Fairy Fencer F: Advent Dark Force im Test

(Artikel)
Haris Odobaši?, 06. Juli 2016

Fairy Fencer F: Advent Dark Force im Test

Neue Feenbeschwörung im alten Gewand

So langsam füllt sich die Auswahl an JRPGs auf der Playstation 4. Nachdem wir dieses Jahr nun schon einige gute Vertreter hatten, wie dem neuen Neptunia oder Digimon Cyber Sleuth Story, nutzt Publisher IdeaFactory International die Lücke kurz vor dem Release des neuen Final Fantasy aus, um noch mal einen Vertreter des Genre zu platzieren. Fairy Fencer F: Advent Dark Force war dabei ursprünglich wohl als Sequel zu Fairy Fencer F geplant, wurde dann aber doch "nur" auf eine Art FFF 1.5 zusammengestampft. Immerhin behaupten die Entwickler, den Inhalt des Grundspiels glatt verdoppelt zu haben. Mal schauen, wie viel an dieser Behauptung dran ist!

Noch mal zur Erinnerung: ihr schlüpft in die Haut von Fang, Vollpfosten vom Dienst, der eigentlich nur schlafen und schleppen will. Dummerweise findet er eine Waffe, eine sogenannte Fury, die die Fairy Eryn enthält, welche ihm einen Pakt andreht und ihn zu einem Fencer macht. Das sind die Leute, die eben so eine Fury, nun ja, führen. Fortan wird er von Eryn mehr oder minder widerwillig instrumentalisiert, alle Furies zu sammeln, um eine mächtige Göttin wiederzubeleben, die jeden Wunsch erfüllen soll.

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Wie man der Beschreibung entnehmen kann, ist Fang ein ziemlicher Trottel, was ihn aber eben auch sehr sympathisch macht. Gleichzeitig erlaubt es aber auch den Fencern und ihren Furies, die sich ihm nach und nach anschließen, schöne Interaktionen untereinander zu haben. Mal versuchen zum Beispiel zwei weibliche Charaktere, die um seine Affektion konkurrieren, sich gegeneinander auszuspielen, nur um dann wegen Fangs Fresssucht eiskalt abzublitzen. Oder in einem seltenen Moment der Heldenhaftigkeit verdient sich Fang sogar mal ehrliches Lob, nur um im nächsten Moment wieder in sein Stereotyp zurückzufallen, was die ganzen anderen Figuren entsprechend konsterniert kommentieren.

Ich würde ihn nicht unbedingt als herausragenden Charakter betiteln. Manche könnte seine nachlässige Art sogar dezent nerven. Aber in meinen Augen ist er der Kleber, der alles irgendwie zusammenhält und es insbesondere den Figuren um sich herum erlaubt, zu glänzen und ins Rampenlicht zu treten.

Dass man hier ein Spiel von Compile Heart hat, merkt man aber deutlich am Gameplay-Mix, welcher sehr an die Neptunia-Titel erinnert. Man hat einen durchaus hohen Visual-Novel-Anteil, der durch Explorationssektionen in eher begrenzten Gebieten unterbrochen wird. Diese sind leider weder visuell noch von einem technischen Standpunkt her irgendwie besonders ansprechend, ein gewisses Recycling von Gebieten findet zudem auch statt.

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In diesen Gebieten laufen die Gegner offen umher, während eine Berührung direkt einen Kampf auf einem separaten Kampfbildschirm einleitet. Es geht dabei sehr klassisch zur Sache, rundenbasiert und ohne große Innovationen. Es gilt, natürlich, Schwächen gegenüber Waffen und Elementen der Gegner auszunutzen, was aber nur wirklich benötigt wird, wenn man Bossgegner bekämpft. Dort nutzt man auch die Möglichkeit aus, die Fencer mit ihren Furies verschmelzen zu lassen, was spektakuläre Attacken freischaltet und euch allgemein stärker macht.

Das Highlight ist ohne Frage das Sammeln der Furies, die man teilweise durch den Storyverlauf, teilweise durch optionale Bosskämpfe erwerben kann. Jede Waffe wird durch eine Karte repräsentiert und hat eine entsprechende Persönlichkeit. Vom halbnackten Wasserdämon bis hin zum Kampfroboter ist einiges dabei. Diese rüstet man dann bei den Figuren aus, was sich an Attributboni oder neuen Fähigkeiten im Spiel bemerkbar macht.

Technisch ist das Spiel der PS4 nicht würdig. Man sieht den PS3-Ursprung sehr deutlich und gerade der Vergleich zu Neptunia V-II oder Omega Quintet, den anderen PS4-Spielen des Entwicklers, macht deutlich, dass hier um einiges mehr drin gewesen wäre.

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Die anderen Änderungen, die der Generationensprung mit sich bringt, sind da schon besser. Neben Änderungen am Gameplay, wie sechs Kämpfern gleichzeitig, oder neuen Dungeons, wurde insbesondere der Umfang stark erweitert. Die ersten zwei Drittel des Spiels sind größtenteils identisch mit der PC-/PS3-Version, aber ab einem bestimmten Bosskampf im Spiel kann man eine von drei Routen einschlagen – die übliche Route, der man auch in den anderen Spielen folgt, oder zwei komplett neue Pfade. Diese haben es durchaus in sich, zumindest storytechnisch, weil in beiden Fällen die Geschichte in eine dunklere Richtung geht. So schließt sich euch zum Beispiel auf einer der Routen einer der größten Antagonisten des Spieles an!

Diese neuen Routen sorgen dafür, dass sich das Spiel auch sehr für die Leute lohnt, die womöglich die PS3- oder PC-Variante gespielt haben. Für alle anderen ist Fairy Fencer F: Advent Dark Force sowieso die ultimative Variante des Spiels. Auch wenn die lahme Technik etwas enttäuscht, bleibt das, was das Spiel auch schon auf anderen Plattformen gut gemacht hat. Spaßige Mechaniken, sympathische Figuren und viel Humor, aber eben auch nichts, was das Spiel jemals in höhere Ebenen katapultiert. Ein grundsolider Vertreter des Genres. Haris

Fairy Fencer F: Advent Dark Force wurde auf der PS4 getestet. Ein Testmuster wurde uns von IdeaFactory International zur Verfügung gestellt.

Fairy Fencer F: Advent Dark Force

(Ranking)
B
RANK
Anständig. Stärken und Schwächen halten sich die Waage. Positive Überraschungen sind genauso selten wie negative. Unterm Strich muss man seine Spielzeit keinesfalls bereuen.

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20. November 2019 um 09:04 Uhr
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RELEASE
29. Juli 2016
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Playstation 4
Plattform - Die Playstation 4 (PS4) von Sony ist eine Spielkonsole der 8. Generation. Sie erschien am 29. November 2013 europaweit als Nachfolger der Playstation 3.

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