standards recht human und zahm. So richtig Gänsehaut, wie wir sie aus dem Erkunden von anderen Vaults kennen, mag sich nicht so ganz einstellen. Das, was letztendlich für all die Mühe bei den Experimenten rumkommt, ist außerdem nicht so richtig lohnenswert.

Das Bauen lohnt sich da schon mehr, aber wen das hakelige Bausystem schon im Hauptspiel genervt hat, wird beim Basteln in seiner Vault verzweifeln. Wände und Fußböden passen ständig nicht. So klaffen schnell Lücken zwischen den Räumen und Fluren. Blöd, wenn es der Sinn einer Vault ist, hermetisch abgeriegelt zu sein. Hm.

VTW Terminal

Nett hingegen ist das Vault Tec Population Management System Terminal, mit dem wir unsere Siedlungen gemütlich vom PC aus organisieren können. Hier kriegen wir einen schnellen Überblick über Siedler, die nichts zu tun haben, und können sie direkt einer Arbeit zuweisen. Und wer mal wieder vergessen hat, wo er Nick Valentine oder andere Gefährten hingestellt hat, kann sie über das Terminal orten. So sparen wir uns so manche Ladezeit.

VTW  Experiment

Zwar bietet der Vault Tec Workshop viele neue Baugegenstände, um unsere Kreativität beim Ausbauen von Siedlungen zu befeuern, durch die hakelige Steuerung des Bausystems geht der Bastelspaß aber schnell flöten. Zudem ist das, was mich am DLC wirklich gereizt hat, nämlich endlich Vault-Tec-Mitarbeiter des Monats zu werden und meine eigenen Experimente zu gestalten, so wenig lohnenswert, dass ich mich eher mühselig durch die Quest geschleppt habe. Schade! Mit dem Vault Tec Workshop hat Bethesda viel Potential verschenkt. Letzte Hoffnung bleibt, dass das nächste storylastige DLC Nuka World genauso gut wird wie Far Harbor. Ich spiele lieber noch eine Runde Fallout Shelter.

Fallout 4 Vault Tec Workshop wurde auf dem PC (Windows 7 64-bit, 8 GByte RAM, AMD FX-8150, AMD Radeon R9 280 3GB) getestet. Für den Test hat sich die Redakteurin das Spiel selbst gekauft.

Fallout 4 Vault Tec Workshop

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B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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20. September 2019 um 22:50 Uhr
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