Kirby: Planet Robobot im Test

(Artikel)
Benjamin Strobel, 29. Juni 2016

Kirby: Planet Robobot im Test

Saug die Feinde ein, steig in den Robo ein

Wisst ihr noch als Kirby: Triple Deluxe für den 3DS rauskam und so richtig gut war? So gut, dass ich saugte als gäbe es kein Morgen mehr? Mit Kirby: Planet Robobot können wir endlich dort weitersaugen, wo wir damals aufgehört haben. Schmeißt den Staubwedel zum Fenster heraus, packt den Sauger zum Elektroschrott und feuert die Haushaltshilfe! Kirby ist zurück, da heißt es wieder: Augen zu und Mund auf!

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Einsaugen und auspacken
Die größte Schwäche von Kirby: Planet Robobot ist vermutlich, dass es genauso gut ist wie der Vorgänger. Damit könnte ich das Review im Grunde schließen. Hach, das wäre ein schöner, fauler Tag. Aber wie es nun mal so ist, muss man gerade die lausige Bezahlung besonders hart verdienen. Ich bekomme keinen Feierabend nach zwei Absätzen, dafür wisst ihr am Ende des Artikels genau, warum mir Kirby: Planet Robobot so gut gefällt. Deal? Gut, wir haben da auch keine Wahl.

In Planet Robobot bekämpft das rosafarbene Fass ohne Boden neue Feinde: Während der kleine Racker im Schnitzelkoma einen hundertjährigen Schlaf der Gerechten schläft, wird das Traumland - Schock! - von Robotern aus dem All überrannt, die uns unbedingt den Natur-Technik-Dualismus ins Gesicht reiben wollen. Ich bezweifle, dass Kirby sich mit diesem philosophischen Hintergrund auseinandersetzen möchte. Stattdessen stellt der kleine Nimmersatt seinen patentierten Hunger zur Schau, indem er sich einen Feind nach dem nächsten durch die Futterluke zwängt. Wie immer vermag Kirbys fabulöser Verdauungstrakt die einzigartigen Kräfte seiner Feinde auf sich selbst zu übertragen. Jeder Verzehr eines hilflosen Gegners führt unweigerlich zu einer Spontantmutation des rosa Blobs, die dem Hexer Geralt die Kinnlade runterklappen würde. Doch während dem weißen Wolf vor Staunen die Puste wegbliebe, schnieft Kirby seine Gegner einfach weg wie Lines auf dem Bahnhofsklo.

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Neben einer Vielzahl bekannter Verwandlungen, wie Zirkus-Kirby und Autoreifen-Kirby, gibt es auch ein paar neue Geschmacksrichtungen, die man sich in den Gaumen drücken darf. Darunter beispielsweise Dr. Kirby, der Mario darin nacheifert, seine Feinde mit Pillen zu bewerfen, und Gift-Kirby, der wie ein Sleimok-Smogon-Mutant giftige Grütze ausspuckt. Zuletzt gibt es noch ESP-Kirby, der mit Baseballkappe und Psychokinese wohl nicht zufällig Earthbounds Ness imitiert. Neue Verwandlungen sind nett, aber noch kein richtiger Kracher. Planet Robobot setzt eine richtige Neuerungen obendrauf: Kirby kann an vielen Stellen in einen Mech Suit einsteigen und seinem gierigen Mäulchen eine Pause gönnen. Stattdessen wirbelt er rosafarbene Robofäuste durch die Luft, dass es kracht.

Mund auf, das Flugzeug kommt
Ich möchte niemandem die Überraschung beim Spielen verderben, nur so viel: Es gibt auch bei Planet Robobot wieder zusätzliche Spielmodi und einen schwereren Story-Modus, den ihr als Meta Knight bestreiten dürft. Der Wiederspielwert ist gesichert!
Ich Schlingel habe euch bis jetzt nur die halbe Wahrheit erzählt. Denn der Mech Suit ist nicht nur ein nettes Gimmick, sondern kann ebenfalls jeden Gegner einscannen, um seine Fähigkeit zu kopieren. Capcom hat Megaman vielleicht aufgegeben, aber Nintendo lässt ihn bei Kirby weiterleben. So kann der Roboter zu einem gigantischen Flammenwerfer werden oder sich in eine Propellermaschine verwandeln. Manchmal schmeißt Planet Robobot das Standard-Gameplay einfach über den Haufen und tut so als wäre es ein Sidescroller, in dem ihr Kugeln ausweichen und Feinde abschießen müsst. Besonders gewitzt wird die Roboter-Mechanik in späteren Leveln. So muss man häufig zwischen Kirby und dem Mech hin- und herwechseln, um Rätsel zu lösen und die wichtigen CodeCubes zu sammeln, die Kirby ausnahmsweise nicht vernascht, sondern gut aufbewahrt, um Bosstüren damit zu öffnen.

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Plattforming, Rätsel und Bosskämpfe bringen vertraute Elemente mit, doch fast immer gibt es ein neues Element in einem Level, das es von anderen unterscheidet. Dabei wiederholt sich erstaunlich wenig, was wir schon aus dem Vorgänger kennen. Auch Kirby: Planet Robobot darf sich in einer Reihe mit Super Mario 3D Land zu Nintendos kreativsten und zugänglichsten Handheldspielen zählen.

Fazit
Planet Robobot schafft es nicht ganz, Triple Deluxe noch mal zu übertreffen. Es ist eine Variation des Vorgängers, die zwar neue Ideen in den Mix wirft, aber Kirby auch nicht neu erfindet. Ich kann mein vorzeitiges Fazit nur wiederholen: die größte Schwäche des Spiel ist, dass es "nur" genauso gut wie der großartige Vorgänger ist. Auch Planet Robobot ist ein Fest für alle Plattforming-Fans und ein weiterer Höhepunkt für Kirby. Ben

Kirby: Planet Robobot wurde auf dem Nintendo 3DS getestet. Ein Testmuster wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.

Kirby: Planet Robobot

(Ranking)
A
RANK
Reife Leistung. A-Spiele machen alles richtig oder sind nah dran. Kleine Schwächen werden durch Stärken mehr als wett gemacht. Das ist Spieldesign auf hohem Niveau.

Kommentare

Rian
30. Juni 2016 um 18:48 Uhr (#1)
Dieses Review teilt sich sein eigenes Fazit mit dem behandelten Spiel!
Gast
17. August 2022 um 12:09 Uhr
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RELEASE
10. Juni 2016
PLATTFORM
Nintendo 3DS
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