Mario & Sonic in Rio 2016

(Artikel)
Torsten Ingendoh, 07. Juli 2016

Mario & Sonic in Rio 2016

Auf die Plätze, fertig, gähn!

Noch treibt die Fußball-EM ihr Unwesen und zieht Sportbegeisterte in den Bann, doch man sollte nicht vergessen, dass bald auch die Sommerolympiade stattfindet. Wer nicht bis August warten kann, der darf sich bereits jetzt mit Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 auf die Jagd nach Goldmedaillen machen. Möge der Bessere gewinnen, auch wenn dabei sein alles ist. Wobei, "dabei sein" scheint irgendwie auch das Motto der Entwickler gewesen zu sein, denn was hier abgeliefert wird, kommt bestimmt nicht aufs Treppchen.

Nennen wir das Kind doch gleich beim Namen: Mario und Sonic in Rio ist eine Minispielsammlung mit Sportthematik. Und eine äußert simple noch dazu. Das Hauptmenü ist der Strand von Rio, an dem ihr mit den Charakteren aus dem Mario- oder Sonic-Universum plaudern könnt und anfangs erst mal nur zwischen Solo- und Mehrspieler-Events wählen dürft. Um die echte Olympiade freizuschalten, muss man erst fünf verschiedene Solo-Events gewinnen, quasi als Training für den Wettkampf. Angeboten wird eine bunte Mischung aus dem Olympiarepertoire, vom 100-Meter-Lauf über Tischtennis, aber auch Teamdisziplinen wie Fußball, Rugby und Beach-Volleyball sind dabei. Wobei sich vor allem letztere durch die einfache Steuerung und Mechanik total dröge spielen, denn interessante Taktiken sind einfach nicht möglich. Ich würde gerne einen Steilpass nach vorne in den Strafraum machen, aber es gibt nur den direkten Pass. Und zu einem anderen Spieler wechselt man nur, wenn das Spiel es möchte.

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Besonders die Steuerung wirft Fragen auf. Was die alten Olympiaspiele auszeichnete, war die Wii-Mote-Steuerung. Es hatte durchaus was Unterhaltsames an sich, durch Gefuchtel die Sportarten zu imitieren und sich somit vor seinen Freunden gepflegt zu blamieren, aber das wurde hier komplett herausgenommen und durch normale Tasteninputs ersetzt. Ihr braucht das Steuerkreuz und zwei, maximal drei Tasten für alle Spiele. Und beim Bogenschießen mit dem Steuerkreuz zu zielen ist einfach nur öde, ich will auf den Bildschirm zeigen. Irrsinnigerweise braucht man aber Wiimotes für den Multiplayer. Spieler 1 nimmt das Gamepad und alle weiteren Spieler müssen mit der Wiimote in der Waagerechten teilnehmen. Warum wird kein Pro Controller unterstützt?

Einen Online-Multiplayer gibt es nicht so wirklich. Sobald man die Olympiade freigeschaltet hat, nimmt man an drei Runden in einer Disziplin im Kampf um die Goldmedaille teil. Dabei muss man seinen eigenen Mii nehmen und spielt gegen Miis aus der ganzen Welt. Aber nicht gegen ihre Leistungen, sondern die CPU spielt für sie.

Nach jeder Runde wird man wieder zurück zum Strand geschickt, kann aber nicht einfach in den anderen Modi weitermachen. Entweder man beendet offiziell das Turnier oder setzt den aktuellen Modus fort. Wie es Nintendo-Spiele doch immer wieder schaffen, in solchen Details umständlich zu sein. Am Strand kann man dann auch Miis anlabern, gegen die man antritt. Wenn ihr das tut, bekommt ihr irgendwelches Trivialwissen zu hören und dürft die Landesflagge in eure Sammlung aufnehmen. Mehr bringt das nicht.

MarioSonicRio03

Wenigstens gibt es was zum Freischalten. Für jede Teilnahme bekommt man sowohl Ringe als auch Münzen, welche man gegen neue Kleidungsstücke für euren Mii eintauschen kann. Diese Kleidungsstücke verändern die Werte eures Miis, also muss man sich schon überlegen, was man für welches Event trägt. Der Nachteil daran ist, dass man mit der idealen Kleidung meistens ziemlich bescheuert aussieht. Schlägt man sich gut in einem Turnier, dann kann man Gastcharaktere freischalten, nachdem man sie besiegt hat. Diese Gastcharaktere sind aber genau an diese Disziplin gebunden. Sticks the Badger gibt es nur beim Bogenschießen und Rosalina nimmt nur an der rhythmischen Sportgymnastik teil. Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Figuren nicht einfach an allen Events teilnehmen dürfen.

Ich versuch zum Abschluss mal was Positives zu finden: Die Grafik ist hübsch anzusehen und man bekommt weitaus mehr geliefert als bei Mario Tennis Ultra Smash. Und das Spiel erklärt auch seine Regeln. Damit hört es dann aber auch auf. Wenn ihr einmal alle Disziplinen durch habt, dann werdet ihr wohl kaum einen Grund finden, das Spiel wieder einzulegen. Die Highscores können mir gestohlen bleiben. Ein ganzer Spielmodus ist mal wieder hinter Amiibos versteckt, aber aus Prinzip rede ich über solche Modi nicht, vor allem weil es keinen guten Grund gibt, warum man einen Amiibo dafür braucht. Glücklicherweise tun es alle Amiibo, die was mit Mario oder Sonic zu tun haben. Retten tut er dieses Spiel sowieso nicht. Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 ist eine teure Minispiel-Sammlung mit magerem Content, die vergessen hat, warum wir uns die Vorgänger angetan hat. Schade drum.

Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016 wurde auf der Wii U getestet. Ein Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.

Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016

(Ranking)
C
RANK
Gut gemeint. C-Spiele haben ihre strahlenden Momente, aber in entscheidenden Situationen wird großes Potential verschenkt. Über keine anderen Spiele kann man sich so sehr ärgern.

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19. Oktober 2019 um 17:06 Uhr
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RELEASE
24. Juni 2016
PLATTFORM
Wii U
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